Am Samstag fanden vorwiegend im Leipziger Süden mehrere Versammlungen statt, bei denen sich Menschen mit unterschiedlicher Haltung zum Nahost-Konflikt gegenüberstanden. Insgesamt neun Versammlungen mit etwas über 3.000 Teilnehmenden wurden durch die Polizei begleitet.
Am Aufzug der palästinensischen Unterstützer nahmen circa 1.400 Personen teil. Zur Gewährleistung der Versammlungsfreiheit sowie zur Verhinderung von Straftaten und Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung waren mehr als 1.400 Polizeikräfte im Einsatz.
Straftaten und vorläufige Festnahmen
Während des Einsatzes kam es vereinzelt zu Straftaten. Bisher wurden rund 30 Anzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Beleidigungen, Volksverhetzung sowie der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Diese Zahl ist noch nicht abschließend. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen und in den Zentralen Polizeigewahrsam gebracht.
Umfangreiche Unterstützung aus mehreren Bundesländern
Unterstützt wurden die eigenen Kräfte durch die sächsische Bereitschaftspolizei, das Polizeiverwaltungsamt, das Landeskriminalamt, die Hochschule der Sächsischen Polizei sowie die Polizeidirektionen Chemnitz und Zwickau. Zudem waren Einsatzkräfte aus Berlin, Baden-Württemberg, Thüringen, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein beteiligt. Die Bundespolizeiinspektion Leipzig führte in enger Abstimmung einen eigenen Einsatz zur An- und Abreise der Versammlungsteilnehmer durch.
Einschränkungen durch Vorfall im Citytunnel
Der Fund einer leblosen Person auf der Gleisstrecke zwischen Leipzig-Nord und dem Hauptbahnhof führte am Vormittag zu einer Vollsperrung des Citytunnels. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wird nicht von einer Fremdeinwirkung ausgegangen. In der Folge kam es zu Verzögerungen bei der Anreise von Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern.
Verzögerter Gegenprotest und Einsatzmaßnahmen
Ein angezeigter Gegenprotest zur propalästinensischen Demonstration startete mit rund 90 Minuten Verzögerung am S-Bahnhof Connewitz in Richtung Kreuz. Auf dem Weg wurden einzelne Verstöße gegen das Vermummungsverbot festgestellt. Die Teilnehmenden wurden gestoppt und aufgefordert, die Vermummung abzulegen. Da sie dieser Aufforderung nachkamen, konnte der Aufzug fortgesetzt werden und sich einer weiteren Demonstration anschließen. Gemeinsam mit einer dritten Versammlung fand der Gegenprotest anschließend auf der südlichen Seite des Connewitzer Kreuzes statt.
Aufzug, Übergriff und weiterer Einsatzverlauf
Im nördlichen Bereich begann die Auftaktkundgebung der propalästinensischen Versammlung ebenfalls verspätet. Auf Wunsch der Anmelderin wurde die ursprünglich geplante Route geändert und führte über das Connewitzer Kreuz und die Karl-Liebknecht-Straße in die Leipziger Innenstadt bis zum Augustusplatz. Gegen 13:45 Uhr kam es am Connewitzer Kreuz zu einem körperlichen Übergriff auf einen Kameramann eines öffentlichen Rundfunks. Einsatzkräfte konnten einen Tatverdächtigen stellen, ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung wurde eingeleitet. Der Aufzug startete gegen 14:00 Uhr. Währenddessen wurden erneut Verstöße festgestellt, unter anderem gegen das Vermummungsverbot.
In der Folge kam es zu Zugriffen, Identitätsfeststellungen, Platzverweisen sowie dem Einzug vor dem Gesicht gehaltener Banner. Insgesamt verlief das Versammlungsgeschehen weitgehend störungsfrei. Die Polizei blieb auch in den Abendstunden im Stadtgebiet präsent. Parallel waren Einsatzkräfte beim Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Bayern München im Einsatz.

