VR wieder auf dem Vormarsch

Daran hat vermutlich keiner mehr geglaubt: Der von vielen schon totgesagte VR-Markt wächst aktuell schneller als erwartet - dem PC-Hit "Half-Life: Alyx" sei Dank,

Der vor einigen Jahren erhoffte Überflieger ist das Segment "VR-Gaming" nach wie vor nicht, aber die jüngsten Daten von Marktforschungs- und Analyse-Profi Superdata weisen auf ein deutliches Wachstum hin. Den Angaben zufolge lag der Umsatz mit Virtual- und Augmented-Reality-Hardware im Jahr 2020 bisher bei um die 6,9 Milliarden US-Dollar - 600 Millionen Dollar mehr als prognostiziert.

Das ist zwar noch kein Grund für Luftsprünge, aber vor allem für die Facebook-Tochter Oculus VR lief es unerwartet gut: Das Unternehmen, das vor einigen Jahren den Hype um VR-Technologie neu entfachte, hat von April bis Juni 2020 immerhin 177.000 Exemplare seines Headsets Oculus Rift absetzen könne. Damit hat man sogar Sonys "PlayStation VR"-Brille überholt: Vom PS4-exklusiven Headset sind im selbem Zeitraum nur 155.000 Stück über den Tisch gegangen.

Für den Erfolg der Rift maßgeblich verantwortlich könnte der im März veröffentlichte VR-Shooter "Half-Life: Alyx" von Steam-Betreiber Valve sein. Der sollte ursprünglich zwar vor allem den Verkauf des Valve-eigenen Index-Headsets beflügeln, ist aber außerdem zu führenden PC-Brillen wie Oculus Rift kompatibel. Tatsächlich orakelt Superdata schon jetzt, dass die Rift im Jahr 2020 insgesamt die am stärksten verkaufte VR-Hardware werden könnte.

Hinter den Erwartungen: PlayStation VR und Augmented Reality

Sony wiederum hat dieses Jahr im VR-Bereich voll auf die Marvel-Lizenz "Iron Man VR" gesetzt, die bei Kritikern und vor allem Usern aber auf ein eher verhaltenes Echo gestoßen ist. Viele VR-Enthusiasten mit PS4/PSVR-Kombi hoffen stattdessen auf einen Nachfolger der bekannten Brille für die PlayStation5. Nur: Eine entsprechende Bestätigung von Sony-Seite steht noch aus. Immerhin soll man das bisherige Headset auch mit der PS5 betreiben können, sodass weiteren VR-Entwicklungen theoretisch nichts im Wege steht.

Weniger rosig sieht es dagegen auf dem "AR"- oder "Augmented Reality"-Markt aus: Hier stagniert das Headset-Geschäft offenbar. Zum Beispiel hat das ursprünglich mit hohen Investment-Summen bedachte Unternehmen Magic Leap erst kürzlich rund die Hälfte seiner Belegschaft entlassen, um sich vom Consumer- auf das Business-Segment zu verlagern.

Marktführer im gesamten AR-Bereich bleibt das Handy-Spiel "Pokémon GO" von Niantic und Nintendo. Das schien zwar für eine Weile auf dem absteigenden Ast zu sein, konnte aber seine Umsätze im Vergleich zum Vorjahr überraschend um zwölf Prozent steigern. Und das mutmaßlich dank des neuen Raid Passes, ohne den Spieler nicht an den sogenannten "Raids" teilnehmen können - gigantische, auf Koop-Spiel ausgelegte Boss-Kämpfe gegen besonders mächtige Gegner.