Wie der junge Willy zu Wonka wurde: Das sind die Kino-Highlights der Woche

Neustarts "Das Beste kommt noch!" (von und mit Til Schweiger), "Fast perfekte Weihnachten" und "Wonka", ein weihnachtliches Blockbuster-Prequel zur berühmten Roald-Dahl-Geschichte "Charlie und die Schokoladenfabrik": Das sind die Kino-Neustarts am 7. Januar.

Eine Abenteuerwelt aus Schokolade, Karamell, Marzipan und Lakritz, mit essbarer Einrichtung vom Boden bis zur Decke, Kakao-Wasserfällen und vielen weiteren pappsüßen Überraschungen: In seinem Kinderbuch "Charlie und die Schokoladenfabrik" schuf Roald Dahl 1964 ein Eldorado für alle kleinen und großen Zuckerjunkies. Ein Paradies, würden manche sagen. Jedoch: Der Herrscher über dieses Schlaraffenland ist ebenso Zauberkünstler und genialer Visionär wie soziopathischer Sonderling - die vielleicht abgründigste Figur im gesamten Roald-Dahl-Kosmos, in dem durchaus viele seltsame Gestalten umherlaufen. In einem neuen Prequel wird nun die Vorgeschichte von WIlly Wonka erzählt.

Außerdem neu im Kino: "Das Beste kommt noch!" von und mit Til Schweiger sowie "Fast perfekte Weihnachten", eine chaotische französische Komödie zwischen Nächstenliebe und abgefackeltem Christbaum.

Wonka

Bereits 1971 brachte Mel Stuart eine erste Adaption von "Charlie und die Schokoladenfabrik" in die Kinos, Dahl selbst schrieb damals am Drehbuch mit. Der Musicalfilm mit Gene Wilder als Willy Wonka genießt insbesondere in den USA bis heute Kultstatus. 2005 verfilmte Tim Burton den Stoff erneut (mit Johnny Depp in der Hauptrolle), seitdem ist die Wonka-Geschichte auch hierzulande einem größeren Publikum bekannt. Den neuen Film inszenierte Paul King ("Paddington"), der gemeinsam mit Simon Farnaby auch das Drehbuch schrieb. In die Rolle des jungen Willy Wonka schlüpft Hollywood Shootingstar Timothée Chalamet ("Dune"). Unter anderem auch mit dabei: Hugh Grant, Rowan Atkinson und Sally Hawkins.

Willy Wonka, wie man ihn aus der Originalgeschichte kennt, hat ein großes Herz und viele wundervolle Ideen. Nichts bereitet ihm eine größere Freude, als Kinderaugen strahlen zu sehen. Es gibt in seiner Schokoladenfabrik, in die er ein paar glückliche Jungen und Mädchen per "Golden Ticket"-Losverfahren einlädt, aber auch klare Regeln. Kinder, die sich nicht daran halten, lässt Willy Wonka in Schokoflüssen absaufen oder von großen dunklen Rohren einsaugen, ohne mit der Wimper zu zucken. Oompa loompa, dumpa di du, wer den Mund zu voll nimmt, verschwindet im Nu!

Von der tiefen Verbitterung, von dem abgedrehten Jähzorn und dem absurden Zynismus, die Willy Wonka in Dahls Originalgeschichte sowie in den bisherigen zwei Kinofilmen auszeichnen, ist der Protagonist in "Wonka" noch weit entfernt. "Ich habe sieben Jahre die Welt bereist und mein Handwerk perfektioniert. Ich bin eine Art Zauberer, Erfinder und Schokoladenmacher", stellt sich der junge Willy (Chalamet) mit großer Begeisterung vor. Von einer seiner Reisen hat er auch einen lustigen kleinen Oompa Loompa (Hugh Grant) mitgebracht. Und eine große Vision: Er will "das tollste Schokoladengeschäft" eröffnen, "das die Welt je gesehen hat".

"Wonka" ist in erster Linie angelegt als ein zuckriges Kinoerlebnis für die ganze Familie, als Weihnachts-Blockbuster mit großen Träumen und großen Bildern. Schokoladenbonbons, die Menschen nach dem Verzehr fliegen lassen? Sensationell! Im Lauf der Geschichte wird Willy Wonka jedoch bald auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das gemeine "Schokoladen-Kartell", das dem aufstrebenden Süßwaren-Exzentriker seinen Erfolg nicht gönnt, möchte Willy Wonka so schnell wie möglich wieder aus dem Markt drängen. Da haben wir sie also wieder: eine verdorbene Welt, für die Wonka-Schokolade fast zu schade ist ...

Das Beste kommt noch!

"Du, äh, ich ...", "Ich muss dir was sagen ...", "Lass mich bitte ausreden ...": So fing womöglich schon manches Missverständnis an. In diesem Fall ist es ein echtes Riesenmissverständnis, wie man es sich wohl nur im Kino vorstellen kann (und auch dort nur mit viel Fantasie): Da sind zwei beste Freunde, der eine leiht dem anderen seine Krankenkassenkarte, und am Ende denken beide, der jeweils andere sei todkrank. Das ist die Prämisse von "Das Beste kommt noch!", einem neuen Film von Til Schweiger und zugleich seinem ersten seit dem Ärger rund um "Manta Manta - Zwoter Teil".

Im Zentrum der Geschichte stehen der "pedantische Spießer" Arthur (Michael Maertens) und sein Kumpel Felix (Til Schweiger), "ein auf der Überholspur lebendes Schlitzohr". Die beiden kennen sich schon ewig, das große Missverständnis in "Das Beste kommt noch!" schweißt sie jedoch so zusammen, wie sie es sich nie hätten vorstellen können. Im Glauben, der jeweils andere habe nur noch wenige Monate zu leben (es gibt eine Krebsdiagnose), lassen sie alles stehen und liegen. Felix zieht bei Arthur ein, die ganze Sache zieht riesige Kreise. "Ich werde dich von jetzt an nie wieder alleine lassen!", verspricht Felix. Und Arthur denkt für sich das gleiche.

So versucht Felix, seinem Freund Arthur kurz vor dem Ende die besten beste Zeit seines Lebens zu bereiten, und umgekehrt. Die entscheidenden Fragen: Wann wird alles aufgeklärt? Und wer ist hier nun wirklich krank (und wer nicht)? Als Vorlage für die Tragikomödie "Das Beste kommt noch!" diente der französische Kinoerfolg "Le meilleur reste à venir" (2019), neben einer der beiden Hauptrollen übernahm Schweiger bei der deutschen Version auch die Regie.

Fast perfekte Weihnachten

Worum geht es an Weihnachten? Geschenke? Das große Festessen? Ein paar Tage Ruhe vom Stress des Alltags? Nein, für Vincent (Franck Dubosc) ist Weihnachten vor allem "das Fest der Familie". So trifft es ihn entsprechend hart, als kurz vor Heiligabend alle Kinder der Reihe nach absagen. Sollen er und seine Frau Beatrice (Emmanuelle Devos) wirklich nur zu zweit feiern? Eine traurige Vorstellung, der Vincent in der französischen Komödie "Fast perfekte Weihnachten" (Regie und Drehbuch: Clément Michel) mit einer großen, aber folgenreichen Geste begegnet.

Die Weihnachtsmesse bringt Vincent auf die entscheidende Idee. Es gebe ja viele Menschen, die an Weihnachten einsam und alleine singt, erzählt der Pastor. Und Vincent denkt: Warum nicht so jemanden suchen und zu sich und Beatrice einladen? Weihnachten, das heißt ja schließlich auch Nächstenliebe. In einem Altersheim wird Vincent "fündig", entgegen der ursprünglichen Planung bringt er sodann gleich zwei Seniorinnen mit nach Hause: Monique (Danièle Lebrun) und Jeanne (Danielle Fichaud).

Die beiden einsamen Rentnerinnen nehmen die Einladung mit großer Dankbarkeit an, ihre guten Manieren aber lassen die Krawall-Omas im Altersheim zurück. Schon beim Eintreten in die Wohnung meckern sie, dass es "stinkt" (Barsch an Trüffeln), dann sind ihnen die Gästebetten zu klein, später saufen sie noch Parfüm (das sie fälschlicherweise für Rum halten), und am Ende steht das ganze Wohnzimmer in Flammen. Da mischt sich zur Nächstenliebe auch ein bisschen die Lust, jemanden zu ermorden. In jedem Fall: ein Weihnachtsfest, an das sich alle Beteiligten lange erinnern werden!

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