Das Spiel geht weiter

Die Wiederbelebung des "Jumanji"-Franchise mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle war vor zwei Jahren ein großer Erfolg. Jetzt geht das Abenteuer weiter - und es ist noch schräger als der Vorgängerfilm.

Die Wiederbelebung des "Jumanji"-Franchise mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle war vor zwei Jahren ein großer Erfolg. Jetzt geht das Abenteuer weiter - und es ist noch schräger als der Vorgängerfilm.

Nur zwei Jahre, nachdem "Jumanji - Willkommen im Dschungel" in die Kinos kam, gibt es nun mit "Jumanji - The Next Level" den nächsten Film. Für eine große Studioproduktion ist das immens schnell, zumal die Dreharbeiten erst im Februar 2019 begannen und eine reichhaltige Mixtur an Effekten in der Nachproduktion fertiggestellt werden musste. Aber Sony wollte den lukrativen Einsatz kurz vor Weihnachten offenbar nicht verpassen. Dass man bei der Produktion einigermaßen hetzen musste, sieht man dem fertigen Film nicht an. Tatsächlich gelingt es, den Witz und den Esprit des Originals auch in das Sequel zu retten.

Wir erinnern uns: "Willkommen im Dschungel" knüpfte an den ersten Film der Reihe aus dem Jahr 1995 an. Zu Beginn des Films verwandelte sich das Jumanji-Brettspiel auf ziemlich unerklärliche Weise in eine Spielekonsole. 20 Jahre später fanden vier Jugendliche, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die mittlerweile verstaubte Konsole. Sie wurden zu ihren eigenen Avataren und landeten in Jumanji, das mit verschiedenen Leveln aufgebaut ist wie ein Action-Adventure. Nur dass sie eben nicht mehr aussahen wie Teenager, sondern erwachsen waren und über Fähigkeiten verfügten, wie sie Computerspielfiguren nun mal so haben: unglaublich schnell, unglaublich stark, unglaublich klug.

Rollentausch der ungewöhnlichen Art

"Jumanji - The Next Level" kommt nun etwas schneller in die Gänge als sein Vorgänger. Da stellen drei der Freunde von damals fest, dass ihr Kumpel Spencer wieder in Jumanji gelandet ist. Ihnen ist klar, dass er ein solches Abenteuer niemals alleine überleben kann, weswegen sie das Spiel aktivieren. Doch etwas läuft anders als damals. So können sich die Spieler ihre Avatare diesmal nicht aussuchen - jedem wird ein Charakter zugewiesen. Und: Nicht alle von Spencers Freunden sind im Spiel gelandet. Stattdessen müssen sich nun auch Spencers Großvater (Danny DeVito) und dessen Freund Milo (Danny Glover) in Jumanji beweisen.

Immerhin, die alten Avatare sind noch da: Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), Professor Oberon (Jack Black), Franklin "Mouse" Finbar (Kevin Hart) und Ruby Roundhouse (Karen Gillan). Damit hat man zwar die vier bekannten Figuren aus "Jumanji - Willkommen im Dschungel", aber auch eine gänzlich andere Dynamik. Das macht diesen Film frischer, als man es bei einem Sequel erwarten würde. Denn die Schauspieler haben die Chance, ihre Rollen ganz anders anzulegen. Steckte im vorherigen Film ein Nerd im Körper von Dwayne Johnson, so ist es nun der alte Opa, der im echten Leben eben wie Danny DeVito aussieht. Für Johnson ist das eine Herausforderung, und keine kleine, aber er schafft es, auch typische DeVito-Manierismen einzubauen. Gleiches gilt für Kevin Hart, der im Grunde versuchen muss, Danny Glover zu spielen. Der Kontrast allein ist amüsant, denn Schnellsprecher Kevin Hart redet nun betont langsam. So langsam, dass seine Informationen über tödliche Tiere zumeist erst dann auf den Punkt kommen, wenn es längst zu spät ist.

Ein rasantes Abenteuer

Wie schon beim Vorgänger hat Ko-Autor und Regisseur Jake Kasdan ein Abenteuer gestaltet, das nicht nur mit großen Actionsequenzen und knackigen Effekten aufwarten kann, sondern auch über reichlich Slapstick und amüsante Dialoge verfügt, während um die Figuren herum das reinste Chaos ausbricht. Sehr viel Humor ergibt sich auch aus der neuen Figurenkonstellation, die im Verlauf des Films immer wieder für weitere Überraschungen gut ist. Dass die Geschichte an sich tatsächlich "nur" ein aufgemotztes Abarbeiten typischer Action-Adventure-Level ist, ist dabei Nebensache.

Rein oberflächlich betrachtet unterscheiden sich beide Filme schon durch die Szenerie. Den Dschungel des Vorgängers lässt man schnell hinter sich, um in der Wüste richtig aufzudrehen und das Finale vor eiskalter, bergiger Kulisse spielen zu lassen. Das sorgt für einen neuen Look. Der Film punktet aber auch erneut mit den liebevoll gestalteten Figuren und den zwar weithin eher klischeehaften, aber auch sehr schönen emotionalen Momenten. "Jumanji - The Next Level" ist ein rundherum gelungener Familienfilm, wie er spaßiger nicht sein könnte. Das Ende scheint dann zu suggerieren, dass die Hauptfiguren auf keinen Fall jemals wieder Jumanji aufsuchen werden. Jedoch gibt es während des Nachspanns noch eine clevere Szene, die ein direktes Sequel vorbereitet. Vielleicht kommt es ja schon im Jahr 2021 ...

Trailer "Jumanji: The Next Level"