Weiteres tolles Motorsport-Fest auf dem Frohburger Dreieck

Sächsische Piloten mit Achtungserfolgen

Frohburg

Das Frohburger Dreieckrennen ist nach wie vor Kult und war auch in diesem Jahr das erwartete Motorsportfest für Genießer. Das an den Hochsommer erinnernde Wetter bei der 62. Ausgabe des Internationalen Frohburger ADAC Dreieckrennens war aber auch für den Veranstalter ein Segen, denn an den Kassen bildeten sich phasenweise lange Schlangen.

Klare Titelfavoriten beim Saisonfinale

Wie seit 2003 wurde auf der beliebten Naturrennstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig wieder das Finale der International Road Racing Championship (IRRC; bis 2009 3 Nationen Cup) ausgetragen. Vorangegangen waren in diesem Jahr die Läufe im niederländischen Hengelo, in Imatra in Finnland, im belgischen Chimay, in Horice in Tschechien sowie auf dem Schleizer Dreieck. Dabei kam es in den beiden IRRC-Klasse zu folgenden Konstellationen: In der Top-Klasse IRRC Superbike hatte der Brite Darryl Tweed ohne einen einzigen Sieg 179 Punkte gesammelt und damit deren 48 mehr als der Tabellenzweite Laurent Hoffmann aus Belgien. Auch in den beiden Rennen in Frohburg gab es je 25 Punkte für den jeweiligen Sieger zu vergeben, sodass der Titelgewinn von Darryl Tweed schon im ersten Rennen wahrscheinlich war.

Ebenso schien in der Klasse IRRC Supersport der Titelgewinn nur eine Formsache zu sein. Hier reiste der vierfache Saisonsieger Marek Cerveny aus Tschechien mit 204 Punkten insgesamt sowie einem ebenfalls beruhigenden Punkteplus von 42 Zählern auf seinen Landsmann Petr Najmann an.

Sensationeller Freddie Heinrich

Wie zu erwarten, standen nach den ersten Rennen am heutigen Rennsonntag beide Meister bereits fest. Das erste Rennen der IRRC Superbike gewann der Finne Erno Kostamo souverän vor dem Lokalmatador Freddie Heinrich. Der erst 20-jährige Lunzenauer ist sonst im Pro Superstock 1000 Cup im Rahmen der Internationalen Motorradmeisterschaft (IDM) unterwegs, ließ sich aber sein super passendes Heimspiel wieder nicht nehmen. Bei seinem erst dritten Frohburg-Auftritt war sein zweiter Platz mit seiner nach dem zahmeren Superstock-Reglement aufgebauten Kawasaki die Überraschung schlechthin. Dritter wurde Laurent Hoffmann, doch da Darryl Tweed kontrolliert zu Platz acht im Rennen, gleichbedeutend mit dem vierten Platz der in die IRRC eingeschriebenen Fahrer bzw. nach Abzug der nicht-punkteberechtigen Piloten, gefahren war, stand er als neuer und letzter IRRC-Superbike-Meister fest.

Und zwar aus dem Grund, weil das zweite IRRC-Superbike-Rennen der Schlusspunkt hinter der 23-jährigen Geschichte war. Die Top-Klasse wird aus sportpolitischen Gründen im nächsten Jahr nicht mehr ausgeschrieben und von der Kategorie Supertwins als neue IRRC-Klasse ersetzt. Dem Weltverband FIM ist das zugegeben gefährlichere Road Racing wohl ein Dorn im Auge.

Bei jenem zweiten Rennen erlebten die zahlreichen Fans am Streckenrand und auf den lobenswerten Behelfstribünen den gleichen Zieleinlauf wie im ersten.

Auch Nico Müller ließ aufhorchen

Außer Freddie Heinrich waren von der Westsachsenfraktion noch die Dauer-IRRC-Fahrer Nico Müller aus Hohenstein-Ernstthal sowie René Grundei aus Taucha mit von der Partie.

Nico Müller belegte die Plätze sieben und sechs bzw. im von Gaststartern bereinigten Klassement die sensationellen Plätze drei und vier. Der im vergleichsweise hohen Alter zum Road Racing gekommene René Grundei kam einmal als 21. und einmal als 20. ins Ziel, was umgerechnet zumindest Fahrten in die IRRC-Punkteränge bedeutete.

Rico Vetter bester Deutscher der IRRC Supersport

Im ersten Rennen der IRRC Supersport musste Marek Cerveny zwar dem Trainingsschnellsten Gaststarter Paul Jordan aus Großbritannien den Vortritt lassen, doch mit Platz zwei war auch er in Sachen Titel sogar noch souveräner vorzeitig durch. Dritter wurde der weitere Brite Gary Johnson vom Team MSC Schleizer Dreieck.

Dessen Teamkollege Sebastian Frotscher aus der thüringischen Rennstadt kämpfte in der kleinen IRRC-Klasse gegen Rico Vetter aus Börnichen bei Oederan um den Nimbus des besten Deutschen. Allerdings schied er mit seinem zweiten Motorschaden des Wochenendes aus und konnte aus Mangel an Aggregaten zum zweiten Rennen nicht mehr antreten. Damit war Rico Vetter nach seinem neunten Platz insgesamt bzw. IRRC-Platz sieben im internen Kampf in der Vorhand bzw. hatte diesen Sub-Titel wegen Frotschers Nicht-Teilnahme bereits in der Tasche.

Das war für ihn auch gut so, denn im zweiten Rennen schied auch er (mit Getriebeschaden) aus. Bei diesem Rennen führte Paul Jordan von der ersten bis zur letzten Runde, wobei ihm Marek Cerveny dichtauf folgte. In der letzten Kurve setzte Cerveny erwartungsgemäß einen Angriff, der gelang und er knapp vor Paul Jordan als Sieger über den Zielstrich wetzte. Nach einem rundenlangen Fünfkampf sicherte sich der weitere Tscheche Matej Vit den dritten Rang.

Wiedersehen mit Altmeistern

Abgerundet wurde das Programm mit einer weiteren 600er-Klasse, der Supersport/Superstock-Open, dem deutschen Twin Cup, der Belgian Twin Trophy (BTT) sowie den historischen Zweitakt GP und Zweitakt Classic als Überbleibsel der einstigen Moto Trophy.

In der BTT mischte auch Stefan Holz aus Walthersdorf mit. Er wurde in beiden Rennen Neunter.

Bei den Zweitakt-Klassikern gab es unter anderem ein Wiedersehen mit den Ex-Meistern der DDR-Königsklasse bis 250 ccm Zweizylinder, mit Thomas Wittig (1983) aus Regensburg und Stefan Tennstädt (1985) aus Rodewisch sowie dem Ex-Vizemeister (1988) in der gleichen Kategorie Thomas Lucas aus Freiberg.

Einer der aktuell Schnellsten war hierbei der diesjährige Irish Road Racing Champion in der Klasse 125 ccm/Moto3, Chris Meyer aus Reinsdorf. Er gewann das erste Rennen der Zweitakt GP und wurde im zweiten Zweiter. Ebenso wurde der Doppelstarter im ersten Rennen der Zweitakt Classic Zweiter. Im zweiten schied er aus.