Pleiten, Pannen, Crashs! So lief der Auftakt der virtuellen Formel 1

Massenkarambolagen, Internetprobleme und Fahrer, die den sechsten Gang nicht finden: Der Große Preis von Bahrain war ein holpriger Start der virtuellen Formel 1. Die Zuschauer hatten trotzdem Spaß.

Massenkarambolagen, Internetprobleme und Fahrer, die den sechsten Gang nicht finden: Der Große Preis von Bahrain war ein holpriger Start der virtuellen Formel 1. Die Zuschauer hatten trotzdem Spaß.

Neben dem Fußball steht auch die Formel 1 aufgrund des Corona-Virus still. Doch Not macht erfinderisch - und immer öfter wird an den klassischen Sport ein "E" angehängt. Nachdem bereits das Derby des FC Sevilla gegen Betis Sevilla als eSports-Event mit realen Kickern der Vereine ausgetragen wurde, sitzt nun auch so mancher Formel-1-Fahrer im virtuellen Cockpit. Am Sonntag, 22. März, wurde der Große Preis von Bahrain gefahren - allerdings nicht im Wüstenstaat, sondern in der offiziellen Simulation "F1 2019".

Ein echtes Spektakel, doch leider nicht aus den Gründen, die sich die Veranstalter erwünscht hatten. Pleiten, Pech und Pannen begleiteten das digitale Rennen. So verpasste Lando Norris bereits das Qualifying aufgrund von technischem Versagen - die Internetverbindung zickte. Zum Start gab es dann eine große Massenkarambolage. Ausgelöst wurde sie vom deutschen Ex-Formel 1-Fahrer Nico Hülkenberg. Immerhin hier zeigte sich ein Vorteil der digitalen Version des Motorsports: Crashs wie diese bedeuten im echten Rennen das Aus für die betroffenen Fahrer. In "F1 2019" sind die Boliden robuster und konnten einfach wieder zurück auf die Rennstrecke manövriert werden.

Weitere Rennen geplant

Holprig blieb das Renngeschehen dennoch. Nachdem auch Amateure mitfuhren, hielt sich nicht jeder an die offiziellen Regeln, weitere Unfälle folgten. Statt 28 wurden nur 14 Runden gefahren und nach 20 Minuten war alles vorbei. Am ungeschicktesten stellte sich Sänger Liam Payne an. Offenbar ahnte er nicht, dass ein Formel-1-Flitzer sechs Gänge hat und fuhr so langsam, dass er Letzter wurde.

Zu den Publikumslieblingen dagegen gehörte ein Fahrer, den es eigentlich gar nicht gibt: Nachdem Lando Norris Verbindungsprobleme hatte, übernahm in den ersten zehn Runden ein Bot für ihn. Der KI-Bolide wurde dafür gefeiert, dass er es vom letzten auf den sechsten Platz schaffte.

Auf dem virtuellen Siegertreppchen landete der Chinese Guanyu Zhou, Formel-2-Fahrer im Renault. Platz zwei und drei gingen an die Motorsport-Profis Stoffel Vandoorne und Philipp Eng aus Österreich. Ebenfalls mit am Start waren Sportpromis wie der Formel 1-Pilot Nicholas Latifi (Williams), der ehemalige Profi-Golfer Ian Poulter und der Bahnrad-Olympia-Gewinner Chris Hoy. Trotz aller Pannen kam das erste virtuelle Formel 1-Rennen bei den Zuschauern gut an. Den Stream verfolgten rund 300.000 Menschen live auf Twitch und YouTube, das Youtube-Video des gesamten Rennens hat innerhalb eines Tages über 3,5 Millionen Aufrufe und auch das Highlight-Video wurde über 650.000 Mal gestartet.

Der Erfolg spornte die Macher an. Weitere Events sind geplant. Als nächstes digitales Rennen steht der Große Preis von Vietnam an.

2020 Bahrain Virtual Grand Prix Highlights | F1 Esports