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"Nicht erlaubt!" - EA Sports reagiert auf Äußerungen von Zlatan Ibrahimovic

"Wer hat EA Sports die Erlaubnis gegeben, mein Gesicht und meinen Namen zu nutzen?" - Zlatan Ibrahimovic stellt aufgebracht das "FIFA"-System infrage. Und wird prompt eines Besseren belehrt.

Die größte Stärke der "FIFA"-Reihe ist das Rundum-sorglos-Lizenzpaket, das mit über hunderten Vereinen aus den wichtigsten Ligen der Welt, zahlreichen Nationalmannschaften, Dutzenden originalgetreuen Stadien und abertausenden Spielern kaum Wünsche offen lässt. Aber ist das alles überhaupt rechtens?

Zlatan Ibrahimovic ist sich da nicht so sicher. Der 39-jährige Superstar aus Schweden - bekannt für sein überbordendes Ego und ein sensationelles Fallrückziehertor aus 25 Metern - ließ unlängst seinem Unmut via Twitter freien Lauf.

"Wer hat FIFA EA Sports die Erlaubnis gegeben, meinen Namen und mein Gesicht zu verwenden?", fragte "Ibra" aufgebracht. "FIFPro? Mir ist nicht bewusst, dass ich dort Mitglied bin, und wenn ich es bin, dann wurde ich es durch irgendein schräges Manöver, ohne dass ich es wirklich wusste. Und ganz sicher habe ich weder der Fifa noch Fifpro erlaubt, mich zum Geldverdienen zu benutzen." Und fügte an: "Zeit, das zu untersuchen." Tottenham-Star Gereth Bale sprang mit einem "Interessant"-Retweet auf den Zug auf.

Widerhall aus dem Netz, offizielles Statement von EA

Es dauerte jedoch nicht lange, ehe es aus dem Sozialen Netzwerk zurückhallte: "Dein Club" - zusammen mit einem Link auf einen Artikel, der im August 2020 die "exklusive Premium Partnerschaft" des AC Milan und Electronic Arts vermeldete.

Dass den beiden Top-Spielern die Vereinbarung nicht geläufig ist, wirkt seltsam - zumal Bale schon mal das Cover von "FIFA" zierte und "Ibra" nicht nur virtuell für EA auflief.

In einer ersten Stellungnahme erklärt EA zudem, dass man Jahr für Jahr mit zahlreichen Ligen, Teams und einzelnen Talenten zusammenarbeite, "um uns die Rechte zu sichern, das Aussehen der Spieler im Spiel zu integrieren". Dazu gehöre auch eine seit Langem bestehende Beziehung mit der weltweiten Vereinigung von Profispielern FIFPro, "die Partnerschaften mit einer Reihe von Lizenzgebern unterhält und Deals aushandelt, die den Spielern und ihren Gewerkschaften zugutekommen".

Später legte EA gegenüber dem Magazin "Forbes" weiter: "Die Schaudiskussion um Lizenzen in den Social-Media-Kanälen sind für EA kein Thema. Das ist eine Sache zwischen FIFPro, den Spielern in der Vereinigung und ihren Repräsentanten. FIFPro hat uns gegenüber klargestellt, dass dies in ihrer Verantwortung liegt und sie sich darum kümmern würden - wir erwarten dahingehend in Kürze ein Statement. Das ist nicht unser Kampf. Hier geht es nicht um EA Sports oder Videospiele, die Spieler oder die Fans. Es ist ein Konflikt zwischen Fußball-Agenten und FIFPro."

Die Sache mit Oliver Kahn

Vor rund 17 Jahren gab es bereits einen ähnlichen Fall: Damals ging Torwart-Legende Oliver Kahn vor Gericht, um sein Konterfei aus "FIFA" tilgen zu lassen, weil es seine Persönlichkeitsrechte verletze. EA argumentierte damals ähnlich, unterlag aber in erster und zweiter Instanz. Die Folge: Oliver Kahn kam in "FIFA" nicht mehr zum Einsatz - zumindest in der Nationalmannschaft. Sein damaliger Verein, der FC Bayern München, hatte indes EA die Abbildung der Spieler zugesagt. Die befürchtete Klagewelle blieb jedoch aus.