Ein Märchen wurde für ihn wahr

März/Vogtland Sebastian Köhler hat die U21-Europameister fit gemacht

Plauen. 

Plauen. Dieses Sommermärchen begann bereits vor acht Jahren. Deutschlands Physio-Promi Klaus Eder erkannte seinerzeit das Talent von Sebastian Köhler. Er stieß die Tür beim Deutschen Fußballbund auf. "Es ist wirklich verrückt. Wir sind U21-Europameister geworden und ich war mittendrin", konnte der 41-Jährige nicht wirklich fassen, was sich da in Polen abgespielt hat. "Es war für mich das vierte große Turnier mit der U21. Und zugleich auch das härteste", sagt der Vogtländer, der zuvor mit dem Deutschland-Nachwuchs bereits die Europameisterschaften in Israel (2013) und Tschechien (2015) sowie die Olympiade in Brasilien (2016) bestreiten durfte. Im März startete die heiße Vorbereitungsphase auf das Turnier.

Rund neun Millionen Fernsehzuschauer

Über den internen Mannschaftsalltag wird geschwiegen. Aber mit einem Spieler hat sich Sebastian Köhler besonders gut verstanden. Torhüter Julian Pollersbeck avancierte im Halbfinale gegen England (4:2 n.E.) zum Elfmeterkiller. "Julian lag fast täglich bei mir auf der Liege. Nach der knallharten Saison gingen einige Spieler zur U21-EM an ihre Substanz", berichtet Sebastian Köhler. Wie gut der Sachse den Keeper vom Hamburger SV (zuvor 1. FC Kaiserslautern) medizinisch versorgt haben muss, kann man erahnen. "Er hat mir nach dem 1:0-Finalsieg gegen Spanien seine Torwart-Handschuhe und sein Trikot mit persönlicher Widmung geschenkt."

Für den Physiotherapeuten war es der Dank für drei Wochen Schwerstarbeit. Mit zwei Kollegen war er rund um die Uhr im Einsatz. Lob gab es von allen Seiten. "Ich denke, unsere gute Ausbildung macht sich immer öfter bemerkbar. Unter anderem haben wir Zusatzqualifikationen im Bereich der Osteopathie", verrät Köhler. Julian Pollersbeck hat auf sein Final-Trikot geschrieben: "Für den besten Physio weit über die Grenzen Plauens. Danke für alles."

Groß war die Aufregung übrigens auch im Freundeskreis des Vogtländers. Über neun Millionen Fernsehzuschauer erlebten seinen finalen Freudenausbruch am Spielfeldrand live. Sebastian Köhler hatte 2003 das Therapiezentrum "inmotio" gegründet. Im Laufe der vergangenen 14 Jahre hat es sich zu einem der größten ambulanten Zentren in Sachsen (54 Mitarbeiter) etabliert und verbindet die Physio- und Ergotherapie sowie die ambulante Rehabilitation unter einem Dach.