Das letzte Highfield in Bildern: Nach 28 Jahren ist Schluss am Störmthaler See

Drei Tage lang wurde am Störmthaler See noch einmal gefeiert, geschwitzt und Abschied genommen, bevor nach 28 Jahren wohl endgültig Schluss war.

Großpösna

Das war es also: Das Highfield Festival 2026 ist Geschichte. Eine Neuauflage wird es (vermutlich) nicht geben. Nach 28 Jahren ist damit eines der bekanntesten deutschen Festivals endgültig vorbei. Nach Angaben der Veranstalter wurden in diesem Jahr 28.000 Tickets verkauft.

Es war vor allem eines: heiß und staubig. Drei Tage lang wurde am Störmthaler See bei Leipzig noch einmal gefeiert – zwischen Punk, Rock, Rap und Pop. Gleichzeitig war auf dem Gelände überall zu spüren, dass dieses Highfield ein Abschied sein würde.

Weniger Gelände, andere Bühne

Schon am Freitag wurde deutlich, dass das Festival nicht mehr an frühere Dimensionen anknüpfen konnte. Das Gelände war deutlich verkleinert worden. Die Hälfte der Fläche, auf der früher die Blue Stage stand, wurde in diesem Jahr überhaupt nicht mehr genutzt. Statt einer großen zweiten Bühne gab es lediglich eine kleinere Clubbühne.

Musikalisch gehörte der Freitag vor allem Punk, Rap und Rock. Itchy, Hi! Spencer und die Giant Rooks gehörten zu den Höhepunkten des ersten Festivaltages. Als Headliner standen SDP auf der Mainstage.

Die Berliner lieferten eine solide Show ab – allerdings war bei manchem Besucher das Gefühl zu spüren, die Show bereits mehrfach in ähnlicher Form auf dem Highfield gesehen zu haben. Es fehlte ein wenig der Überraschungsmoment.

„Schade, dass es nicht weitergeht“

Viele Besucher bedauerten im Gespräch das Ende des Festivals. Besonders häufig wurden das besondere Flair und die friedliche Atmosphäre gelobt.

Gleichzeitig zeigten viele Verständnis für die von den Veranstaltern genannten Kostensteigerungen von rund 45 Prozent. Kritik gab es allerdings auch an der Entwicklung des Festivals in den vergangenen Jahren. Vor allem das musikalische Angebot sei zunehmend beliebig geworden.

Internationale Bands, die früher für einen ausgewogenen Mix aus großen internationalen Namen und deutschen Künstlern sorgten, waren zuletzt kaum noch vertreten. „Für mich ist es dadurch verständlich, dass das Interesse der Zuschauer sinkt“, sagte Max aus Leipzig.

Auch das neue Bezahlsystem wurde unterschiedlich bewertet. Einerseits sei es angenehm, auf dem Festival kein Bargeld mehr mitführen zu müssen. Andererseits gebe man dadurch leichter Geld aus. Zudem bemängelten Besucher, dass die Barkräfte über das System kein Trinkgeld mehr erhalten würden.

37 Grad und Kraftklub

Am Samstag war deutlich zu spüren, dass es der bestbesuchte Tag des Wochenendes war. Der Grund dafür stand für viele bereits fest: Kraftklub.

Bei Temperaturen von bis zu 37 Grad suchten die Besucher Schatten, doch der war auf dem Gelände rar. Wer konnte, versuchte sich zwischendurch mit Wasser oder an den wenigen schattigen Plätzen abzukühlen.

Musikalisch sorgten unter anderem die Dropkick Murphys und Das Lumpenpack für Stimmung, bevor Kraftklub am Abend den Headliner-Slot übernahmen.

Die Chemnitzer spielten eine routinierte Show, die allerdings ebenfalls erkennen ließ, dass die Band bereits seit einiger Zeit auf Tour ist. Große Effekte gab es trotzdem: Gleich zu Beginn regnete es Konfetti auf das Publikum.

Für viele war es dennoch der Moment, auf den sie gewartet hatten. Kraftklub und Highfield – das gehörte für viele Besucher einfach zusammen.

Der letzte Sonntag

Dann kam der Sonntag. Der allerletzte Tag in der Geschichte des Highfield Festivals.

Ein wenig Wehmut lag über dem Gelände. Trotzdem feierten die verbliebenen Besucher ausgelassen. Und auch das Wetter meinte es zum Abschied etwas besser mit ihnen: Regen und deutlich niedrigere Temperaturen beendeten die Hitzeschlacht der ersten beiden Tage.

Auf der Mainstage eröffnete Montreal den letzten Festivaltag. Musikalisch gab es im Laufe des Tages allerdings deutliche Unterschiede. Während Feine Sahne Fischfilet, Marteria und Deine Cousine das Publikum mit ihren Auftritten mitrissen, sorgte Nura für einen der Tiefpunkte des Tages. Die Rapperin legte sich unter anderem mit Fotografen im Fotograben an.

Ein emotionaler Abschied

Je näher der Abend rückte, desto deutlicher wurde, dass hier gerade tatsächlich ein Stück deutscher Festivalgeschichte zu Ende ging.

Vor dem Auftritt der Beatsteaks wurde noch einmal auf das gesamte Wochenende zurückgeblickt. Ein Video ließ die vergangenen drei Tage Revue passieren – und sorgte für einen der emotionalsten Momente des letzten Highfields.

Dann betraten die Beatsteaks die Bühne. Sänger Arnim Teutoburg-Weiß machte dem Highfield dabei noch ein besonderes Kompliment. Nach gut zwei Stunden war schließlich Schluss. Die letzten Töne verklangen, die Lichter gingen an und 28 Jahre Highfield Festival waren vorbei.

One Last Dance.

Vermutlich für immer.

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