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Liebe unter erschwerten Bedingungen: Das sind die Heimkino-Highlights der Woche

"Milla Meets Moses", "Faking Bullshit" und "Nur ein Augenblick": Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

Wie reagieren junge Menschen, wenn sie wissen, dass sie bald sterben müssen? Das Kino glaubt, die Antwort auf diese Frage zu kennen. Im deutschen Film zumindest geht es für die Protagonisten meist auf einen letzten, abenteuerlichen Roadtrip - nach Frankreich etwa ("Gott, du kannst ein Arsch sein!") oder nach Südafrika ("Der geilste Tag"). Die Australierin Shannon Murphy hingegen lässt die Hauptfigur ihres Films "Milla Meets Moses" nicht andere Länder entdecken, sondern die Liebe. Nun erscheint der Film, ebenso wie "Faking Bullshit" und "Nur ein Augenblick" auf DVD und Blu-ray.

"Milla Meets Moses" (VÖ: 26. Februar)

Die 15-jährige Milla (Eliza Scanlen, "Little Women") steht vor einer Chemotherapie, weiß aber, dass ihr wohl nicht mehr viel Zeit bleibt. Kurz vor dem unvermeidlichen Ende will sie das Leben noch einmal so richtig genießen. Dass Moses (Toby Wallace), dem sie auf einem Bahnsteig begegnet, ein paar Jahre älter ist als sie, stört die Teenagerin aus gutem Hause also kaum. Auch, dass er ein Herumtreiber ist und hin und wieder Drogen vertickt, ist ihr egal. Anders sehen das freilich Millas Eltern. Irgendwann erkennen aber auch sie, dass Moses ein Segen ist für ihre kranke Tochter. "Milla Meets Moses" basiert auf dem Theaterstück "Babyteeth" von Rita Kalnejais. Seine Weltpremiere feierte das leichtfüßig erzählte Drama 2019 beim Filmfestival in Venedig, wo Wallace als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet wurde.

Preis DVD: circa 13 Euro

AUS, 2019, Regie: Shannon Murphy, Laufzeit: 113 Minuten

"Faking Bullshit" (VÖ: 25. Februar)

Bis die junge Polizistin Tina (Sina Tkotsch) auf der Wache 23 erscheint, schieben die Provinz-Polizisten Deniz (Erkan Acar), Rocky (Adrian Topol), Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe) eine sehr, sehr ruhige Kugel. Tina hat allerdings die Aufgabe zu prüfen, ob die Dienststelle aufgrund mangelnder Kriminalität im Zuständigkeitsbereich überhaupt noch nötig ist - oder eiskalt wegrationalisiert werden sollte. Also greifen die Polizisten zu einem ungewöhnlichen Mittel: Wenn es keine Straftaten gibt, werden sie eben gefakt, um die eigenen Arbeitsplätze zu sichern. Doch Tina schöpft schnell Verdacht angesichts der exponentiell steigenden Straftatbestände. Die bissigen, teils auch politisch unkorrekten Sprüche sind die witzigsten Momente von "Faking Bullshit", dem Spielfilm-Regiedebüt von Alexander Schubert ("heute-show"), das gelegentlich auch klamaukig oder harmlos daherkommt.

Preis DVD: circa zwölf Euro

D, 2020, Regie: Alexander Schubert, Laufzeit: 99 Minuten

"Nur ein Augenblick" (VÖ: 26.Februar)

Der junge Syrer Karim (Mehdi Meskar) lebt mit seiner etwas schrulligen schwangeren Freundin Lilly (Emily Cox) in Hamburg. Die enge Beziehung zu seinem Bruder Yassir in der Heimat liegt auf Eis, bis ein Anruf kommt, der auf schlechte Nachrichten hindeutet. Yassir hat sich den Anordnungen der Eltern widersetzt, hat gekämpft und scheint jetzt in Not zu sein. Gegen jede Vernunft setzt sich Karim ins Flugzeug, um ihm zu helfen. Glaubt er selbst an seinen Satz "Ich bin in zwei Tagen zurück", oder wollte er sich damit nur Mut zusprechen? In ihrem Spielfilmdebüt "Nur ein Augenblick" bringt Gegensätze zusammen, ihr ist ein Beziehungsfilm gelungen, der in den Krieg zieht. Der Film ist auch deshalb besonders, weil es dem Zuschauer das Verdrängen und Wegschieben durch die Nähe zum deutschen Alltag sehr schwer macht.

Preis DVD: circa 13 Euro

D/GB, 2019, Regie: Randa Chahoud, Laufzeit: 103 Minuten