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The Forever Purge: Dystopie und der Spiegel der Gesellschaft

Filmtipp Der fünfte Teil der "The Purge"- Reihe begeistert auf anderer Ebene

Anikas Film-Tipp

Vorab: Diese Filmrezension betrachtet lediglich "The Forever Purge" und lässt die anderen Filme der "The Purge"-Reihe völlig außer Acht. Warum? Ganz einfach, weil ich sie nicht geschaut habe.

Aber beginnen wir am Anfang. "The Forever Purge" ist der schon fünfte Teil der dystopischen Thriller-/ Actionreihe. Regie führte diesmal Everardo Gout. In den Hauptrollen sind Josh Lucas, Ana de la Reguera, Tenoch Huerta, Will Patton, Leven Rambin und Cassidy Freeman.  Die Reihe ist vor allem durch ihren gesellschaftskritischen Unterton bekannt, wie ich bei meiner Recherche erfahren durfte und das zeichnet auch den neuen Teil definitiv aus!  Gestartet ist der Film am 12. August, rund fünf Jahre nach dem letzten Teil, und nicht wie ursprünglich geplant im Juni. Grund dafür war die Coronapandemie.

Zum Inhalt:

Der Film spielt im Jahr 2048 in den USA und "The Purge" findet in diesem Jahr wieder statt, nachdem die "Neuen Gründerväter Amerikas" die Macht wieder an sich gerissen haben. "The Purge" ist eine "gesetzlose" Nacht, die von 19 Uhr bis 7 Uhr des Folgetages andauert, in der alle Verbrechen legal sind und nicht bestraft werden. Die Notrufsysteme werden ausgeschaltet und sogar Mord ist erlaubt. Eingeführt wurde diese Nacht, um die Kriminalitätsraten und Arbeitslosenzahlen niedrig zu halten. Doch diesmal ist alles anders, obwohl "The Purge" morgens zu Ende geht und die Menschen wieder aufatmen können, hat sich eine Gruppe zusammengeschlossen, die beschlossen hat, einfach weiter "die Gesellschaft zu säubern" und Amerika den "echten" Amerikanern zurückzugeben. Alles versinkt im Chaos. Auch der Mexikaner Juan (Tenoch Huerta), der mit seiner Frau Adela (Ana de la Reguera) nach Texas eingewandert ist und auf einer Farm von Dylan Tuckers (Josh Lucas) Familie arbeitet, muss sich vor den Angriffen schützen. Gemeinsam schlagen sich die beiden Familien gemeinsam bis nach Mexiko durch, da die mexikanische und kanadische Grenze für sechs Stunden geöffnet ist und unbewaffnete amerikanische Flüchtlinge aufnimmt. Dabei treffen sie immer wieder auf Anhänger der "Purge Ever After"- Terrorgruppe und müssen um ihr Leben kämpfen.

Meine Meinung

Die Handlung ist so simple, aber doch so gut. Der Spieß der Flüchtlingskrise wird in gewisser Weise einfach umgedreht und der Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten, wie mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um Terror, Krieg und Migration geht. Hier werden die Amerikaner plötzlich zu Geflüchteten, die sich vorher noch über die Mexikaner aufgeregt haben und nun selbst auf deren Hilfe angewiesen sind.

Ich fand, der Film hatte so viele Ebenen, auf denen Kritik geübt wurde, dass ich teilweise einfach nur Gänsehaut bei verschiedenen Dialogen hatte. Obwohl ziemlich schnell durch den Titel des Films klar wurde, worum es geht, fand ich den Film dennoch bis zum Ende spannend. Die Kampfszenen waren auch sehr gut produziert und ich habe mich ertappt, wie ich die ganze Zeit überlegt habe, wie ich wohl in den Momenten reagiert hätte oder was ich getan hätte, um der "Forever Purge" zu entgehen.

Es schien auch, dass ab einem gewissen Punkt einfach nur noch gemordet wurde, ohne zu hinterfragen, ist der, der gerade eine Waffe auf mich hält, ein "Böser" oder vielleicht genau wie ich, jemand, der sich einfach nur verteidigen will, weil er mich für einen "Bösen" hält. Dieses Gedenkanspiel, was solche Ausnahmezustände mit den Menschen machen, finde ich äußerst spannend und der Regisseur hat das ziemlich gut umgesetzt. Mein Kumpel, der den Film mit mir gesehen hat und der auch die anderen Teile kannte, fand den Film sehr vorhersehbar, aber dennoch gut schaubar. Also denke ich, dass ich an dieser Stelle eine Empfehlung dafür abgeben kann. Ich fand, er kann ziemlich augenöffnend sein in einer Welt voller Doppelmoral.