Sechs Anti-Oscars für Filmmusical: "Cats" ist der mieseste Film des Jahres

Mit sechs "Goldenen Himbeeren" ist "Cats" der schlechteste Kino-Film des vergangenen Jahres. Bei der Verleihung des legendären "Anti-Oscars" wurde die Musicalverfilmung in rekordverdächtigem Ausmaß überhäuft.

Mit sechs "Goldenen Himbeeren" ist "Cats" der schlechteste Kino-Film des vergangenen Jahres. Bei der Verleihung des legendären "Anti-Oscars" wurde die Musicalverfilmung in rekordverdächtigem Ausmaß überhäuft.

"Cats" ist schlecht! Nachdem bereits negative Kritikerstimmen und vor allem ein weltweit desaströses Einspielergebnis als sichere Indizien galten, haben es die Macher nun schriftlich: Bei der 41. Verleihung der "Goldenen Himbeere" wurde "Cats" gleich in sechs Kategorien als "Gewinner" ausgerufen.

Das CGI-lastige Remake des Musicals (Andrew Lloyd Webber, 1981) auf Basis der Gedichtsammlung von T. S. Eliot (1939) räumte die vergoldete stilisierte Himbeere als schlechtester Film, für die schlechteste Regie (Tom Hooper) sowie für den schlechtesten weiblichen (Rebel Wilson) wie männlichen (James Corden) Nebendarsteller ab. Zudem gab es "Razzies" (von Raspberry, zu deutsch: Himbeere) für das schlechteste Drehbuch sowie für die "Schlechteste Leinwand-Kombination".

Schmähpreise auch für John Travolta und Sylvester Stallone

Eigentlich hätte die 41. "Razzies"-Verleihung erstmals live im US-Fernsehen ausgestrahlt werden sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie fiel die Veranstaltung aus, die Preisverleihung per YouTube-Video veröffentlicht. Gerade in diesen Tagen muss man ja das Positive sehen. Im Falle von "Cats" bedeutet das: Es hätte schlimmer kommen können! Denn "Cats" war für drei weitere Preise nominiert.

Allerdings: Nur bei den schlechtesten Schauspielerinnen wurde "Cats" direkt besiegt: Francesca Hayward zog gegen Hilary Duff ("The Haunting of Sharon Tate") den Kürzeren. In zwei anderen Kategorien war "Cats" gleich zweimal nominiert. So musste sich Judi Dench als schlechteste weibliche Nebendarstellerin ihrer Cats-Kollegin Rebel Wilson beugen.

Regisseur Tom Hooper schreibt Geschichte

Aber nicht nur die Katzen bekamen ihr Fett weg beziehungsweise Himbeeren verpasst. John Travolta wurde für "The Fanatic" und "Trading Paint" als schlechtester Hauptdarsteller ausgezeichnet. In dieser Kategorie stach er seinen Kumpel Sylvester Stallone aus. Dessen "Rambo: Last Blood" räumt dafür aber bei insgesamt sieben Nominierungen "wenigstens" zwei Preise ab: als "Schlechteste Neuverfilmung oder Fortsetzung" und in der 2019 wieder eingeführten Kategorie "Schlechteste rücksichtslose Missachtung von Menschenleben und Gemeingut".

Bei aller Häme, die in Form der "Razzies" über "Cats" ausgeschüttet wird, einen Rekord darf Regisseur Tom Hooper fürderhin sein Eigen nennen: Er ist der erste Filmregisseur, der sowohl einen "Razzie" als auch einen Oscar ("The King's Speech - Die Rede des Königs", 2011) kassierte.

Der Negativ-Preis "Goldene Himbeere" wird seit 1980 jährlich von der Golden Raspberry Award Foundation verliehen. Rekordhalter ist Adam Sandlers Film "Jack und Jill", der 2012 zehn "Razzies" zugesprochen bekam und somit auch erster Film wurde, der in jeder Katgeorie "gewann". Damit löste er "Battlefield Earth" ab, der 2001 sieben (unter anderem für John Travolta!) von neun möglichen Auszeichnungen erhielt.

An dritter Stelle maunzen jetzt traurig die Katzen.