Rätselhafter roter Nebel und stechender Geruch lösen Großeinsatz der Rettungskräfte aus

Feuerwehr, Polizei und Gefahrstoffzug bis tief in die Nacht im Einsatz

Grimma

Zu einem ungewöhnlichen und langwierigen Einsatz wurde die Freiwillige Feuerwehr Grimma am späten Freitagabend alarmiert. Gegen 22.30 Uhr hatte ein ausgelöster Rauchmelder die Einsatzkräfte in ein Mehrfamilienhaus in der Langen Straße in der Grimmaer Altstadt gerufen.

Roter Nebel sorgt für Alarm

Bereits beim Eintreffen nahmen die Feuerwehrkameraden einen stark stechenden Geruch wahr. Zudem zeigte sich im Gebäude ein roter Nebelschleier, dessen Ursache zunächst unklar war. Aufgrund dieser Feststellungen entschied sich die Einsatzleitung, weitere Spezialkräfte hinzuzuziehen. Der ABC-Fachberater sowie der ABC-Erkunder aus Erlbach vom Gefahrstoffzug des Landkreises Leipzig wurden nachalarmiert. Unterstützt wurde die Einsatzleitung zudem durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister Steffen Kunze.

Personenschutz hat oberste Priorität

Einsatzleiter Benjamin Kannengießer von der Feuerwehr Grimma schilderte die Situation vor Ort: „Wir fanden im Gebäude einen roten Nebelschleier und einen stark stechenden Geruch vor. Für uns galt in erster Linie der Schutz der Personen, die sich im Haus befanden. Alle Personen hatten das Haus bereits eigenständig verlassen und wurden durch den organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes medizinisch gecheckt. Dann galt es die Ursache für den Geruch und den Nebel ausfindig zu machen und abzuklären, inwieweit der Stoff gesundheitsgefährdend sein könnte.“

Proben zur Laboranalyse entnommen

Die Gefahrgutspezialisten des Landkreises führten mehrere Tests durch, die zunächst allesamt negativ ausfielen. Zusätzlich wurden Proben des unbekannten Stoffes entnommen, die nun in einem Labor genauer untersucht werden müssen. Trotz intensiver Belüftungsmaßnahmen konnte der Geruch jedoch nicht vollständig beseitigt werden. „Auch nach ausgiebiger Belüftung lag der Geruch weiterhin in der Luft, sodass wir als Feuerwehr ein gewisses Restrisiko nicht ausschließen konnten“, erklärte Kannegießer weiter.

Mehrfamilienhaus vorsorglich gesperrt

In Absprache mit der Polizei wurde das Mehrfamilienhaus vorsorglich gesperrt. Eine Rückkehr der Bewohner ist erst möglich, nachdem die betroffenen Bereiche durch den Eigentümer fachgerecht gereinigt wurden. Die neun Bewohner des Hauses kamen vorübergehend bei Freunden und Verwandten unter.

Polizei ermittelt zur Ursache

Auch Oberbürgermeister Tino Kießig verschaffte sich vor Ort ein Bild der Lage und bot den betroffenen Bewohnern sowie den Einsatzkräften seine Unterstützung an.

Wie es zu der Verunreinigung kam, ist nun Gegenstand weiterer polizeilicher Ermittlungen. Nach ersten Einschätzungen kann auch ein Straftatbestand nicht ausgeschlossen werden, da der Stoff möglicherweise von außen in das Gebäude eingebracht wurde.

Während des Einsatzes war die Lange Straße vollständig gesperrt. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Gefahrstoffzug waren bis tief in die Nacht vor Ort im Einsatz.

Update, 18.01., 11.55 Uhr

Der Fund einer zunächst unbekannten Substanz vor einem Mehrfamilienhaus löste am späten Freitagabend einen Feuerwehr- und Polizeieinsatz in Grimma aus. Personen kamen nicht zu Schaden.

Durch die Rettungsleitstelle wurde die Polizei alarmiert, da vor einem Haus in der Langen Straße Unbekannte eine stark riechende, rötlich rauchende Substanz ausgebracht hatten. Dieses hatte sich in der Folge auch im Hausflur ausgebreitet. Da ein Rauchmelder in einer Wohnung angeschlagen hatte, hatten sich die Bewohner des Mehrfamilienhauses selbstständig nach draußen begeben. Da zunächst die Substanz nicht identifiziert werden konnte, wurde das Haus für nicht bewohnbar erklärt. Weitere Tests am Samstag ergaben, dass es sich um keine gesundheitsschädliche Substanz handelte und somit keine Gefahr für die Bewohner bestand. Wer die Substanz ausgebracht hat und aus welchen Gründen, ist Teil der laufenden Ermittlungen der Polizei.

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