Der Kampf der Erben

Max Emden war Kaufmann, Kunstsammler und Millionär. Bis die Nazis ihn enteigneten. Noch immer kämpfen seine Erben um eine Entschädigung.

Der Name Max Emden ist längst in Vergessenheit geraten. Die Käuferhäuser, die er gründete, sind aber noch immer legendär. Das KaDeWe in Berlin etwa oder der Münchner Oberpollinger. Emden, geboren 1874 in Hamburg, übernahm Anfang des 20. Jahrhunderts das Handelshaus seines Vaters und baute es in wenigen Jahren zum Imperium aus. Überall in Europa gründete er Kaufhäuser, hatte Tausende Angestellte und machte ein Millionenvermögen. Emden galt als Lebemann, am Lago Maggiore, wo er sich Ende der 20er-Jahre niederließ, umgab er sich mit schönen Frauen und schnellen Booten. Legendär war auch seine Kunstsammlung - über die Jahre kaufte er Werke von van Gogh, Canaletto und Monet. In die Schweiz war Max Emden nicht freiwillig umgesiedelt: Der Kaufmann war Jude und spürte, wie sich in seiner Heimat die politische Stimmung drehte. Als die Nazis dann die Macht ergriffen, wurde Emden enteignet. 1940 verstarb er überraschend.

Die Dokumentation "Auch Leben ist eine Kunst - Der Fall Max Emden " erzählt davon, wie es weiterging nach Emdens Tod. Denn obwohl er viel für seine Heimat tat - in Hamburg etwa war er als großzügiger Mäzen bekannt -, kämpfen seine Erben noch heute um eine Entschädigung. So hängt ein Monet, den Emden einst erwarb und der heute auf 25 Millionen Euro geschätzt wird, in einer Schweizer Sammlung. Für ihre Spurensuche sprachen die Filmemacher André Schäfer und Eva Gerberding mit Historikern und mit Nachkommen von Max Emden.

Trailer "Auch Leben ist eine Kunst - Der Fall Max Emden "