Streaming gegen Konsole: Werden Scarlett und PlayStation5 die letzten Konsolen?

Streaming-Dienste und Abo-Plattformen nach Netflix-Vorbild sind auch im Games-Bereich auf dem Vormarsch. Aber werden Konsolen wie Microsofts Project Scarlett oder eine PlayStation5 deshalb bald überflüssig? Xbox-Chef Phil Spencer hat da eine ganz klare Meinung.

Microsoft veröffentlicht mit "Projet Scarlett" Ende 2020 den Nachfolger der aktuellen Xbox-One-Generation - eigenen Angaben zufolge viermal so schnell und leistungsstark wie die Xbox One X. Informationen aus der Entwickler-Landschaft zufolge wird auch Sony annähernd parallel seine ähnlich potente PlayStation5 (Name bislang unbekannt) ausliefern. Doch zu diesem Zeitpunkt buhlen bereits Streaming-Services wie Google Stadia und Microsofts eigene xCloud um die Kundengunst, die Spielegenuss jederzeit, an jedem Ort und auf nahezu jedem Gerät versprechen - sofern die Internetverbindung schnell genug ist. Denn: Die Grafikberechnungen finden in riesigen Rechenzentren statt - der Konsument bekommt lediglich das Ergebnis - Bild und Ton - auf sein Gerät präsentiert. Der neue Mobilfunkstandard 5G könnte entscheidend für den Durchbruch der Angebote sein.

Wird es nach PlayStation5 oder Xbox-Scarlett also überhaupt noch neue Konsolen geben? Oder sind die beiden Modelle womöglich die letzten ihrer Art?

Geht es nach Xbox-Chef Phil Spencer, dann wird die Scarlett nicht das Ende der Fahnenstange sein: In einem Interview erklärt Spencer, warum er daran glaube, dass Streaming, Abo-Dienste und klassische Konsolen-Hardware noch für viele Jahre gleichberechtigt nebeneinander existieren könnten. "Ich glaube, dass Cloud-Technologie über die Jahre zu einer Wirklich tollen Erfahrung auf dem großen Bildschirm zuhause werden kann. Aber die beste Art, 'Cyberpunk 2077' oder irgendeins der Spiele, die hier auf der E3 präsentiert wurden, in den nächsten Jahren zu spielen, ist mit extra dafür entwickelter Hardware, zuhause mit lokalem Speicher, der diese Dinge so schnell wie möglich auf euren Bildschirm bringt." Als Vergleich führt er zudem physische Medien wie CD, Schallplatten, Blu-rays oder DVDs ins Feld, die trotz der wachsenden Verbreitung von Streaming- und Abo-Portalen weiterhin Abnehmer finden. Ihm zufolge handele es sich lediglich um verschiedene Vertriebskanäle und Angebots-Plattformen, um die Produkte an den Gamer zu bringen.

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