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Ein filmisches Denkmal für Elvis Presley: Das sind die Kino-Highlights der Woche

Neustarts "The Black Phone" mit Ethan Hawke, die unkonventionelle isländische Komödie "Cop Secret" und "Elvis", ein Hochglanz-Biopic über den ikonischen "King of Rock'n'Roll": Das sind die Kino-Neustarts am 23. Juni.

Wenn im Radio heute Musik von Chuck Berry, Little Richard, Bill Haley, Jerry Lee Lewis oder Elvis Presley läuft, dann erklärt man jungen Menschen dazu gerne mal, dass das diejenigen Songs sind, die seinerzeit eine echte Kulturrevolution auslösten. Dass diese Musik wild und laut war und von vielen Kritikern sogar als gefährlich wahrgenommen wurde. Wild? Laut? Gefährlich? Die Reaktion ist meist ein müdes, eher verständnisloses Schulterzucken - die Kids von heute sind anderes gewöhnt. Kann man den Hype von damals überhaupt irgendwie für die Nachwelt verständlich machen? Wenn, dann geht es wohl so, wie Baz Luhrmann es mit "Elvis" anstellt.

Neben dem Hochglanz-Biopic "Elvis" starten in dieser Woche außerdem eine mit Spannung erwartete Horror-Buchverfilmung sowie eine außergewöhnliche isländische Action-Komödie im Kino: "The Black Phone" und "Cop Secret".

Elvis

Elvis Presley war nicht der Erfinder des Rock'n'Roll, nicht der größte musikalische Innovator seiner Zeit, nicht der ausgelassenste Performer. Trotzdem wurde er zum ersten internationalen Pop-Superstar und zu einem der bedeutendsten Musiker aller Zeiten. Weil er alles hatte: Er war jung, sah gut aus, besaß eine herausragende Stimme, verstand die Musik der Black Community, und vor allem war er weiß.

Der Rassismus in den USA der 50er-Jahre ist durchaus Thema in "Elvis", anders funktioniert es auch nicht, wenn man authentisch von den ersten Jahren des Rock'n'Roll erzählen möchte. In erster Linie ist dieser Film von Regisseur und Drehbuchautor Baz Luhrmann ("Moulin Rouge", "Der große Gatsby") aber doch als Porträt gedacht. Und, klar, als eine Art filmisches Denkmal. Es beginnt mit dem kleinen Jungen (Chaydon Jay) aus Tupelo, Mississippi, der gerne "Captain Marvel"-Comics liest und sich heimlich in die Gottesdienste der Schwarzen schleicht, um dem Gospel zu lauschen. Später steht Elvis (Austin Butler) dann selbst mit Cape auf der Bühne, singt seinen ganz eigenen Gospel und bringt die Massen zum Ausrasten.

Krachende Gitarren, der laszive Hüftschwung, das Spiel mit dem elektrisierten und bisweilen heftig erregten Publikum: Luhrmann gibt sich alle Mühe, das Spektakuläre und das Rebellische an frühen Elvis-Presley-Auftritten knapp 70 Jahre später mit Leben zu füllen - wenn die jungen Leute es hier nicht verstehen, werden sie es nie verstehen.

Einer, der das Besondere an Elvis sehr früh erkannte, war sein späterer Manager Colonel Tom Parker, im Film prominent verkörpert von Tom Hanks. Als weitere historische Wegbereiter und Wegbegleiter kommen unter anderem auch Little Richard (Alton Mason), B.B. King (Kelvin Harrison Jr.) und Big Mama Thornton (Shonka Dukureh) zu ihrer Würdigung; Priscilla Presley wird von Olivia DeJonge gespielt. Sie, Priscilla, ist dann auch ganz nah dran, als der "King of Rock'n'Roll" seine schwersten persönlichen Krisen durchlebt, bis hin zu seinem bitteren Ende.

Elvis' frühere Ehefrau Priscilla Presley wirkte selbst auch als Produzentin an dem ambitionierten Biopic mit und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Leistung von Hauptdarsteller Austin Butler, der viele Sequenzen in "Elvis" selbst sang, beurteilte sie angesichts der gigantischen Herausforderung als "herausragend". Darüber hinaus lobte sie auch die Arbeit von Baz Luhrmann und Tom Hanks. Durch diesen Film könne man "noch ein bisschen mehr von Elvis' Reise verstehen".

The Black Phone

Stephen King wurde mit Horror-Literatur berühmt, selbst unter Lese-Muffeln kennt fast jeder seinen Namen. Was dagegen nicht jeder weiß: Auch Stephen Kings Sohn, Joe Hill, verdient sein Geld als Autor. Für seine Kurzgeschichten wurde er unter anderem schon mit dem "Bram Stoker Award" ausgezeichnet, 2013 wurde mit "Horns" (mit Daniel Radcliffe) erstmals einer seiner Romane verfilmt. Nun kommt ein neuer Stoff aus der Feder von Joe Hill auf die Leinwand: "The Black Phone".

Die Horrorfilm-Community hat sich lange auf diesen Film gefreut, schon über die wenig aussagekräftigen ersten Bilder wurde in Fachkreisen ausgiebig berichtet. Wohl auch deshalb, weil man einige große Namen für dieses Projekt gewinnen konnte. Regie führte Scott Derrickson ("Der Exorzismus von Emily Rose", "Doctor Strange"), der gemeinsam mit C. Robert Cargill auch das Drehbuch verfasste. Die beiden Hauptrollen übernahmen Ethan Hawke und Nachwuchs-Star Mason Thames.

Hawke gibt diesmal, was in seiner Hollywood-Karriere auch noch nicht so oft vorkam, den Bösewicht: Ende der 70-er verbreitet in North Denver ein Mann Angst und Schrecken, den die Kinder auf der Straße nur den "Greifer" nennen. Ein Mythos, spötteln manche Jugendliche abgeklärt, doch es steckt mehr dahinter. Der "Greifer" fährt mit einem schwarzen Van umher, den er bis unters Dach mit schwarzen Ballons gefüllt hat, gibt sich als Zauberkünstler aus und trägt gerne gruselige Masken, um sich zu tarnen. Der junge Finney (Thames), kaum im Teenager-Alter, wird sein nächstes Opfer.

Ethan Hawke zeigt sich als sinister-durchgeknallter "Greifer" von einer ganz neuen Seite und wird so zum großen Trumpf in einem stimmungsvollen, aber auch sehr eigenwilligen Thriller zwischen Escape-Room-Horror und Stimmen aus dem Jenseits. Finney wird vom "Greifer" in einen kargen Keller gesperrt. An der Wand hängt ein altes schwarzes Telefon, das eigentlich gar nicht verkabelt ist, aber irgendwann trotzdem klingelt: Am anderen Ende der Leitung ist einer der Jungen, die der "Greifer" bereits getötet hat. Er will Finney bei der Flucht helfen.

Cop Secret

Es geht zunächst um drei Banküberfälle, bei denen seltsamerweise nichts gestohlen wurde, man sieht triste urbane Bilder, ernst dreinblickende Polizeibeamte, dann sagt jemand: "Reykjavik ist keine unschuldige kleine Stadt mehr." Der Trailer zu "Cop Secret" könnte einen leicht täuschen, vieles sieht nach klassischem Thriller oder Krimi aus. Erst, wenn man die Hauptfigur etwas besser kennengelernt hat, versteht man: "Cop Secret" ist eine Komödie. "'Die Nackte Kanone' auf Isländisch", so beschreibt es das Magazin "Sight & Sound" ganz treffend.

Im Zentrum der actiongeladenen Cop-Comedy mit nordisch düsterer Färbung steht Bussi (Auounn Blöndal), der protzig mit seinem Trans Am durch Reykjavik kurvt, meistens besoffen ist und sich selbst für den großartigsten Polizisten der Stadt hält. Als es zu den eingangs erwähnten Banküberfällen kommt, wird er auf die Sache angesetzt. Und mit ihm sein neuer Kollege Hörour (Egill Einarsson), der sich ebenfalls einbildet, der fähigste Polizist in der isländischen Mini-Metropole zu sein. Um herauszufinden, was es mit den mysteriösen Bankverbrechen auf sich hat, müssen die beiden sich irgendwie miteinander arrangieren.

Die Kritiken zu dieser schrägen und nicht ganz leicht zu durchschauenden Action-Komödie fielen durchgehend positiv aus, das internationale Kino-Publikum darf sich in jedem Fall auf einen ziemlich unkonventionellen Film freuen. Kuriose Randnotiz: Hannes Halldorsson, der mit "Cop Secret" sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor feiert, kam international bereits zu einiger Bekanntheit - allerdings nicht als Filmemacher, sondern als Torhüter der isländischen Fußball-Nationalmannschaft. Halldorsson stand unter anderem bei der EM 2016 im Tor der Isländer, die damals bis ins Viertelfinale vorrückten, und gehörte auch bei der WM 2018 in Russland zum Kader.

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