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Matt Damon und Adam Driver im Kampf auf Leben und Tod: Das sind die Kino-Highlights der Woche

"The Last Duel", "Supernova" und "Résistance - Widerstand": Das sind die Kino-Neustarts am 14. Oktober.

Was tun, wenn eine Frau behauptet, vergewaltigt worden zu sein, der angebliche Täter aber alles abstreitet und es keine Zeugen gibt? Was die Gerichte heutzutage immer wieder beschäftigt, war schon im Mittelalter Thema heftigster Auseinandersetzungen. Damals allerdings gab es ziemlich einfache Methoden, um herauszufinden, wer bei einem solchen Streit recht hat und wer nicht: das Gottesurteil. Denn der Allmächtige, so die Logik, täuscht sich nie. Von einem solchen Urteil erzählt nun Ridley Scotts "The Last Duel" - eine Art MeToo-Geschichte unter Rittern. Der Film ist eines der Kino-Highlights der Woche, zusammen mit dem Demenz-Drama "Supernova" und dem Historienfilm "Résistance - Widerstand".

The Last Duel

Frankreich, in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts: Der Hundertjährige Krieg mit England hat das Land in Chaos und Elend gestürzt, und bald schon wird ein Konflikt zwischen zwei Freunden, der zu einem unerbittlichen Duell führt, für Aufsehen sorgen und in die Geschichtsbücher eingehen. Noch aber sind der Ritter Jean de Carrouges (Matt Damon) und der Knappe Jacques Le Gris (Adam Driver) unzertrennlich. Zu ersten Rissen in der Beziehung kommt es, als Le Gris in der Hierarchie aufsteigt, während Carrouges in Konflikt mit dem Hof gerät. Wenig später heiratet Carrouges die Adelige Marguerite (Jodie Comer), woraufhin auch seine Freundschaft zu Le Gris wieder in ruhigere Fahrwässer gerät. Dann aber kommt es zur Katastrophe: Marguerite behauptet, Le Gris habe sie vergewaltigt - eine Anschuldigung, die dieser empört zurückweist. Carrouges will Rache - und fordert seinen einstigen Freund zu einem Duell auf Leben und Tod heraus. Wer gewinnt, hat recht - schließlich hat Gott es so gewollt.

Ridley Scotts Historienepos "The Last Duel" basiert auf wahren Begebenheiten: Das Duell zwischen Jean de Carrouges und Jacques Le Gris ist der letzte gerichtlichen Zweikampfs dieser Art, der in Frankreich dokumentiert ist. Das Duell, so der Autor Eric Jager, auf dessen Vorlage der Film basiert, ist "Teil der Geschichte der Region Normandie, es gehört dort zum Leben. Es gibt Festivals auf denen Fechtenthusiasten das Duell nachspielen." "Alien"-Regisseur Ridley Scott lässt dieses Kapitel französischer Geschichte nun wiederaufleben - starbesetzt, bildgewaltig und brutal.

Supernova

Immer wieder gab es in Hollywood zuletzt Diskussionen über die Frage, ob schwule und lesbische Rollen von heterosexuellen Darstellern gespielt werden dürfen. Schließlich sind Schauspielerinnen und Schauspieler, die offen zu ihrer Homosexualität stehen, noch immer rar in der Traumfabrik. In "Supernova", dem neuen Film des Briten Harry Macqueen, verkörpern nun einmal mehr zwei Heteros - nämlich Stanley Tucci und Colin Firth - schwule Männer, machen das aber so hinreißend, dass man sich nur schwerlich jemand anders in den Rollen vorstellen kann.

Tucci und Firth spielen Tusker und Sam, zwei Männer, die seit vielen Jahren ein Paar sind. Die beiden älteren Herren blicken auf wunderbare gemeinsame Jahre zurück, aber auch in eine ungewisse Zukunft. Denn Tusker leidet an beginnender Demenz. Noch kommt er im Große und Ganzen im Alltag zurecht, manchmal aber fällt es ihm schwer, sich an Dinge zu erinnern, auch mit seinem Roman kommt der Schriftsteller kaum mehr voran. Beiden Männern ist klar, dass sie nur noch wenige Jahre oder Monate haben werden, bis Tusker vergessen haben wird, wer er ist - und wie der Mann seiner Seite heißt. Ein vielleicht letztes Mal brechen sie gemeinsam mit ihrem Wohnmobil auf, um durch Großbritannien zu fahren und Freunde und Verwandte zu treffen - eine Reise, die ihr Leben für immer verändern wird.

Résistance - Widerstand

Marcel Marceau (1923-2007) war der wohl bekannteste Pantomime aller Zeiten. Aber der Franzose war noch viel mehr als der traurige Clown mit dem zerbeulten Seidenhut: Während des Zweiten Weltkriegs schloss sich Marceau dem Widerstand an und half dabei, jüdische Kinder vor den Nazis in Sicherheit zu bringen. "Résistance - Widerstand" von Jonathan Jakubowicz erzählt nun dieses wenig bekannte Kapitel aus dem Leben des Pantomimen - mit Jesse Eisenberg ("Zombieland") in der Hauptrolle. Dessen Familie stammt, ebenso wie die Vorfahren von Marceau, aus dem Südosten von Polen. "Wahrscheinlich hatten Marceau und ich gemeinsame DNA", sagte Eisenberg unlängst im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung"." Ich hatte das Gefühl, nicht nur diese berühmte Figur zu spielen, sondern jemanden, der mein Freund gewesen wäre."

"Résistance - Widerstand" spielt zunächst im Jahr 1938. Von Straßburg aus hilft Marceau einem Freund, 123 jüdische Waisenkinder in Frankreich zu verstecken. Mit seiner Pantomime gelingt es ihm, den verstörten Kindern trotz Flucht und Trennung von ihrer Heimat ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Drei Jahre später, nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich, ist Marceau mit den Kindern nach Südfrankreich geflohen. Doch auch hier sind sie nicht sicher: Der als "Schlächter von Lyon" bekanntgewordene Gestapo-Offizier Klaus Barbie (Matthias Schweighöfer) versucht, den Widerstand gegen die Nazi-Herrschaft mit aller Brutalität zu unterdrücken.