Halle: Zwei Tote nach Schießerei - Täter festgenommen

Polizei Täter flüchtete mit einem Fahrzeug in Richtung Leipzig

Halle. 

Halle. Am heutigen Mittwochmittag, dem höchsten jüdischen Feiertag "Jom Kippur", fielen im Pauls-Viertel in Halle an der Saale Schüsse. Die mutmaßlichen Täter schossen mehrmals in der Nähe einer Synagoge und warfen eine Handgranate auf den jüdischen Friedhof.  Nach Informationen der "Mitteldeutschen Zeitung" haben Anwohner beobachtet, dass sich ein Mann an einer Tür zu schaffen gemacht und später eine Passantin erschossen habe. Die Angreifer flüchteten mit einem Fahrzeug in Richtung Leipzig.

Polizei warnt Hallenser

Die Menschen in Halle bekamen von den Behörden eine Warnnachricht: "Schusswaffengebrauch im Bereich Landsberg, Gebäude und Wohnungen nicht verlassen. Von Fenster und Türen fern bleiben Handlungsempfehlungen: Schalten Sie Rundfunk und Fernsehen an. Informieren Sie sich über alle verfügbaren Medien. Suchen Sie sofort eine Deckung auf. Meiden Sie Glasflächen."

Wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet, stürmte ein maskierter Mann einen Dönerladen nur weniger Meter entfernt von der Synagoge. Dort habe er geschossen und einen Handwerker getroffen. Ein weiterer Mann, der eine grüne Militärjacke trug, habe versucht eine Granate in den Laden zu werfen. Dieser prallte ab und explodierte auf der Straße.

Stadt Halle ist in Bereitschaft

Behörden in Halle sowie Leipzig sind derzeit aufgrund der Amoklage in höchster Alarmbereitschaft. Auch Schulen und Kindergärten forderten Eltern dazu auf ihre Kinder nach Hause zu begleiten und in Sicherheit zu bringen. Leipziger Krankenhäuser bereiten sich ebenfalls auf größere Einsätze vor.

Sachsens Innenminister äußert sich zur Tat

"Es sind schreckliche Nachrichten, die uns an diesem Tag aus Halle erreichen. Ganz gleich, welchen Hintergrund eine solch grausame Tat auch hat, ich verurteile sie auf das Schärfste. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer. Zur Gewährleistung der Sicherheit sind im gesamten Freistaat Sachsen die Polizeidienststellen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Zudem haben wir den Schutz jüdischer Einrichtungen ausgeweitet. Die notwendigen operativen Maßnahmen werden von einem eigens einberufenen Einsatzstab der Polizei in Leipzig aus geleitet. Die Polizei Sachsen unterstützt darüber hinaus die Polizei in Sachsen-Anhalt mit Einsatzkräften und Technik.", so Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller.

Auch in Chemnitz wurden Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Synagoge in Chemnitz steht derzeit unter Polizeischutz.

Falschmeldungen verbreiten Panik

Die Bundespolizei Mitteldeutschland weißt die Bürger ausdrücklich darauf hin, keine Falschmeldungen zu verbreiten. So habe es keine Schießerei in Wiederitzsch im Norden Leipzigs gegeben. Auch gab es keine Verletzten, wie im Netz kursierte. Die Polizei bittet zudem keine Fotos des Vorfalls zu teilen und zu verbreiten.

Sprecherin der Polizei Halle bestätigte jedoch einen Schusswechsel im Ort Wiedersdorf (Landsberg), derzeit ist die Zufahrt zum Ortsteil durch die Polizei gesperrt. Nähere Informationen sind derzeit noch nicht bekannt.

Ein Täter befindet sich in Gewahrsam

Die Polizei konnte den Täter am Mittwochnachmittag fassen. Der Deutsche ist schwer verletzt und wird im Moment operiert. Laut der "Leipziger Volkszeitung" stammt der verwundete Täter aus Eisenach. Das stimmt auch mit dem Kennzeichen des Tatfahrzeugs überein. Der zweite Täter ist weiterhin auf der Flucht.

 

Der Mitteldeutsche Rundfunk verbreitete ein Video vom mutmaßlichen Täter.

Weiterführende Informationen bei der Mitteldeutschen Zeitung.

 

 

Einer der beiden Täter ist schwer verletzt und wird gerade operiert. Es handelt sich nach LVZ-Informationen um einen Deutschen. Der zweite befindet sich weiterhin auf der Flucht.