• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland

Die Welt gehört jetzt wieder den Dinosauriern: Das sind die Kino-Highlights der Woche

Neustarts "Mit Herz und Hund", "France" und das Dino-Spektakel "Jurassic World: Ein neues Zeitalter", in dem alles noch katastrophaler ist als je zuvor in der Geschichte der Reihe: Das sind die Kino-Neustarts am 9. Juni.

Die größten Lebewesen aller Zeiten zurückholen, mit Bernstein-Extrakt und Frosch-DNA, viele Millionen Jahre nach ihrem Aussterben, und sie dann in einer Art Dino-Disneyland ausstellen? Schon damals 1993 war Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum) schockiert von der Naivität und der Arroganz, die dem "Jurassic Park" zugrunde lagen. In den Fortsetzungen bestätigten sich seine unheilvollen Prognosen immer wieder aufs Neue. Auch in "Jurassic World: Ein neues Zeitalter", dem insgesamt sechsten Film der Reihe und dem Abschluss der neuen Trilogie, ist Dr. Malcolm wieder dabei. Und der Chaos-Theoretiker wird wieder recht behalten, mehr denn je, wenn er sagt: "Wir haben nicht nur keine Kontrolle über die Natur: Wir sind ihr untergeordnet."

Neben dem neuen Dinosaurier-Blockbuster starten in dieser Woche auch noch zwei weniger bildgewaltige, aber trotzdem sehenswerte Filme in den Kinos: Die bitterböse Mediensatire "France" mit Léa Seydoux und "Mit Herz und Hund", eine tierische Best-Ager-Dramödie von Paul Morrison.

Jurassic World: Ein neues Zeitalter

Der moderne Mensch kennt keine andere Welt als die, in der er konkurrenzlos an der Spitze der Nahrungskette steht. Das gilt im Grunde auch noch für die Welt der ersten fünf "Jurassic"-Filme - die Dinos waren eingesperrt in Gehegen oder auf Inseln, letztlich immer leicht wieder einzufangen. Für "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" gilt es nicht mehr. Fans der von Steven Spielberg ins Leben gerufenen Reihe wissen: Am Ende des letzten Films liefen die Dinosaurier, inzwischen aufs Festland verfrachtet, in alle Himmelsrichtungen davon. Keine Zäune, keine Ketten, grenzenlose Dino-Freiheit.

Als die Geschichte in "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" wieder einsetzt, sind die Dinosaurier gerade dabei, den gesamten Planeten zu erobern. Sie verbreiten und vermehren sich rasant, werfen Fischkutter um, attackieren Flugzeuge, legen den Betrieb auf Baustellen lahm, und sie wollen ... fressen. "Das Leben findet einen Weg": Das bedeutet in dem Fall, dass das Leben für die Menschen nicht wie bisher weitergehen kann. "Menschen und Dinosaurier können nicht koexistieren. Wir haben ein ökologisches Desaster geschaffen."

Wie man mit diesem Desaster umgeht, dazu gibt es dann unterschiedliche Strategien. Da sind diejenigen, die den Dinosauriern quasi den Krieg erklären, sie einfangen und ausrotten wollen. Und dann sind da die bekannten "Jurassic Park"- und "Jurassic World"-Helden, die einen anderen Weg suchen. Dr. Malcolm, Dr. Grant (Sam Neill), Dr. Sattler (Laura Dern), Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) und Raptoren-Flüsterer Owen Grady (Chris Pratt): Die Fans werden sich bestimmt freuen, sie alle zum ersten Mal gemeinsam in einem "Jurassic"-Abenteuer zu sehen. Aber der größte Star, das ist Naturgesetz in dieser Filmreihe, bleibt der Dinosaurier.

Nicht jeder Dino in "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" ist ein Monster, einige sind vollkommen friedlich und auch mit knapp 40 Tonnen echt knuffig. Aber natürlich inszeniert Regisseur Colin Trevorrow, der auch am Drehbuch mitschrieb, den Film als das, was man letztlich sehen will: ein spektakuläres Was-wäre-wenn-Horrorszenario, das in Sachen Action alle Register zieht und technisch wieder einmal neue Maßstäbe setzt. Der T-Rex, die Raptoren und all die anderen Urzeit-Giganten: In den letzten 65 Millionen Jahren waren sie nie so lebendig wie in "Jurassic World: Ein neues Zeitalter".

Mit Herz und Hund

Man beobachtet es in Parks immer wieder: Nichts funktioniert so gut als soziales Schmiermittel wie kleine Kinder und Hunde. Mütter mit Kinderwagen finden andere Mütter mit Kinderwagen, Hundebesitzer finden andere Hundebesitzer, man kommt ins Gespräch - und wer weiß, vielleicht wird ja mehr daraus. Eine Freundschaft? Oder vielleicht sogar die ganz große Liebe? Paul Morrisons "Mit Herz und Hund" zeigt jedenfalls, dass bei so einem Spaziergang mit dem Vierbeiner fast alles passieren kann.

Aus dem Alter, in dem man Kinderwägen vor sich herschiebt, sind Dave (Dave Johns) und Fern (Alison Steadman) längst raus. Und nach der großen Liebe sieht es bei ihrer ersten Begegnung schon gar nicht aus. Dave lässt seine Schäferhündin ohne Leine durch den Park laufen, Fern und ihr Yorkshire Terrier finden das gar nicht gut, es kommt zum großen Krach zwischen den Senioren. Aber irgendwann begegnet man sich wieder beim Gassigehen, lernt sich kennen, nähert sich über kleine Frotzeleien an - die Hunde ebenso wie Dave und Fern.

Im Alter vielleicht noch einmal ganz neu anfangen? Aus der Grünanlage direkt zum Standesamt? So einfach ist es dann doch nicht in "Mit Herz und Hund". Dave und Fern haben viel erlebt, jeder hat für sich eine komplizierte Vergangenheit, daran ändern auch die Hunde nichts. So pendelt Drehbuchautor und Regisseur Paul Morrison fortlaufend zwischen zarter Romantik, feiner Komik und bitterer Tragik - eine rührende Geschichte wie aus dem echten Leben, bei der die Hauptdarsteller Alison Steadman ("Life Is Sweet") und Dave Johns ("Ich, Daniel Blake") gleichermaßen brillieren - und die Hunde sowieso.

France

Eine Kriegsreporterin rennt mit eingezogenem Kopf im Zickzack umher, ruft irgendetwas von "Drohnenangriff", überall Staub und Zerstörung - und eingefangen wird das Ganze von verwackelten Bildern wie in einem modernen Action-Film. Perfekt, das wird großartige Quoten bringen! Wie echt sind diese Bilder? Wurde nachgeholfen? Es kommt jedenfalls ziemlich schnell der Punkt in diesem Film, an dem man ernsthaft ins Grübeln kommt. "France", so heißt die beißende Mediensatire von Bruno Dumont (Regie und Drehbuch), die schon 2021 in Cannes lief und für die Goldene Palme nominiert war. In der Hauptrolle: Léa Seydoux, international vor allem als zweifaches "Bond-Girl" ("Spectre", "Keine Zeit zu sterben") bekannt.

Der Film spielt in Frankreich, der Titel bezieht sich aber in erster Linie auf besagte Kriegsreporterin: France de Meurs (Seydoux), die es durch ihre Arbeit zur "größten Journalistin Frankreichs" gebracht hat, wird gefeiert wie ein Pop-Star. Im Job legt sie durchaus viel Einsatz an den Tag, manchmal aber auch etwas zu viel. Wenn sie etwa mit Milizen spricht, die gegen den IS kämpfen, und die Bilder ihr nicht gefallen, gibt sie Anweisungen wie eine Regisseurin. "Kann der Typ da oben vielleicht aufstehen und seine Waffe schwenken? Action. Und Cut!"

France de Meurs hört sich gerne selbst reden, nimmt es mit der journalistischen Distanz nicht immer so genau und macht das Weltgeschehen zu einem formbaren Produkt, kurz: Sie verkörpert so ungefähr alles, was man heutigen Medienschaffenden gerne vorwirft. Trotzdem gelingt es Bruno Dumont und letztlich auch Hauptdarstellerin Léa Seydoux, dass man sie nicht hasst. Weil da ein spürbarer Bruch kommt, als sie einen Motorradkurier anfährt und selbst zur medialen Zielscheibe wird. Vor allem aber auch, weil klar wird: Nicht sie persönlich ist das Problem, sondern die Medienwelt, in der vermeintlich nichts so viel wert ist wie die Sensation. "So funktioniert Fernsehen, so läuft das: Das Schlimmste ist das Beste."

 BLICK ins Postfach? Abonniert unseren Newsletter!