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Ryan Gosling und Chris Evans im 200-Millionen-Dollar-Thriller: Die Kino-Highlights der Woche

Neustarts "The Owners", "Meine Stunden mit Leo" und "The Gray Man", ein 200 Millionen Dollar teurer Netflix-Thriller mit Ryan Gosling und Chris Evans: Das sind die Kino-Neustarts am 14. Juli.

Netflix bringt einen Film ins Kino, das passiert nicht alle Tage und in der Regel auch nur bei Produktionen, mit denen man sich gewisse Oscar-Chancen ausrechnet. Diesmal allerdings ist es kein kunstvoller Neo-Western, kein Schwarzweiß-Arthaus-Movie, sondern ein bildgewaltiger Agenten-Thriller mit Top-Besetzung.

Ryan Gosling und Chris Evans spielen die Hauptrollen in "The Gray Man", dem bislang teuersten Netflix-Film überhaupt. Etwa 200 Millionen US-Dollar soll das Projekt verschlungen haben (zum Vergleich: "Top Gun: Maverick" kostete etwa 170 Millionen). Kein Zweifel, Oscar-Träume hin oder her: Dieser Film, vor dem Streaming-Start bei Netflix (22. Juli) in ausgewählten Kinos zu sehen, ist Stoff für die große Leinwand.

Nicht ganz so aufwendig produziert, aber trotzdem sehenswert sind zwei weitere Kino-Neustarts in dieser Woche. Im Horrorfilm "The Owners" kommt Maisie Williams zu einem ihrer ersten Filmauftritte nach dem Ende von "Game of Thrones". In der gewagten Romanze "Meine Stunden mit Leo" engagiert Emma Thompson als verwitwete Rentnerin einen viele Jahre jüngeren Callboy.

The Gray Man

Dass "The Gray Man" teuer war, glaubt man sofort, wenn man nur die Liste der involvierten Personen durchliest. Neben Gosling und Evans, also zwei echten A-Stars in Hollywood, standen für "The Gray Man" unter anderem "Bond"-Girl Ana de Armas, Billy Bob Thornton sowie die mehrfache Emmy-Gewinnerin Alfre Woodard vor der Kamera. Regie führten die Brüder Joe und Anthony Russo, die nach inzwischen fünf Marvel-Blockbustern (zuletzt "Avengers: Endgame", 2019) als absolute Spezialisten für Action und Spektakel gelten.

Und wer ist nun dieser "Gray Man"? Sehr viel weiß man nicht über ihn, was auch damit zu tun hat, dass er seinen Job so gut macht. Court Gentry (Gosling) war mal ein Krimineller, wurde dann aber aus dem Knast heraus vom CIA angeworben und zu einem der besten und kaltblütigsten Auftragskiller des US-Geheimdienstes ausgebildet. Sierra Six, so nennt man ihn jetzt - ein Name, bei dem Terroristen und andere Schurken sofort das große Fürchten bekommen.

Als Gentry jedoch düstere Machenschaften innerhalb der CIA aufdeckt, steht er plötzlich selbst ganz oben auf der Abschussliste. Sein Gegenspieler Lloyd Hansen (Evans) in dieser Geschichte, ebenfalls ein Top-Auftragskiller, soll ihn um jeden Preis beseitigen und setzt ein Kopfgeld auf Sierra Six aus - der Beginn einer nervenaufreibenden, rasanten, spektakulär bebilderten Hetzjagd rund um den Globus. Panzerfäuste in der Innenstadt, große Explosionen und Autos, die halbe Gebäude einreißen - allein die Aufräumarbeiten nach dem Dreh müssen schon ein Vermögen gekostet haben.

Das Drehbuch zu "The Gray Man" erarbeitete Joe Russo gemeinsam mit den Autoren Christopher Markus und Stephen McFeely, die zuletzt ebenfalls an mehreren Marvel-Produktionen beteiligt waren; als Vorlage diente eine Roman-Reihe von Mark Greaney. Greaney ist seinerseits auch kein unbeschriebenes Blatt: "The Gray Man" war 2009 sein erster eigener Roman, später machte er sich als Co-Autor und dann Nachfolger von Tom Clancy einen Namen - unter anderem schrieb Greaney bei drei "Jack Ryan"-Büchern mit.

Erste Pläne zu einer Verfilmung von "The Gray Man" wurden übrigens schon 2011 vorgestellt, lange bevor Netflix in die Produktion einstieg, und dass man für dieses Projekt viel Geld in die Hand nehmen würde, war wohl von Beginn an klar: Zunächst war Brad Pitt für die Hauptrolle vorgesehen, später dann - in einer stark abgewandelten Version des "Gray Man"-Stoffes - Charlize Theron.

The Owners

Ein paar junge Gauner brechen in ein Haus ein, um ein altes Ehepaar auszurauben, das ist die Grundidee. Aber der Titel "The Owners" verrät es eigentlich schon: Am Ende geht es hier nicht um die Einbrecher und auch nicht um das, was im Safe liegt, sondern um die rüstigen Eigentümer des Hauses. Zwei Horror-Senioren, mit denen nicht zu spaßen ist und die sich schon gar nicht einfach so ausrauben lassen.

Aus sicherer Entfernung betrachtet wirkt das alte Paar vollkommen harmlos. Ein pensionierter Arzt und seine Frau, sie haben ein schönes großes Haus, in dem sicher große Reichtümer zu finden sind. Als Dr. Huggins (Sylvester McCoy) und Mrs. Huggins (Rita Tushingham) gemeinsam vom Hof fahren, nutzen Gaz (Jake Curran), Nathan (Ian Kenny) und Terry (Andrew Ellis) ihre Gelegenheit. Mary (Maisie Williams) findet die Sache nicht gut, kommt aber trotzdem mit.

Schnell rein, schnell wieder raus? Nein. Ab dem Moment, als die Einbrecher das Haus betreten, läuft eigentlich alles schief. Die Jungs beschließen irgendwann, auf Dr. Huggins und seine Frau zu warten, um den Code für den Safe aus ihnen herauszuprügeln. Sie wollen den Rentnern "die Hölle heiß" machen. Das exakte Gegenteil ist das, was passieren wird.

Gruselige Omas und Opas sah man in den letzten Jahren schon öfter im Horror-Kino, unter anderem etwa in M. Night Shyamalans "The Visit" (2015). Mit etwas weniger Suspense, dafür aber mit mehr Blut und Geschrei arbeitet nun Nachwuchs-Regisseur Julius Berg, der hier eine Graphic Novel von Hermann und Yves Huppen ("Une nuit de pleine lune") auf die Leinwand bringt. "The Owners" ist heimtückisch, abgründig, ab einem gewissen Punkt geradezu bizarr - und mit "Game of Thrones"-Star Maisie Williams in einer Hauptrolle natürlich auch sehr prominent besetzt.

Meine Stunden mit Leo

Eine ältere Frau im Bett mit einem sehr jungen Mann, im Zentrum steht erst einmal nur die weibliche Lust: Vor zehn Jahren wäre es wohl noch undenkbar gewesen, so einen Film für ein Mainstreampublikum zu drehen, zumal mit so einer Besetzung. Er, der junge Callboy, wird gespielt von Nachwuchs-Star Daryl McCormack ("Das Rad der Zeit"). Und sie, die reife Lady, verkörpert Oscar-Gewinnerin Emma Thompson - eine Hollywood-Legende, die Filme schon lange nur noch dann dreht, wenn sie es wirklich will. Von der Idee zu "Meine Stunden mit Leo" war Thompson offenbar überzeugt: Das Publikum erwartet ein hinreißendes Stück Feel-Good-Kino, das vermeintliche Tabus mit großem Charme aushebelt.

Das Drehbuch zu dieser auch heute noch gewagten Romantic-Comedy schrieb die britische Komikerin Katy Brand, Regie führte Sophie Hyde - hinter der Kamera gaben bei "Meine Stunden mit Leo" also vor allem die Frauen den Ton an. Und davor? Da ist es von der Ausgangslage her ganz ähnlich, am Ende aber doch etwas komplizierter.

Nancy (Thompson) hat in ihrem ganzen Leben nur mit einem einzigen Mann das Bett geteilt und hatte noch nie einen Orgasmus. Das soll sich jetzt ändern: Die inzwischen verwitwete Lehrerin im Ruhestand bestellt einen jungen Callboy (McCormack) ein, mit dem sie Verschiedenes ausprobieren möchte. Sie drückt ihm erst einmal verlegen eine Liste in die Hand "mit Dingen, die ich gerne abarbeiten würde". Er, gutaussehend, cool, belustigt, studiert die Liste: "Willst du mit dem Blowjob anfangen?"

Nancy und Leo machen sich also an die "Sache", es läuft zunächst alles ziemlich unbeholfen. Aber mit der Zeit groovt man sich ein, hat immer mehr Spaß, und gleichzeitig rückt der reine Sex mehr und mehr in den Hintergrund. Kann Nancy für Leo vielleicht mehr sein als nur eine ganz normale Kundin? Und was will Nancy überhaupt vom Leben, also was will sie wirklich? Im Verlauf dieser kuriosen und trotz "Dirty Talk" immer zuckersüßen Romanze wird sie in jedem Fall viel über sich selbst lernen.

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