Marvel-Filme sind "abscheulich": Francis Ford Coppola verteidigt Martin Scorsese

Die Regisseure Martin Scorsese und Francis Ford Coppola üben scharfe Kritik an Superheldenfilme. Coppola bezeichnet diese sogar als "abscheulich". Nun melden sich auch Marvel-Beteiligte zu Wort.

Die Regisseure Martin Scorsese und Francis Ford Coppola üben scharfe Kritik an Superheldenfilme. Coppola bezeichnet diese sogar als "abscheulich". Nun melden sich auch Marvel-Beteiligte zu Wort.

Nachdem Regie-Legende Martin Scorsese Superheldenfilme und insbesondere die Filme des "Marvel Cinematic Universe" stark kritisiert hatte, bekam er nun Rückendeckung von einem seiner Kollegen: Auf dem Lumière Film Festival in Lyon erklärte Francis Ford Coppola ("Apokalypse Now", "Der Pate"), dass Scorsese absolut recht hätte. "Martin war noch nett, als er sagte, diese Filme seien kein Kino. Er sagte nicht, dass sie abscheulich sind. Aber so bezeichne ich sie."

Weiter erklärte der 80-Jährige: "Wenn Martin Scorsese sagt, dass die Marvel-Filme kein Kino sind, hat er recht, denn wir erwarten, dass wir etwas vom Kino lernen, wir erwarten, dass wir etwas gewinnen, etwas Aufklärung, etwas Wissen, etwas Inspiration." Außerdem deutete er an, dass die Marvel-Filme insgesamt doch immer wieder das Gleiche behandeln: "Ich weiß nicht, ob jemand etwas davon hat, wenn er den gleichen Film immer wieder sieht."

Scorsese hatte Marvel-Streifen mit einem Vergnügungspark verglichen. "Das ist kein Kino", hatte der 76-Jährige in einem Interview mit der Filmzeitschrift "Empire" erklärt. "Ehrlich gesagt, ähneln diese Filme für mich, so gut sie auch gemacht sein mögen, eher Vergnügungsparks, mit Schauspielern, die unter diesen Umständen das Beste geben, was sie können. Es ist nicht das Kino von Menschen, die versuchen, emotionale und psychologische Erfahrungen einem anderen Menschen zu vermitteln."

"Es gibt nicht nur einen Weg, Kunst zu machen"

Inzwischen haben sich weitere Beteiligte zu der Kritik geäußert. Regisseur James Gunn, der den Marvel-Film "Guardians of the Galaxy" drehte, schrieb in einem Instagram-Post: "Viele unserer Großväter dachten, alle Gangsterfilme seien gleich und nannten sie oft 'abscheulich'." Weiter hieß es: "Einige Superheldenfilme sind schrecklich, andere wunderschön. Wie Western und Gangsterfilme (und davor einfach: Filme). Nicht jeder wird sie zu schätzen wissen, selbst einige Genies nicht. Und das ist in Ordnung."

Auch Schauspielerin Natalie Portman, die sowohl in "Thor" als auch in "Avengers: Endgame" mitwirkte, meldete sich zu Wort und erklärte der Zeitschrift "The Hollywood Reporter": "Ich denke, es gibt genug Platz für alle Arten von Kino." Weiter sagte sie: "Es gibt nicht nur einen Weg, Kunst zu machen." 2021 wird sie in der "Thor"-Fortsetzung "Thor: Love and Thunder" neben Chris Hemsworth zu sehen sein. "Ich denke, dass Marvel-Filme so beliebt sind, weil sie wirklich unterhaltsam sind und sich die Leute Unterhaltung wünschen, wenn sie abends nach der Arbeit nach Hause kommen, nachdem sie sich mit ihren Schwierigkeiten im wirklichen Leben beschäftigt haben."