Update: Pädokriminelles Netzwerk für den Schwester-Mord in Leipzig verantwortlich?

13-Jährige wurde laut Ermittlungen in Vorfeld offenbar massiv bedroht

Leipzig

Die Ermittlungen rund um das pädokriminelle Onlinenetzwerk "Com" und die damit verbundene Gruppierung "764" weiten sich weiter aus. Wie das Nachrichtenportal "Spiegel" in einer Vorabmeldung berichtet, sollen Angehörige der Szene deutlich mehr Todesfälle verursacht haben als bislang bekannt.

Behörden untersuchen weitere Fälle

In den vergangenen Jahren hätten Behörden mindestens sechs zusätzliche Fälle untersucht, in denen Mitglieder der Gruppen Menschen in den Tod gedrängt haben sollen - vielfach über Suizide, die über das Netz live übertragen wurden. Experten gehen von einer noch höheren Dunkelziffer aus.

Für Schwester-Mord in Leipzig verantwortlich?

Besonders schwer wiegt ein Fall aus Leipzig-Kleinzschocher, der bereits im Oktober 2024 für große Betroffenheit gesorgt hatte. Damals war ein siebenjähriges Mädchen schwer verletzt in einer Wohnung entdeckt worden und später im Krankenhaus verstorben. Die Polizei bestätigte wenig später, dass die 13-jährige Schwester für die Verletzungen verantwortlich gewesen sein soll. Das Mädchen wurde in einer Fachklinik untergebracht.

13-Jährige massiv bedroht

Laut den neuen Recherchen des Spiegel könnte der Fall jedoch eine bislang unbekannte Dimension haben. Auf einem elektronischen Gerät der 13-Jährigen sollen Ermittler Nachrichten gefunden haben, in denen ihr und ihrer Familie offenbar massiv gedroht worden sei. Ein Mitglied der Gruppierung "764" habe demnach erheblichen Druck auf das Mädchen ausgeübt. Offiziell bestätigten die Ermittlungsbehörden diese Angaben bisher nicht. Sie betonten bereits im vergangenen Jahr die besondere Schutzwürdigkeit der beteiligten Minderjährigen und äußerten sich nur eingeschränkt zum Tatgeschehen.

Netzwerk weiter aktiv

Die "Com"-Szene gilt den Recherchen zufolge weiterhin als aktiv. Der Spiegel gibt an, seit mehr als zwei Jahren zu Strukturen und Kommunikationswegen der Gruppen zu recherchieren und Millionen von Chatnachrichten ausgewertet zu haben. Einer der aktuell größten Chats soll demnach über 1.600 Mitglieder umfassen.

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