Der letzte Auftritt der "Guardians of the Galaxy", wie wir sie kennen: Das sind die Kino-Highlights der Woche

Neustarts "Spoiler Alarm", "Das Lehrerzimmer" und "Guardians of the Galaxy: Volume 3", der wahrscheinlich letzte große Auftritt für Marvels populäre Weltraum-Abenteurer: Das sind die Kino-Neustarts am 3. und 4. Mai.

"Wir waren 'ne ganze Weile weg. Aber egal, was als Nächstes passiert: Die Galaxie braucht nach wie vor ihre Guardians." Da schwingt viel Pathos mit, mehr als es in den ersten beiden Filmen der Fall gewesen wäre, aber es stimmt doch: Star-Lord und Co. haben der Galaxie in der Vergangenheit nicht nur einmal den Allerwertesten gerettet, und neben den großen Avengers sind die Guardians fraglos die schlagkräftigste Truppe, die das Marvel Cinematic Universe (MCU) zu bieten hat. "Guardians of the Galaxy: Volume 3", ab sofort im Kino: ein weiteres episches Abenteuer, aber wohl auch das letzte in dieser Form.

Außerdem neu auf der großen Leinwand: "The Big Bang Theory"-Star Jim Parsons spielt die Hauptrolle in einem queeren Mix aus Komödie und Sterbedrama, während "Das Lehrerzimmer" von Regisseur Ilker Çatak einen desillusionierenden Blick auf das deutsche Schulsystem wirft.

Guardians of the Galaxy: Volume 3

Der Soundtrack, bei "Guardians of the Galaxy"-Filmen von Beginn an ein Thema für sich, ist auch diesmal wieder großartig. "Crazy On You" (Heart), "Since You Been Gone" (Rainbow), "No Sleep Till Brooklyn" (Beastie Boys), "Badlands" (Bruce Spingsteen) und der ikonische Radiohead-Hit "Creep": Peter Quill alias Star-Lord (Chris Pratt) hat in "Guardians of the Galaxy: Volume 3" wieder viel gutes Zeug auf dem Ohr - inzwischen hört er ja MP3, nachdem sein alter Walkman im letzten Film geschrottet wurde. Zwischenzeitlich soll Regisseur und Autor James Gunn ganze 181 Songs in der engeren Auswahl für die Filmmusik gehabt haben. Zur Handlung des Films ließ er vorab allerdings wenig durchsickern.

Die Ausgangslage nach "Guardians of the Galaxy Vol. 2" (2017): Star-Lord, Drax (Dave Bautista), Waschbär-Mutant Rocket, Mantis (Pom Klementieff) und die weiteren Guardians haben sich in der ehemaligen Minenkolonie Knowhere ein neues Hauptquartier eingerichtet, wo sie wie auch sonst überall einigen Blödsinn treiben. Dann aber wird es ernst: Ayesha (Elizabeth Debicki), die rachsüchtige Hohepriesterin der Sovereigns, trachtet den Guardians weiter nach dem Leben und hat mit Adam Warlock (Will Poulter) einen neuen Super-Sovereign erschaffen, der die lästigen Hüter der Galaxie endgültig auslöschen soll. Die Guardians halten natürlich dagegen. "Wir fliegen zusammen. Ein letztes Mal."

Ob es wirklich das "letzte Mal" ist? Man wird sehen. Bei Marvel hielt man sich mit Blick auf eine weitere Fortsetzung der äußerst populären "Guardians of the Galaxy"-Reihe bis zuletzt bedeckt, in der aktuellen Besetzung wird man die intergalaktischen Helden aber definitiv nicht wiedersehen. Nach Dave Bautista ("Drax, der Zerstörer") verkündete kürzlich auch Zoe Saldaña ("Gamora"), dass für sie nach "Guardians of the Galaxy: Volume 3" Schluss sei. James Gunn ist nach Beendigung der Trilogie ebenfalls raus aus dem MCU: Im Herbst 2022 übernahm er einen Posten als Kreativ-Chef beim konkurrierenden DC Universe, wo er einen eigenen neuen Filme- und Serien-Kosmos aufbauen soll.

Spoiler Alarm

Das gleiche Gesicht, die gleichen Bewegungen, die gleiche deutsche Synchronstimme (Gerrit Schmidt-Foß). Man wird bei diesem Film einige Zeit brauchen, um Sheldon Cooper aus dem Kopf zu bekommen, aber: Jim Parsons ist wieder da, diesmal auf der großen Leinwand. Seit dem Ende der Kultserie "The Big Bang Theory" 2019 war von dem US-Schauspieler nicht mehr wahnsinnig viel zu hören oder zu sehen, nennenswerte Rollen übernahm er nur in der Miniserie "Hollywood" und im Drama "The Boys in the Band" (beide 2020). Nun folgt also die Tragikomödie "Spoiler Alarm", die nach dem US-Start Ende 2022 nun auch in den deutschen Kinos läuft.

Michael Ausiello (Parsons) ist kein Super-Nerd wie Sheldon Cooper, aber auch wieder ein etwas schrulliger Typ. In "Spoiler Alarm" erzählt er rückblickend von seiner Beziehung zu Kit (Ben Aldridge), der ganze Film ist aufgebaut wie eine Liebeserklärung. Michael erinnert sich an sein erstes Treffen mit Kit in einer New Yorker Schwulenbar, an gemeinsame Weihnachtsfeiern, an die schräge erste Begegnung mit Kits Eltern (Sally Field spielt die Mutter). Und an den Moment, als diese schöne Romanze kippte.

"Ich hatte immer Angst, dass mir Kit das Herz bricht. Was er dann auch tat." Bei einem Arztbesuch, auch im Rückblick erzählt, erhält Kit eine niederschmetternde Diagnose, die alles verändert: schwerkrank, wahrscheinlich nur noch wenige Monate zu leben. Die romantische Komödie von Regisseur Michael Showalter, die auf den Memoiren des echten Michael Ausiello basiert (Drehbuch: David Marshall Grant, Dan Savage), wird zum rührenden Sterbedrama. Lieben und Loslassen, an schönen Erinnerungen festhalten und doch nach vorne schauen, darum geht es. "Man muss das Leben nehmen, wie es kommt, denn es gibt kein anderes."

Das Lehrerzimmer

"Es gibt an unserer Schule leider Leute, die klauen alles, was sie zwischen die Finger kriegen, und zwar einfach so." Und dann? Zwar verfolge man eine "Null-Toleranz-Politik", wenn es um Diebstähle gehe, aber so richtig wird man eben doch nicht mit den Langfingern fertig. Die Schulordnung, der Stress mit den Eltern, die individuellen Probleme der Kinder, alles sehr kompliziert. Dann allerdings kommt eine junge, engagierte neue Lehrerin ins Haus, die das "Einfach so" nicht hinnehmen will. Am Ende droht sie im Drama "Das Lehrerzimmer" an ihren eigenen Idealen zu zerbrechen.

Carla Nowak (Leonie Benesch, "Der Schwarm") ist ganz neu am Gymnasium, unterrichtet dort Sport und Mathematik. Turnübungen und Rechenaufgaben rücken für sie aber bald in den Hintergrund. Es kommt zu seiner Serie von Diebstählen, und weil einer ihrer Schüler verdächtigt wird, beschließt sie der Sache selbst auf den Grund zu gehen. Nur mit besten Absichten ausgestattet und voller Elan rennt sie voll gegen die Wand. Da sind Eltern, die Dinge sagen wie "Wenn mein Junge klaut, breche ich ihm die Beine", da sind Schüler, die sich nicht anders als mit Gewalt zu behaupten wissen, und dann eben die Lehrer, die ihre pädagogische Verantwortung im verkrusteten System Schule längst vergessen haben.

"Das Lehrerzimmer" ist eine dieser Geschichten, aus der am Ende eigentlich niemand ohne Schaden herausgeht. Hinter dem Film steckt einer, der weiß, wie's geht. Regisseur Ilker Çatak inszenierte zuletzt unter anderem den gefeierten "Tatort: Borowski und der gute Mensch" (2021, mit Lars Eidinger), davor gewann er mit dem Drama "Es gilt das gesprochene Wort" (2019) den Deutschen Filmpreis. Das Drehbuch zu "Das Lehrerzimmer", bei der Berlinale im Februar uraufgeführt, erarbeitete Çatak zusammen mit Johannes Duncker.

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