"Pokémon mit Waffen": Nintendo prüft Maßnahmen gegen Steam-Blockbuster "Palworld"

Palworld Kleine Monster fangen, diese trainieren und mit ihnen in den Kampf ziehen? Klingt nach "Pokémon". Und auch die optische Ähnlichkeit führt nun dazu, dass Nintendo und The Pokémon Company sich den Steam-Überraschungshit "Palworld" genauer prüfen. Die Verkaufszahlen wachsen indes weiter, ebenso wie die Kritiken.

Über sieben Millionen verkaufte Exemplare binnen einer Woche seit dem Verkaufsstart: "Palworld" ist ein echter Überraschungs-Hit. Die Pals, die dem Steam-Spiel den Namen geben, sind grimmig-niedliche Wesen im Comic-Stil, die von den Spielern eingefangen und trainiert werden können. So weit, so "Pokémon".

Zwar kämpfen die Pals im Gegensatz zu den Taschenmonstern auch mit Maschinengewehren und fertigen auf Wunsch Waffen am Fließband, doch die inhaltlichen und vor allem optischen Ähnlichkeiten zum eigenen Produkt sind mittlerweile auch Nintendo und der Pokémon Company aufgefallen.

Ist "Palworld", das gerne als "Pokémon mit Waffen" umschrieben wird, nur eine Hommage oder ein dreistes Plagiat? Am 24. Januar versuchte sich die Pokémon Company mit einer vorläufigen Antwort auf diese Frage. Auf der japanischen Firmenwebseite findet sich ein Statement, das sowohl in japanischer als auch in englischer Sprache zu lesen ist. Zwar wird "Palworld" nicht namentlich genannt, doch ist klar, was gemeint ist, wenn von einem Game die Rede ist, das "im Januar 2024 veröffentlicht wurde". Man habe den Machern keine Erlaubnis erteilt, "Pokémon"-Elemente in besagtem Spiel zu nutzen, heißt es in dem Statement.

Daher werde man überprüfen, ob weitere Maßnahmen nötig sind, um das eigene geistige Eigentum an den "Pokémons" zu schützen. Neben den Rollenspiel-Elementen bietet "Palworld" außerdem Survival-Elemente, die mit "Ark: Survival Evolved" oder "Valheim" verglichen werden.

Pocketpair gegen Pokémon?

Bereits der Firmenname der Macher von "Palworld" erinnert an die "Pokémon": Pocketpair nennt sich das Unternehmen, das seinerseits versichert, im Vorfeld abgeklärt zu haben, dass ihr Spiel keine rechtlichen Probleme hinsichtlich Plagiarismus bekommen könnte. Manche Spieler argumentieren zudem, mit seiner schrägen Darbietung würde "Palworld" unter das "Parodie-Gesetz" fallen, das erlaubt, andere Ideen zu imitieren, wenn diese in einer "übertriebenen, humoristischen Art und Weise" dargestellt würden. Diese Regelung würde allerdings nur in den USA greifen.

Unabhängig davon ist Nintendo, ebenfalls Lizenz-berechtigt für "Pokémon"-Spiele, bereits juristisch aktiv geworden. Allerdings nicht gegen die Entwickler von "Palworld", sondern gegen den Ersteller einer Mod, der "Pokémon"-Figuren und den Protagonisten Ash Ketchum in "Palworld" einbaute. Durch das Berufen auf den DMCA ("Digital Millennium Copyright Act") durch Nintendo wurde ein entsprechendes Teaser-Video auf X bereits gebannt. Die Mod wurde von den Machern daher vorsichtshalber aktuell gar nicht erst veröffentlicht.

Zorn und Morddrohungen sind die Schattenseiten des Erfolgs

Die knapp 75.000 Bewertungen zum Early Access von "Palworld" auf Steam fallen in Summe "sehr positiv" aus. Am Startwochenende spielten mehr als eine Million Neugierige gleichzeitig "Palworld" - ein Ergebnis, das bislang nur wenigen Titeln gelang.

Dennoch sorgen die vermeintlichen "Pokémon"-Ähnlichkeiten selbst in der Community für Ärger. Wie weit der Zorn mancher User und Userinnen gehen kann, verraten Takuro Mizobe, CEO von Pocketpair, und der Community-Manager Bucky: Seit dem Start des Early Access am 19. Januar wird das Entwicklerteam mit Morddrohungen konfrontiert.

Egal, auf welcher Seite man hinsichtlich des Hypes um "Palworld" steht: Klar ist, dass der Titel noch länger für Gesprächsstoff sorgen wird. Nicht zuletzt, weil mit der Aufnahme in den Xbox Game Pass ein neues Millionen-Publikum erschlossen wird.

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