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Virtuelle Stars: Das steckt hinter dem neuen Vtuber-Trend

Wie bei Pop-, Film- und Fernsehstars leben YouTuber, Streamer und Influencer vom Personenkult. Dahinter steckt harte Arbeit. Aus Japan kommt nun ein Gegentrend: Statt der eigenen Person steht ein virtueller Avatar im Vordergrund. "Fortnite"-Macher Epic Games zeigt großes Interesse am Hype um die digitalen Maskenträger.

Influencer, Streamer, YouTuber - sie alle arbeiten hart daran, mit ihrer eigenen Persönlichkeit zu punkten und mit ihrem Charakter und ihrem Äußeren so unverwechselbar zu sein, dass sie zum Publikumsmagneten avancieren. Aus Japan kommt der Gegentrend: Vtuber geben öffentlich nichts über sich preis, sondern verstecken sich hinter einer digitalen Maske: Virtuelle Avatare stehen an ihrer Stelle vor der Kamera. Was kurios klingt, erweist sich zunehmend als Erfolgsrezept: Bei YouTube, Twitch und Co. steigt die Zuschauerneugier auf die künstlichen Persönlichkeiten. Die steigende Nachfrage spiegelt sich in den enormen Abrufzahlen der Videos in der Vtube-Sparte wider. Tendenz steigend.

In Japan schon seit Jahren bekannt

Technisch gesehen funktioniert das "Leben" der Kunstfiguren wie folgt: Wie beim klassischen Streamen sitzt vor der Webcam ein echter Mensch. Den bekommen die Zuschauer aber nicht zu sehen, sondern einen Avatar, der aussieht wie eine Videospielfigur, ein Comic-Held oder eine Anime-Charakter. Eine KI ersetzt die gefilmte Gestik und Mimik der realen Person in die digitalen Bewegungen der virtuellen Figur um. Der Streamer wird quasi zum Puppenspieler seiner digitalen Marionette. Und während echte Menschen nur Schminke und Filter zur Verfügung haben, um ihr Aussehen aufzuhübschen, sind Vtubern keine Grenzen gesetzt, wie ihr virtuelles Ego sich optisch präsentieren kann.

Was hierzulande wie der neueste Schrei wirkt, ist in Japan bereits etabliert. Bereits 2016 schuf eine professionelle Agentur den virtuellen Promi "Kizuna AI". Das digitale Manga-Mädchen singt, chattet mit Fans und lässt ihr Publikum (allein drei Millionen Youtube-Abonnenten) teilhaben an ihren Zocker-Erlebnissen. Und wie es sich für einen waschechten Star gehört, auch wenn sie dies nicht im wörtlichen Sinn ist, wird Kizuna AI auch als Gast in Fernsehsendungen eingeladen, macht Werbespots und gibt "Live"-Konzerte.

Zu den großen Playern der Szene zählt die auf Vtuber spezialisierte japanische Agentur Hololive, die bereits die Marke von zehn Millionen Abonnenten knackte. Bereits Ende 2020 expandierte die Firma nach China, Indonesien und auf den englischsprachigen Markt. Zu den Promis unter den firmeneigenen Vtubern zählt Gawr Gura, ein fiktives Hai-Mädchen.

Aber nicht immer stecken große Unternehmen hinter dem Erfolg einer Vtube-Figur. Eine Entwicklerin aus Los Angelges beispielsweise machte ihr Alter Ego "CodeMiko" im Alleingang zur Kultfigur. Mit schrägem Humor und Nähe zum eigenen Publikum wurde sie berühmt. Im Gegensatz zu anderen Vtubern zeigt sich der reale Mensch hinter dem Projekt aber in diesem Fall auch öffentlich: CodeMiko und ihre reale Schöpferin treten abwechselnd und bisweilen sogar gemeinsam auf. Mittlerweile hat ein US-Fernsehsender die Kunstfigur unter Vertrag genommen.

Epic investiert in Capture-Technologie

Das Interesse des Publikums, selbst zum VTuber zu werden, wächst spürbar. Neben technischen Hürden gibt es auch finanzielle. Bestes Beispiel: Der Motion-Capture-Anzug von CodeMiko kostet rund 12.000 Dollar. Möglicherweise sorgt Epic Games ("Fortnite") dafür, dass der Traum von der Karriere als virtueller Star bald für viele erschwinglich wird: Der Spieleriese hat vor kurzem Hyprsense gekauft. Das Unternehmen ermöglicht es, Mimik und Gestik per Webcam präzise zu erkennen. Epic Games kündigte an, die Technologie bald im großen Stil anzubieten.



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