Margot Robbie im "Rausch der Ekstase": Das sind die Kino-Highlights der Woche

Neustarts "Shotgun Wedding - Ein knallhartes Team" mit Jennifer Lopez, B. J. Novaks "Rache auf Texanisch" und "Babylon - Rausch der Ekstase", der neue große Wurf von "La La Land"-Schöpfer Damien Chazelle: Das sind die Kino-Neustarts am 19. Januar.

Große Filmstars, ein fabelhafter Soundtrack und der Zauber des "alten" Hollywood - was war das für ein Hype, 2016, als "La La Land" mit Ryan Gosling und Emma Stone in die Kinos kam. Insgesamt sechs Oscars gab es damals (bei nie zuvor dagewesenen 14 Nominierungen!); mit der originellen Musical-Romanze wurde auch Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle zu einem Star. Nachdem er zwischenzeitlich die Geschichte von Raumfahrt-Pionier Neil Armstrong nacherzählte ("Aufbruch zum Mond", 2018), kehrt Chazelle nun teilweise zu seinem "La La Land"-Erfolgsrezept zurück. Auch "Babylon - Rausch der Ekstase" lebt von großen Namen und mitreißender Musik, auch hier ist die Traumfabrik Hollywood selbst Teil der Erzählung. Auf den Weichzeichner wird diesmal aber verzichtet.

Die weiteren Kino-Highlights in dieser Woche: Jennifer Lopez kämpft sich in "Shotgun Wedding" durch eine Action-Hochzeit inklusive Geiselnahme, und "The Office"-Star B. J. Novak bringt mit "Rache auf Texanisch" seinen ersten Spielfilm auf die Leinwand.

Babylon - Rausch der Ekstase

Die letzten Züge der "Roaring Twentys" und der eigenwillige Charme alter Kostümfilme, Hollywood-Clowns und echte Schauspieler, Koks und "arrogante Schw...lutscher": "Babylon - Rausch der Ekstase" will all das abdecken und anders als damals die Seifenblasen-Träumerei "La La Land" auch nichts auslassen oder überspielen. Über drei Stunden Spielzeit erzählt Damien Chazelle (Regie und Drehbuch) von der großen Transformation, die Hollywood zwischen Stumm- und Tonfilmzeit durchmachte. In den Hauptrollen wieder zwei Superstars: Margot Robbie und Brad Pitt.

Die Handlung erstreckt sich von den 1920-ern bis ins Jahr 1952 - eine ganz schön lange Zeitspanne, in der das Publikum sehr eigentümlichen Figuren begegnet. Da ist etwa die Schauspielerin Nellie LaRoy (Margot Robbie), die zwischen zwei Linien Koks im großen Stil fabuliert: "Wenn ich reich wäre, würde ich mein Geld nur für Dinge ausgeben, die Spaß machen. Nicht für so etwas Langweiliges wie Steuern. Ich will, dass das Leben eine ewige Party ist. Für alle!" Genau so tanzt, genau so feiert sie. Jazz, Partys mit Elefanten und viel nackter Haut, der "Rausch der Ekstase".

Und dann ist da ihr Kollege und Gatte Jack Conrad (Brad Pitt), ein Frauenheld und Trinker, der nicht unbedingt als großer Schauspieler angesehen wird, aber doch eine Menge auf sich hält. "Was ich tue", sagt er, "ist bedeutsam", und: "Wir müssen den Film neu erfinden. Die Träume einfangen und sie auf Celluloid bannen." Klingt alles wunderbar. Dann stolpert Conrad, nur mit Unterhose und Feinripp bekleidet, rücklings von der Veranda.

Diego Calva hält die Geschichte als Erzähler Manny Torres (auch er ein ehrgeiziger Schauspieler mit großen Träumen) zusammen, in weiteren Rollen sind unter anderem Tobey Maguire und Olivia Wilde in "Babylon - Rausch der Ekstase" zu sehen. Das ambitionierte und opulent inszenierte Historiendrama war bei den Golden Globes bereits als bester Film in der Kategorie Musical/Komödie nominiert und gewann einen Preis für die beste Filmmusik (Justin Hurwitz). Auch bei den Oscars gehört der Film zum weiteren Favoritenkreis: Damien Chazelles neue große Geschichte über Hollywood, den "magischsten Ort der Welt", landete immerhin in drei Kategorien auf der Shortlist.

Shotgun Wedding - Ein knallhartes Team

"Shotgun Wedding", wahrscheinlich haben viele den Begriff schon einmal irgendwo gehört. Ein vereinfachtes Bild: Zwei junge Leute kommen sich näher, sie wird ungeplant schwanger, ihr Vater führt den Bräutigam dann mit vorgehaltener Waffe zum Altar - das nennt man in Amerika "Shotgun Wedding". Ähnliche Begrifflichkeiten gibt es auch in anderen Ländern, nicht immer ist der Kontext lustig (Stichwort Zwangsheirat). Im neuen Film "Shotgun Wedding - Ein knallhartes Team" (Regie: Jason Moore, Drehbuch: Mark Hammer) wiederum nimmt man es sehr wörtlich. Schmetterlinge im Bauch, Blei in der Luft, der schönste Tag im Leben in der "Stirb langsam"-Variante.

Das Setting: Darcy (Jennifer Lopez) und Tom (Josh Duhamel) wollen sich auf ewig binden und auf den Philippinen ihre Traumhochzeit feiern. Die Familien werden eingeflogen, alle sind da, das könnte eine Trauung wie aus dem Bilderbuch werden. Als Darcys Ex-Freund (gespielt von Lenny Kravitz) auftaucht, kommt es zu ersten kleinen Irritationen. Und dann läuft die Sache richtig aus dem Ruder: Piraten stürmen die Party, knüppeln Leute nieder und nehmen die Hochzeitsleute als Geiseln. Aber Darcy und Tom wollen sich ihre Hochzeit natürlich nicht einfach so verderben lassen. Hier und heute wird die Liebe gefeiert, zur Not mit Gewalt.

Der Bräutigam geht mit ein wenig Tüll in den Nahkampf, und die zu allem entschlossene Braut kämpft von Kuchenmesser bis Haarspray mit allem, was sie in die Finger bekommt. Irgendwann steht Darcy dann selbst mit der Schrotflinte in der Hand da - da haben wir's, das "Shotgun Wedding". Man hat in Hollywood-Produktionen ja schon viele Hochzeiten spektakulär eskalieren sehen, aber diese Action-Komödie führt die Sache wie kein anderer Film ad absurdum. Und ganz sicher musste auch noch nie ein Brautkleid so viel aushalten wie das, in dem Jennifer Lopez hier steckt.

Rache auf Texanisch

In Texas sei "alles größer", heißt es im Trailer. "Sogar die Mordfälle." Aber gibt es in dieser Geschichte überhaupt einen Mord? Dem Podcaster Ben Manalowitz (B. J. Novak) ist das erst einmal egal. Er hat da von einer Sache gehört - eine seiner früheren Affären kam in Texas irgendwie zu Tode. Vielleicht lässt sich daraus ja eine Story machen, mit der er endlich groß rauskommt. Also steigt er in New York in den Flieger, um vor Ort zu recherchieren. Und so beginnt sie, die schwarzhumorige Kino-Groteske "Rache auf Texanisch".

B. J. Novak ist nicht Brad Pitt und "Rache auf Texanisch" sicher nicht der nächste große Blockbuster. Aber es gibt doch eine Menge Leute, die diesem Film mit hohen Erwartungen entgegengefiebert haben. Novak wurde bekannt als Mitglied des "The Office"-Ensembles, unter anderem wirkte er bei der einzelnen Episoden der Büro-Satire auch als Regisseur und Autor mit. Mit "Rache auf Texanisch" präsentiert B. J. Novak nach langer Vorarbeit nun endlich sein Spielfilm-Debüt. Der fünffach Emmy-nominierte US-Amerikaner übernahm selbst die Hauptrolle, schrieb das Drehbuch und führte Regie.

Sein Ben Manalowitz ist, ähnlich wie damals Ryan Howard in "The Office", ein einigermaßen skrupelloser Opportunist, und nun wittert der Podcaster seine erste große Story. Die Frau in Texas, die allem Anschein nach an einer Überdosis starb, war für ihn nicht mehr als eine flüchtige Affäre, aber ihre Familie glaubt, es wäre die große Liebe gewesen. Das ist Ben ganz recht, so kommt er noch näher heran an die Geschichte, die voller schräger Mysterien und komischer Figuren (zum Beispiel Ashton Kutcher als Musikproduzent) steckt. Zumal in Texas, wo sowieso alles ein wenig anders ist. Als der Bruder (Boyd Holbrook) der Verstorbenen irgendetwas von Mord und einem Rachefeldzug faselt, wird es richtig spannend - und genauso skurril, wie man es bei einem Film von B. J. Novak erwartet.

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