Dulig fordert fairen Vertrag für DHL-Drehkreuz Leipzig

Luftverkehr Der Vertrag zwischen DHL und dem Leipziger Flughafen läuft bis 2036. Beide wollen ihn gerne verlängern. Sachsens Wirtschaftsminister fordert faire Konditionen und leisere Flugzeuge.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hat sich bei einem Besuch des DHL-Drehkreuzes am Leipziger Flughafen für eine vorzeitige Verlängerung des Mietvertrags unter "fairen Bedingungen" ausgesprochen. "Wir brauchen einen Vertrag, der die Interessen von allen berücksichtigt - das wirtschaftliche Interesse von DHL, genauso wie das wirtschaftliche Interesse des Flughafens", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch am Rande eines Aktionstages zum Thema Produktsicherheit am Flughafen Leipzig.

Zwischen der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) und der Deutsche Post-Tochter DHL finden bereits seit längerem Gespräche über eine mögliche frühzeitige Vertragsverlängerung statt. Der derzeitige Vertrag läuft noch bis 2036. Zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses vor rund 20 Jahren habe DHL "sehr gute Konditionen" angeboten bekommen. Auch das Thema Landeentgelte bei Nachtflügen müsse bei den Vertragsverhandlungen berücksichtigt werden. Am Airport gibt es für Frachtmaschinen eine Nachtflugerlaubnis. Dulig plädierte zudem für Standards, "die lärmgeminderte Flugzeuge stärker unterstützen sollen".

Der Flughafen an der Grenze von Sachsen und Sachsen-Anhalt ist inzwischen der zweitgrößte Fracht-Airport in Deutschland hinter Frankfurt/Main und in Europa schon die Nummer vier. Das jährliche Frachtaufkommen liegt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bei rund 1,4 Millionen Tonnen. Neben den globalen Drehkreuzen in Hongkong und Cincinnati (USA) sei Leipzig das Modernste im gesamten DHL-Express-Netzwerk.

Die Mitteldeutsche Flughafen AG erwirtschaftete nach den jüngsten Zahlen für 2022 ein Konzernergebnis von minus 36,5 Millionen Euro bei einem Umsatz von 171,1 Millionen Euro. Nach Angaben des Flughafenverbandes ADV wurden in den ersten zehn Monaten 2023 in Leipzig/Halle knapp 1,9 Millionen Passagiere gezählt und in Dresden rund 812.000. Damit liegen beide Flughäfen nach wie vor unter deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Die Hauptgesellschafter des Flughafens sind der Freistaat Sachsen und mit einem deutlich kleineren Anteil das Land Sachsen-Anhalt.

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