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Ein weiblicher Indiana Jones

Basierend auf der gleichnamigen Attraktion in Disneyland erzählt "Jungle Cruise" von einer abenteuerlichen Reise ins Amazonasgebiet. Vor allem Emily Blunt überzeugt durch ihre Darstellung eines weiblichen Indiana Jones.

Der Vergnügungspark Disneyland in Anaheim im US-Bundesstaat Kalifornien beheimatet über 90 verschiedene Attraktionen: Viele von ihnen, wie "Peter Pan's Flight", basieren auf einem Film aus dem Hause Disney. Andere, wie "Pirates of the Caribbean", waren hingegen selbst Vorbild für einen oder mehrere Filme. Zur letzten Sorte zählt auch die Bootsfahrt "Jungle Cruise". Der gleichnamige Kinofilm unter der Regie von Jaume Collet-Serra ("Non-Stop") kommt am 29. Juli ins Kino und ist einen Tag später über VIP-Zugang auf Disney+ abrufbar.

Es ist ein abenteuerlicher, fantastischer und unterhaltsamer Film, der - abgesehen vom Setting - wenig mit der ruhigen Fahrt im Disney-Ressort gemein hat: Im Zentrum steht Lily Houghton (Emily Blunt), eine ambitionierte britische Forscherin, die zusammen mit ihrem Bruder MacGregor (Jack Whitehall) nach einem uralten Baum im Amazonasgebiet sucht. Dieser Baum, so erfährt man, besitzt magische Kräfte: Seine Blüten, die als "die Tränen des Mondes" bezeichnet werden, heilen jede existierende Krankheit.

Doch der Dschungel bewacht die wertvollen Blüten gut. Ein spanischer Konquistador (Édgar Ramírez), der versucht hatte, sich ihrer zu ermächtigen, wurde zusammen mit seinem Gefolge verflucht. Dennoch will Lily nicht aufgeben: Sie engagiert den ortskundigen Skipper Frank (Dwayne Johnson), um sie und ihren Bruder zu dem Baum zu führen. Aber sie ahnen nicht, dass der zwielichtige deutsche Prinz Joachim (Jesse Plemons) und dessen Gefolge ihnen auf Schritt und Tritt folgen ...

Zauberhafte Animationen

"Jungle Cruise" ist ein wundervoller Familienfilm, der vor allem auf visueller Ebene überzeugt: Schon der Prolog, welcher die Legende von den Tränen des Mondes erzählt, ist äußerst liebevoll animiert und verzaubert Alt wie Jung auf eine Weise, die nur Disney beherrscht. Hinzukommt eine Vielzahl animierter Tiere und Pflanzen, welche weder zu künstlich noch zu realistisch wirken - fast so, als säße man selbst in der gleichnamigen Bahn aus dem Disney Ressort. "Der Film spielt in den frühen 1900er-Jahren im Amazonas-Dschungel", erklärte Regisseur Collet-Serra, "deshalb wollten wir einen Film machen, der lebendig ist, farbenfroh und reichhaltig ist". Gelungen ist dieses Vorhaben dank einer speziell angefertigten Kameralinse, die die Bilder in warme, gelbliche Sepiafarben taucht.

Doch auch die Figuren und die Chemie zwischen den Darstellerinnen und Darstellern überzeugen: Blunt spielt Lily als eine starke, emanzipierte Frauenfigur, die nichts auf die Meinung von anderen gibt und somit ein Vorbild für viele Zuschauerinnen sein kann. Johnson verkörpert Frank als einen eigentümlichen, aber sympathischen Einzelgänger mit einem besonderen Geschmack für schlechte Wortwitze. Doch auch der böse, jedoch herrlich überzeichnete Prinz sorgt in der Darstellung von Jesse Plemons für jede Menge Lacher.

Alles in allem ist "Jungle Cruise" ein Film für viele Geschmäcker: Die Handlung ist abenteuerlich und spannend, weswegen der Film im Vorfeld zu Recht mit Kinoerfolgen wie "Die Mumie" verglichen wurde: Johnson bezeichnete die Rolle von Blunt gar als einen "weiblichen Indiana Jones". Gleichzeitig gibt es im Film tolle Dialoge und eine wohl dosierte Menge an Witz, Romantik und tiefsinnigen Themen. Lediglich für jüngere Kinder (und Schlangenphobiker!) könnte die Darstellung der verfluchten spanischen Armee hier und da ein wenig zu düster und gruselig sein.