Carmen Zander lebt mit 10 Tigern in einem Gewerbegebiet bei Leipzig. Als Dompteurin im Zirkus tritt sie schon längere Zeit nicht mehr auf. Der Grund dahinter ist sehr komplex. (BLICK.de berichtete) Nun fiel das Urteil im ersten Gerichtsverfahren, dem sich die 52-Jährige stellen musste.
Grund des Verfahrens
Im März hatte BLICK.de Tigerqueen Carmen Zander in ihrem Areal bei Schkeuditz besucht, indem sie mit ihren Tigern seit einigen Jahren lebt. Dort zeigte sie der Redaktion auch ihre fünf kleinen Tigerbabys, die im Dezember 2024 zur Welt gekommen waren und nun auch Gegenstand des Verfahrens wurden. Im Gespräch erzählte die Tiger-Dompteurin schon damals, dass aktuell ein Verfahren gegen sie laufe. Den Grund nannte sie nicht, da sie "nicht über laufende Verfahren sprechen dürfe".
Tiger-Queen zeigt sich geständig
Vergangene Woche fand in Eilenburg nun der Prozess gegen Carmen Zander statt. Der 52-Jährigen wurde zur Last gelegt, ohne Genehmigung Tiger-Schauen auf ihrem Gelände gegen Eintritt veranstaltet und ihre Tigerbabys gegen Geld zum Streicheln auf ihrer Webseite angepriesen zu haben.
Während des Verfahrens zeigte sich Carmen Zander vor Gericht geständig und gab an, ihre Tigerbabys vermarktet zu haben und in erster Linie aufgrund ihrer großer Verbundenheit zu ihren Tieren gehandelt zu haben. Das Gericht entschied gegen eine Zahlung von 1.000 Euro an den Tierschutzverein Wurzen das Verfahren einzustellen. Zahle Zander nicht, könne eine Freiheitsstrafe auf sie zukommen.
Weitere Verfahren könnten folgen
Diesem Prozess könnten in der Zukunft noch weitere folgen. Das Landratsamt Nordsachsen bestätigte im März auf Nachfrage, dass "mehrere Verfahren" gegen die Tiger-Dompteurin laufen würden. Inhaltlich könnte es um die Haltung und dem damit verbunden dem Verbleib der Tiere gehen, zu diesem es nach wie vor keine Lösung gibt.
Tierschutzorganisationen werfen der gebürtige Karl-Marx-Städterin seit Jahren vor, dass sie keine artgerechten Bedingungen für die Tiger geschaffen und keine Genehmigung zur Zucht habe. Seit Jahren kämpft Zander mit den Auflagen der Behörden zur Haltung ihrer Tiere, die mit fehlendem Engagement beim Zirkus schärfer wurden. Außerdem warfen Tierschützer ihr vor, sie wäre mit einem Tigerbaby durch ein Wohngebiet Gassi gegangen. Das dementierte Zander gegenüber BLICK.de, die Bilder seien auf ihrem Gelände entstanden.
Zander erklärte, sie lebe von Spenden, die "jedoch nicht reichen würden", weshalb sie auf Rücklagen zurückgreifen müsse. Abgeben an Auffangstationen wolle sie die Tiere keinesfalls, viel mehr sehe sie sich in einer Art Lebenshof mit ihren Tieren. Doch Geld dafür habe sie nicht. Erst Anfang Oktober meldete sie sich über ihre sozialen Kanäle mit einer Spendenbitte, da Tiger Simba hohe OP-Kosten verursacht hatte.
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