Nächtlicher Großbrand in Schkeuditz: Reetdachhaus in Vollbrand – Familie evakuiert

Nachbarn wecken schlafende Anwohner rechtzeitig und verhindern Schlimmeres.

Schkeuditz

In der Nacht zum Montag kam es im Schkeuditzer Ortsteil Glesien zu einem Großbrand eines Einfamilienhauses am Gagarinring. Gegen 2 Uhr hatten Nachbarn das Feuer bemerkt, alarmierten die Feuerwehr und klingelten die Anwohner wach.

Besonderheit Reetdachhaus

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen bereits meterhohe Flammen aus dem Dachstuhl des Hauses, das mit einem Reetdach ausgestattet war – einer Dachform aus getrocknetem Schilf, die zwar traditionell und gut isolierend ist, jedoch als besonders brandanfällig gilt.

Evakuierung und medizinische Hilfe

Eine vierköpfige Familie, die in dem Haus lebte, wurde evakuiert. Zwei Personen erlitten Verletzungen und wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Koordinierter Löschangriff

Feuerwehren aus Schkeuditz und der umliegenden Region waren mit zahlreichen Kräften im Großeinsatz und bekämpften den Brand sowohl über eine Drehleiter als auch vom Boden aus. Trotz der intensiven Brandentwicklung gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Grundstücke zu verhindern.

Unterstützung bei extremer Kälte

Der Rettungsdienst war zur Absicherung der Einsatzkräfte vor Ort, zudem unterstützte der SEG-Einsatzzug des Landkreises Nordsachsen die Versorgung, unter anderem mit heißen Getränken bei winterlichen Minusgraden. Auch Anwohner kümmerten sich um die Einsatzkräfte und Betroffenen.

Besuch des Oberbürgermeisters

Der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner machte sich noch in der Nacht ein Bild der Lage und dankte den eingesetzten Kräften ausdrücklich. „Es ist schon beängstigend, wenn man sieht, wie schnell so ein Haus in Vollbrand gerät“, sagte Bergner vor Ort. Nach seiner Einschätzung sei „von einem Totalschaden auszugehen“.

Bewertung der Einsatzbedingungen

Zugleich hob er den Einsatz der Feuerwehren hervor: „Es sind Feuerwehren aus der ganzen Region im Einsatz, und es ist in meinen Augen ein vorbildlicher Feuerwehreinsatz – bei dieser Witterung natürlich doppelt erschwert.“ Bei Minusgraden und dem Arbeiten mit kaltem Löschwasser sei die Belastung für die meist ehrenamtlichen Kräfte besonders hoch.

Schutz der Nachbarschaft

Wichtig sei jedoch vor allem, dass es keinen Übergriff der Flammen auf benachbarte Häuser gegeben habe. „Das ist erstmal das Entscheidende bei aller Tragik“, so Bergner.

Ermittlungsstand und Ausblick

Angaben zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Sachschadens lagen in der Nacht noch nicht vor. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, Nachlöscharbeiten und Kontrollen dauerten an.

Update der Polizeidirektion Leipzig, 11 Uhr

Aus bisher noch nicht geklärter Ursache geriet ein Holzlager hinter dem Einfamilienhaus in Brand und griff auf das Gebäude über. Die Feuerwehren aus Schkeuditz, Zwochau, Wiederitzsch, Radefeld und Glesien bekämpften bis in die frühen Morgenstunden den Brand und konnten ihn letztendlich löschen. Eine Person wurde mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht, zwei weitere Personen wurden zur Vorsorge in einem Krankenhaus medizinisch untersucht. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit noch unklar. Die Polizei ermittelt wegen eines Branddelikts und prüft den Einsatz eines Brandursachenermittlers

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich