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Volltreffer oder Eigentor? So gut ist das letzte "FIFA"

"FIFA 23" Abschiedsschmerz beim geneigten Konsolen-Kicker: Mit "FIFA 23" erscheint der letzte Ableger der Kultspielreihe. Gelingt EA Sports ein großer Wurf zum Finale oder endet die FIFA-Reihe mit einer Enttäuschung?

Ein bisschen Wehmut schwingt mit, so ehrlich muss man sein: Am 30. September veröffentlicht EA Sports mit "FIFA 23" den letzten Ableger der kultigen Games-Reihe. Was 1994 mit der ersten Zocker-Simulation begann, endet mit dem 30. Ableger zum Jubiläum. Grund ist der auslaufende Lizenzvertrag mit der FIFA. Die DNA des Spiels bleibt indes auch im kommenden Jahr enthalten, wenn EA Sports unter dem recht sperrigen Namen "EA Sports FC" versucht, die Bedürfnisse von Kickerfreunden an Konsolen und PC zu befriedigen.

Zunächst aber spendiert der Spielehersteller Gamern noch den heiß erwarteten Abschluss der Fußballreihe. Mehr als 30 Ligen, über 700 Teams, Männer- wie Frauen-Vereinsfußball, die WM in Katar, dazu noch feinere "Hypermotion 2"-Animationen und ein authentisches Physiksystem - EA Sports klotzt zum Abschluss. Doch was ist wirklich neu? Was verbirgt sich hinter den Buzzwords? Und kann "FIFA 23" auf dem Platz überzeugen?

Was ist bei "FIFA 23" neu?

Nicht nur wegen der mitreißenden Spiele der Frauennationalmannschaft bei der diesjährigen EM in England erlebt der Frauenfußball derzeit einen Boom. Dem trägt auch EA Sports Rechnung. Erstmals in der Geschichte der Fußballsimulation lässt sich auch auf Vereinsebene mit Frauen-Mannschaften zocken. Verfügbar sind die englische und die französische Liga. Auch der nahenden Männer-WM in Katar wird Rechnung getragen. Ein umfangreiches Update zum Turnier ist im Preis inbegriffen und steht zu einem noch nicht näher benannten Zeitpunkt zum Download bereit.

In Sachen Grafik verspricht "FIFA 23" mit der Hypermotion 2 Technology noch lebensechtere Simulation inklusive maschinellen Lernens - vom Lauftstil über Zweikämpfe bis hin zu individuellen Charakteristika. Einziger Wermutstropfen für Zocker: Die innovative Technologie ist nur auf Next-Gen-Konsolen verfügbar. Heißt: PS4- oder Xbox One-Nutzerinnen und -Nutzer dürfen in Sachen authentischeres Spielerlebnis, realistischere Spielfelder und verbesserte Atmosphäre keine großen Sprünge erwarten.

Selbiges gilt für einige der groß angekündigten Gameplay-Anpassungen. Die neue Dribbling-Physik, von EA Sports "Technisches Dribbling" getauft, soll Profis noch intelligenter vorgehen lassen. Auch in der Defensive setzt "FIFA 23" auf maschinelles Lernen und lässt Zocker ihre Verteidiger zu effektiverem Abdrängen einsetzen. Dazu unterscheidet die neue "AcceleRATE"-Beschleunigung (Achtung, Buzzword-Bingo!) zwischen verschiedenen Sprintertypen auf dem Feld. Es gilt also, seine Mannschaft gut zu kennen.

Immerhin: Zocker, die Konsolen der alten Generation nutzen, dürfen sich über neue Features bei Standardsituationen freuen. In puncto Flugbahn, Treffpunkt und Effet eröffnen sich bei Freistößen, Ecken und Elfmetern neue Möglichkeiten, die allerdings Übung erfordern. Auch der neue "Powerschuss" bietet Abwechslung. Hat der gesteuerte Spieler Platz und die nötigen Fähigkeiten, kann er mit den Tastenkombinationen "L1+R1+O" (PlayStation) "LB+RB+B" (Xbox) zum präziseren und härter ausgeführten Schuss ansetzen. Überarbeitet wurde zudem die CPU-KI, die sich an Spielstand, verbleibende Spieldauer und die verfügbaren Einwechselspieler anpasst.

So verändert sich in "FIFA 23" das "Fifa Ultimate Team"

Seit Jahren zählt "Fifa Ultimate Team" zu den beliebtesten Modi in der "FIFA"-Welt. In diesem Jahr erwartet FUT-Liebhaber eine der größten Neuerungen seit langem. EA Sports erlaubt ab sofort Crossplay für verschiedene Plattformen derselben Generation. Einzig in den Koop-Modi seien dafür die technischen Hürden (noch) zu groß, ließ EA Sports im Vorfeld verlautbaren.

Dazu winkt Gamerinnen und Gamern ein überarbeitetes Chemiesystem. Aber sofort ist es nicht mehr notwendig, dass Spieler direkt nebeneinanderstehen, um eine gute Chemie zu produzieren. Heißt: Auch die Verbindung zwischen einem Stürmer und einem linken Verteidiger kann die Stimmung im Team heben. Dazu etabliert "FIFA 23" mit den neuen FUT Moments verkürzte Matches, die schneller zu Belohnungen führen. Dabei lassen sich die größten Momente in der Karriere eines Spielers nachempfinden.

Die baldige Weltmeisterschaft schlägt sich in einem WM-Modus nieder. Ab 11. November stoßen außerdem FUT World Cup Heroes zum Spiel dazu. Außerdem wird der Satz an verfügbaren Karten erneut um neue Icons erweitert, FUT-Karten von Gerd Müller, Jairzinho und Xabi Alonso ergänzen das Spiel. Auch neue Heroes gibt es, nämlich Jay-Jay Okocha und Hidetoshi Nakata.

Was ist neu im Karrieremodus?

Im Karrieremodus dreht "FIFA 23" weiter an Stellschrauben, die große Revolution bleibt aber auch beim neuesten Ableger der Spielereihe aus. Spielbare Trainer aus der "echten Welt" - von Pep Guardiola bis Jürgen Klopp - und ein Mehr an immersiven Sequenzen, etwa Spielervorstellungen oder Pressekonferenzen, sind eher nette Spielereien als eine wirkliche Fortentwicklung. Auch die groß angekündigte neue Menüführung im Managermodus fällt in diese Reihe. Neu ist zudem die Transferanalyse, die neu verpflichtete Spieler nach Preis-Leistungs-Verhältnis einstuft.

Spielbare Highlights geben Zockern sowohl in der Trainer- als auch Spielerkarriere die Möglichkeit, nur spielentscheidende Szenen zu spielen. In der Spielerkarriere ist es dazu ab sofort wichtig, welche Persönlichkeit der Spieler entwickelt. Aktivitäten neben dem Platz, etwa der Kauf eines Weinkellers oder Posts in den sozialen Medien, beeinflussen die Rolle in der Mannschaft. Als Charakterausprägungen sind Heartbeat, Maverick und Virtuoso vorgesehen.

Und sonst?

In FIFA 20 verschmolz EA Sports erstmals die einst beliebte "FIFA Street"-Reihe und die klassischen "FIFA"-Spiele. Wirklich Anhänger gefunden hat der "VOLTA"-Modus seither nicht. Und doch hält der Spielehersteller auch in "FIFA 23" an dem Straßenfußball-Modus fest. Spielerinnen und Spieler erwarten unter anderem neue Arcadespiele, etwa herausfordernde Hindernisparcours und Fußballgolf, und einige neue Spezialfähigkeiten.

Fazit: "FIFA 23" ist ein erkennbarer Sprung - aber nicht für alle Gamer

Unter dem Claim "The World's Game" lehnte sich EA Sports im Vorfeld der Veröffentlichung weit aus dem Fenster. Eine Revolution ist "FIFA 23" zwar nicht, dennoch ist ein größerer Sprung bei dem Spiel zu erkennen, als es vielfach bei den Vorgängern der Fall war. "Hypermotion 2" erweist sich in Sachen Grafik als erkennbare Fortentwicklung, die neuen Gameplay-Variationen machen das Spiel noch variabler, die Ballphysik überzeugt - und dank des maschinellen Lernens sollte das Spiel sich von selbst positiv entwickeln.

Schade ist jedoch, dass EA Sports mit "FIFA 23" mehr denn je eine Zwei-Klassen-Gesellschaft etabliert. Während sich Next-Gen-Gamer über einen tollen "FIFA"-Abschluss freuen dürfen, schauen PS4- und Xbox One-Zocker größtenteils in die Röhre. Sie erwartet lediglich ein etwas besseres Kader-Update von "FIFA 22" und nicht etwa "das beste FIFA aller Zeiten".

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