Metal-Inferno in Leipzig: Arch Enemy zerlegen das Haus Auensee

Arch Enemy, Amorphis und Eluveitie brachten Leipzigs Haus Auensee zum Beben. 3.000 Fans feierten die "Blood Dynasty"-Tour - und Frontfrau Alissa White-Gluz lieferte ab.

Leipzig

Lange ist es her, dass Arch Enemy, eine der härtesten Metalbands dieser Erde, auf Tour in Leipzig waren. Musikalisch ist die schwedische Band im Melodic Death Metal angesiedelt und seit vielen Jahren als feste Größe der Szene nicht mehr wegzudenken. Gemeinsam mit Amorphis aus Finnland, Eluveitie aus der Schweiz und Gatecreeper aus den USA, führte die "Blood Dynasty" Tour am Mittwochabend nach Leipzig ins Haus Auensee, wo sie vor rund 3.000 Fans ihre Musik präsentierten.

Gatecreeper dringen nach Europa vor

Bereits 18 Uhr startete die Show mit Gatecreeper aus Arizona (USA), immerhin durften die Fans ein großes Programm erwarten. Seit zehn Jahren etablieren sich die Amerikaner im Death Metal und präsentieren nun auf europäischen Bühnen u.a. ihr aktuelles Album "Dark Superstition" (2024), was die erste neue Musik seit 2019 darstellt.

Eluveitie entführen in eine längst vergangene Welt der Kelten

Kurz vor 19 Uhr verwandelte sich die Bühne in eine mythische Welt. Eluveitie aus der Schweiz sind für ihren melodischen Pagan-Metal bekannt. Altertümliche Instrumente, wie die Drehleier, Flöte, Harfe treffen hier auf E-Gitarren, E-Geige und harten Metalgesang. Anfang des Jahres erschient das neue Album "Anv" (Anu) und entführte die Fans in eine längst vergessene Welt der Kelten. Hier kamen gängige Melodien von Sängerin Fabienne zusammen auf harte Growls von Mastermind Chrigel. Nice to know: Eluveitie singen auf Englisch und Gallisch. Gallisch ist eine Sprache, die es heute so nicht mehr gibt und die Band arbeitet mit Sprachforschern, wenn sie neue Texte schreiben.

Amorphis halten die Fahne des finnischen Death-Metal-Fahne hoch

Finnland ist bekannt für dunkle Tage, die vor allem viele Metalbands inspirierten. Amorphis sind so eine Band, die seit den 1990ern unterwegs ist und recht soften und allgemeinverträglichen Metal macht. Sie prägten den skandinavischen Metal, wie kaum eine andere Band. Das spürte man auch bei der Hingabe der Fans in der Halle. Die Hände gingen in die Höhe, wenn Sänger Tomi das Zeichen gab. Amorphis haben eine überraschend große Fangemeinschaft, weshalb das Konzert eine ziemlich runde Sache war. 

Arch Enemy - wie immer energetisch, hart und nichts für schwache Nerven

Um 21.20 Uhr betrat endlich die Hauptband des Abends die Bühne: Arch Enemy, übersetzt "Erzfeind". Das Besondere bei dieser schwedischen Band ist, dass sie seit den frühen 2000ern eine weibliche Frontstimme haben. Alissa White-Gluz ist eine der berühmtesten growlenden Sängerinnen auf unserem Planeten. Wenn sie die Bühne betritt sind alle ehrfürchtig, da man sich beinahe gar nicht vorstellen kann, dass aus so einer zierlichen Frau solche Töne herauskommen können. Im Frühling erschien das zwölfte Album der Band "Blood Dynasty", was Platz 3 der deutschen Albumcharts erreichte. 

Cleangesang dürfen die Menschen bei Arch Enemy nicht erwarten, hier geht es um Energie, Härte, Widerstand und Selbstbehauptung. Über 1,5 Stunden wurden die Fans hier heiß gekocht. Vor allem bei den Hits wie "War Eternal", "Liars & Thieves" und "Nemesis" wurde die Menge laut. Alissa freute sich über die Hingabe vieler Fans und wieder zurück in Leipzig zu sein. Nach einem erfolgreichen Abend führt die Tour nun am Donnerstag weiter nach Göteborg.