Ein Gott für alle?

So gut wie nie kommt es vor, dass ein Film aus Albanien in den deutschen Kinos anläuft. "Ein Licht zwischen den Wolken" ist eine seltene Ausnahme.

Heute stehen nur noch ein paar Steinmauern, durch die der Wind pfeift. Einst aber war die Kirchenmoschee St. Stephan in der nordalbanischen Stadt Shkodra ein wichtiges religiöses Zentrum. An sechs Tagen in der Woche, sagt Filmemacher Robert Budina, habe das Gebäude als muslimisches Gotteshaus gedient, am siebten Tag den Katholiken für ihre Gottesdienste. Diese Episode habe ihn zu seinem Film "Ein Licht zwischen den Wolken" inspiriert.

Das Drama erzählt vom Hirten Besnik (Arben Bajraktaraj), der eines Tages beim Gebet eine erstaunliche Entdeckung macht: Hinter dem Wandverputz in der Moschee seines kleinen, abgelegenen Heimatdorfes verbirgt sich eine christliche Heiligendarstellung. Offenbar war die Moschee einst eine katholische Kirche. Auf einmal ist es vorbei mit der religiösen Toleranz in Besniks Dorf. Und auch in seiner Familie, die zum Teil christlich, zum Teil muslimisch ist, kommt es zum Streit. Besnik, der nicht versteht, warum das Gotteshaus nicht von allen genutzt werden kann, steht vor einer schwierigen Entscheidung.

Trailer "Ein Licht zwischen den Wolken"