"Star Citizen" lässt weiter auf sich warten - und zieht Edelfans das Geld aus der Tasche

Seit einem guten Jahrzehnt warten SciFi-Gamer auf die Space-Opera "Star Citizen" von "Wing Commander"-Erfinder Chris Roberts. Aber das schon jetzt über 200 Millionen Dollar teure Mammutprojekt verschlingt immer mehr Geld - und verspätet sich. Wieder einmal.

Die Veröffentlichung des mit Community-Spenden entwickelten Weltraum-Action-Abenteuers "Star Citizen" und dessen Singleplayer-Auskopplung "Squadran 42" verschiebt sich weiter: Während ein Release-Termin für das auf Multiplayer-Erlebnisse ausgelegte Hauptspiel noch immer in weiter Ferne scheint, sollte "Squadron 42" eigentlich im zweiten Quartal 2020 fertig sein. Das mit bekannten Hollywood-Darstellern wie Mark Hamill inszenierte Kampagnen-Erlebnis wurde ursprünglich vom Hauptspiel getrennt, um die Unterstützer der Space-Opera bei Laune zu halten. Jetzt sieht es aber ganz danach aus, als würde es auch hier etwas länger dauern: "Squadron 42" soll frühestens im dritten Quartal nächsten Jahres erscheinen.

Für die Verspätung verantwortlich sei die Umstellung auf das sogenannte "Staggered Development"-Konzept, bei dem die ursprüngliche Entwickler-Mannschaft auf mehrere kleinere Teams aufgeteilt wird. Auf diese Weise soll es jedoch möglich sein, verschiedene Features parallel zu bearbeiten. Gleichzeitig will man dadurch vermeiden, dass man am Ende zwar jede Menge Features hat, die meisten davon aber nicht richtig funktionieren, so der Hersteller.

Luxus-Liner zum Premium-Preis

Trotzdem wird sich Cloud Imperium Games beeilen müssen. Gerüchten zufolge wird das Geld immer knapper - obwohl sich die vielen Fans des Projekts nach wie vor äußerst spendabel zeigen. Tatsächlich verkauft man schon seit Jahren teils völlig überteuerte Raumschiff-Modelle für das Spiel, um die weitere Finanzierung des Projekts zu gewährleisten, für das bislang unfassbare 233 Millionen Dollar eingesammelt wurden.

So lud man erst am 24. August zu einem VIP-Event in Frankfurt: Zugelassen waren dabei nur solche Spieler, die bereits 1000 Dollar oder mehr in "Star Citizen" investiert haben - und selbst für die kostete das exklusive Abendessen 275 Dollar. Obendrein hatte das Zusammentreffen den Charakter einer Verkaufsveranstaltung: Die Entwickler stellten während einer rund einstündigen VR-Tour ihr neues Luxus-Raumschiff "Aegis Nautilus" vor. Ziel der Aktion: Die Anwesenden sollten das nicht mal fertiggestellte Vehikel in einer Limited Edition kaufen. Und die war mit 675 Dollar nicht gerade ein Schnäppchen.

Trotzdem haben die Fans zugeschlagen: Noch am selben Tag spülte die Aegis Nautilus 100.000 Dollar in die Kassen von Cloud Imperium Games, einen Tag später waren es schon mehr als eine halbe Million.

Inside Star Citizen: What's Mine Is Yours | Summer 2019