Verbrechen in Echtzeit

Ein Film, gedreht in nur einem Take: "Limbo" ist das erste One-Shot-Experiment einer deutschen Filmhochschule.

Ein Film, gedreht in nur einem Take: "Limbo" ist das erste One-Shot-Experiment einer deutschen Filmhochschule.

Filme in nur einem Take zu drehen oder zumindest so tun, als ob: Das ist zwar nichts Neues, aber doch jedes Mal wieder ziemlich spektakulär anzusehen. Zuletzt bewies das Sam Mendes' oscarnominierter Kriegsfilm "1917", der atemlos zwei Soldaten durch die Schützengräben des Ersten Weltkriegs folgte. Mendes trickste zwar, was man dem fertigen Film aber nicht ansah.

Der Film "Limbo" nimmt die Idee des One-Shot nun ernst und ist tatsächlich in einem Rutsch gedreht worden. Vor allem für einen Debütfilm ist das ungewöhnlich, die Macher sprechen gar vom "ersten One-Shot einer Filmhochschule".

Die Handlung von "Limbo" ist so atemlos wie der Dreh des Films. Da entdeckt die junge Compliance Managerin Ana (Elisa Schlott) Unregelmäßigkeiten in ihrem Unternehmen, während der verdeckte Ermittler Carsten (Tilman Strauß) einem Geldwäschenetzwerk auf den Schlichen ist. Der Kleinganove Ozzy (Martin Semmelrogge) soll ihm helfen, die Strukturen undercover zu unterwandern. In einer Arena, in der illegale Kämpfe ausgetragen werden, treffen Ana und Carsten schließlich zusammen.

Durch den Dreh in nur einem Take habe er "eine neue, vollkommene, unverfälschte Authentizität" erschaffen wollen, erklärt Regisseur Tim Dünschede, Jahrgang 1984. "Ohne die Montage, einem der wichtigsten filmischen Gestaltungsmittel, gibt es kein 'entweder oder', keine Optionen, kein Hin und Her, keinen Rettungsanker", lässt er sich im Presseheft zu "Limbo" zitieren. "Erzählzeit wird zu Echtzeit."

Trailer "Limbo"