Sexistisches Hollywood: Männer reden, Frauen sind nackt

Frauen als Sexobjekte, Männer in Führungspositionen: Die erfolgreichsten Filme des vergangenen Jahres geben laut einer neuen Studie ein verheerendes Bild ab.

Es klingt wie eine Analyse des Hollywoods der 90-er, beschreibt aber den Zustand im Jahr 2018: Eine neue Studie im Auftrag des Kinderhilfswerks Plan International Deutschland e.V. zeigt, dass die umsatzstärksten Filme des vergangenen Jahres von Männern dominiert wurden. Untersucht wurden die zehn erfolgreichsten Filme in insgesamt 20 Ländern. Dabei zeigt sich: Während Männer in Filmen vor allem reden, müssen Frauen noch immer viel nackte Haut zeigen.

Weibliche Hauptdarstellerinnen seien viermal häufiger in freizügiger Kleidung oder ganz nackt zu sehen als Männer, so die Autoren. Auch würden Frauen häufiger als Sexobjekte gezeigt: In 15 Prozent der Filme gebe es Szenen, in denen die Kamera langsam über weibliche Körper gleite - bei männlichen Schauspielern sei das nur in vier Prozent der Filme der Fall.

"Männer sprechen doppelt so viel wie Frauen"

Stattdessen werden Männer häufiger in Führungspostionen gezeigt, und sie reden mehr: "Männer sprechen doppelt so viel wie Frauen", so die Studie. Generell seien zwei Drittel aller Figuren in den untersuchten Filmen männlich. Wenig verwunderlich, wenn man betrachtet, wer die erfolgreichsten Filme 2018 zu verantworten hat. Laut Studie waren das vor allem Männer: In keinem einzigen der untersuchten Filme führte eine Frau Regie, auch waren 90 Prozent der Drehbuchautoren und drei Viertel der Produzenten Männer.

"Das hat Auswirkungen auf das Verständnis von Gleichberechtigung bei Mädchen und jungen Frauen auf der ganzen Welt, die diese Filme schauen und darin kaum positive Vorbilder für sich finden", glaubt Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger. "Die von uns befragten Mädchen wünschen sich starke weibliche Vorbilder auf der Leinwand."