Enttäuschendes Einspielergebnis in China: Ist "Mulan" ein Flop?

Seit wenigen Tagen ist der Disney-Film "Mulan" auf der Streaming-Plattform Disney+ sowie in ausgewählten Ländern im Kino zu sehen. Doch der Erfolg lässt auf sich warten: Nur rund 23 Millionen Dollar soll der Film bislang in China eingespielt haben. Erwartet wurden 30 bis 40 Millionen Dollar.

Es sind harte Zeiten für das Medienunternehmen Disney: Die mit Spannung erwartete Neuverfilmung von "Mulan" (Regie: Niki Caro) droht zu floppen. Nur 23,2 Millionen Dollar konnte der Film seit seinem Kinodebüt in China einspielen. Damit liegt der Gewinn deutlich unter den im Vorfeld für das Start-Wochenende prophezeiten 30 bis 40 Millionen Dollar. Dies berichtet unter anderem die US-amerikanische Fachzeitschrift "The Hollywood Reporter".

Demnach läuft der Film derzeit in 17 Ländern im Kino und konnte dabei knapp 38 Millionen Dollar einnehmen. Über die Zuschauerzahlen auf dem Streamingdienst Disney+ hat das Unternehmen bislang keine Angaben gemacht. Die Finanzchefin Christine McCarthy gab jedoch an, sie sei "sehr zufrieden mit dem, was wir an dem viertägigen Wochenende gesehen haben".

Der 200 Millionen Dollar teure Film "Mulan" sollte ursprünglich Ende März 2020 weltweit in die Kinos kommen. Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie hatte Disney den Start zunächst mehrmals verschoben. Letztendlich hatten sich die Verantwortlichen dafür entschieden, den Film in den USA sowie ausgewählten anderen Ländern für einen einmaligen Aufpreis von 29,99 Dollar auf Disney+ zu veröffentlichen. In Ländern, in denen der Streaming-Dienst bislang nicht verfügbar ist, startete der Film zudem im Kino.

Shitstorm könnte Einnahmen drücken

Grund für den schlechten Start der Produktion könnten die anhaltenden Proteste sowie Boykott-Aufrufe sein: Bereits Ende letzten Jahres hatten Social-Media-User unter dem Hashtag #BoycottMulan ihren Unmut geäußert. Die Hauptdarstellerin Liu Yiefei hatte sich zuvor positiv über die brutalen Einsätze der Hongkonger Polizei gegen die pro-demokratische Bewegung geäußert. In den vergangenen Tagen provozierte der Film dann einen weiteren Shitstorm: Im Abspann hatten Zuschauer einen "besonderen Dank" an die Regierung der chinesischen Provinz Xinjiang bemerkt. Diese ist für ihre umstrittenen Umerziehungslager muslimischer Uiguren bekannt, in denen Menschenrechte verletzt werden.

McCarthy hat sich inzwischen zu den Vorwürfen geäußert: Laut ihr wurde ein Großteil des Films in Neuseeland gedreht. Szenen, die an einem der rund 20 im Film vorkommenden chinesischen Orte spielen, sollen die einzigartige Landschaft einfangen. Außerdem betonte sie, dass es in der Branche üblich sei, "im Abspann eines Films die nationalen und lokalen Regierungen anzuerkennen, die einem erlaubt haben, dort zu drehen".

"Mulan" basiert auf dem gleichnamigen Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1998. Basierend auf der alten chinesischen Sage "Hua Mulan", erzählt der Film die Geschichte der Titelheldin (Liu Yiefei), die sich als Mann verkleidet, um in der kaiserlichen Armee zu kämpfen.