Sound-Fähigkeiten der PS5: Dolby wirft Sony Falschangaben vor

Nicht nur 100, sondern tausende PS4-Spiele sollen auf Sonys nächster PlayStation-Konsole reibungslos, ja, verfeinert funktionieren: Sony hat nach enttäuschten Fan-Reaktionen bei seinen Angaben zur Abwärtskompatibilität der PS5 kräftig nachgebessert. Meinungsdifferenzen gibt es indes beim Sound.

Nicht nur 100, sondern tausende PS4-Spiele sollen auf Sonys nächster PlayStation-Konsole reibungslos, ja, verfeinert funktionieren: Sony hat nach enttäuschten Fan-Reaktionen bei seinen Angaben zur Abwärtskompatibilität der PS5 kräftig nachgebessert. Meinungsdifferenzen gibt es indes beim Sound.

Am 18. März hat PlayStation-Architekt Mark Cerny in einem Live-Video Details zum PS4-Nachfolger verraten: Die von vielen Gamern besonders interessiert beäugte Frage der Abwärtskompatibilität indes wurde nur gestreift. Die "100 besten" PS4-Spiele würden auch auf der PS5 laufen, weitere Titel würden folgen, so Sony. Die Folge: Fan-Enttäuschung auf ganzer Linie - die Community hatte sich deutlich mehr erhofft.

Nun konkretisierte Sony die reichlich schwammigen Angaben aus der Übertragung und legte nach: Man glaube, dass sich die "überwiegende Mehrheit" der inzwischen über 4.000 PS4-Spiele auch auf dem kommenden System abspielen lasse. Die Angabe von 100 Spielen haben sich lediglich auf die bis zu diesem Zeitpunkt getestete Anzahl von Titeln bezogen - und von denen wären "fast alle" ohne Probleme auf dem neuen System gelaufen. Man hätte damit demonstrieren wollen, "wie gut unsere Bemühungen in Sachen Abwärtskompatibilität laufen", so Cerny.

Bis zur Veröffentlichung des Systems würde man "tausende weitere" Spiele testen. Dabei erwarte man, dass die meisten PS4-Titel auf der PS5 mit einer stabilen und höheren Bildrate funktionieren würden. Die aktuellen Prüfvorgänge würden unter anderem dem Zweck dienen, bei den jeweiligen Titeln spezifische Probleme zu finden und sie dann gegebenenfalls anzupassen.

Weiterhin sind Informationen zur neuen 3D-Audio-Technologie der PS5 durchgesickert, die mithilfe eines dedizierten Audio-Chips ein völlig neues Sounderlebnis bieten soll: Im Video hat Mark Cerny Sonys die Möglichkeiten von "Tempest" gelobt und darauf verwiesen, dass der Zuhörer mit ihrer Hilfe bis zu 100 Objekte gleichzeitig akustisch orten könnte. Damit wäre das Verfahren der "Atmos"-Technik von Dolby weit überlegen. Die könne nämlich nur 32 Objekte akustisch darstellen.

Die Antwort von Dolby erfolgte prompt - und mit Nachdruck: Cernys Aussage wäre nicht korrekt. Tatsächlich ließen sich mit "Dolby Atmos" sogar mehrere hundert Soundquellen gleichzeitig so hörbar machen, dass man ihre Position präzise lokalisieren könne. Zumindest theoretisch: Derart viele Eindrücke würden den Zuhörer schnell überfordern, darum würde man die Anzahl der hörbaren Objekte häufig nach unten skalieren.

Wann die PS5 genau erscheint, ist weiterhin unklar. Offiziell startet das System in der Vorweihnachtszeit, Gerüchte über eine mögliche Release-Verschiebung infolge der Corona-Pandemie hat Sony bisher nicht kommentiert.