50 Jahre Kegelsport in Hirschfeld: Ein Verein, der Generationen verbindet

Peter Weißling wird für sein langjähriges Engagement ausgezeichnet – und blickt gemeinsam mit dem Hirschfelder SV auf fünf Jahrzehnte Kegelsport zurück.

Hirschfeld/M

50 Jahre Kegelsport, vier Generationen auf der Bahn und ein Ehrenamt, das seit Jahren im Hintergrund die Fäden zusammenhält: Beim Hirschfelder SV gab es am Samstag gleich mehrere Gründe zum Feiern. Im Mittelpunkt stand neben dem Vereinsjubiläum auch Peter Weißling. Der langjährige Schatzmeister wurde vom Kreissportbund Mittelsachsen mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.

Seit 2004 gehört Weißling zum Hirschfelder SV, seit 2011 ist er als Schatzmeister Teil des Vorstandes. Doch seine Geschichte steht beispielhaft für das, was den Verein seit Jahrzehnten ausmacht: Menschen, die nicht nur Sport treiben, sondern Verantwortung übernehmen und anpacken.

Ehrenplakette für langjähriges Engagement

„Peter steht hier natürlich nur stellvertretend“, betonte Benjamin Kahlert, Geschäftsführer des Kreissportbundes Mittelsachsen. Weißling sei Teil eines starken Teams rund um Vereinschef Dietmar Klose. Gemeinsam habe der Verein viel für den Sport und das Dorfleben bewegt. „Der Sportverein steht hier für gesellschaftliches Engagement. Deshalb wurde Peter zu Recht ausgezeichnet, aber er ist eben nur ein Teil des Ganzen.“

Hunderte Stunden beim Bau der neuen Kegelbahn

Besonders deutlich wurde Weißlings Einsatz beim Neubau der Kegelbahn in den Jahren 2012 und 2013. Rund 380.000 Euro wurden damals investiert. Weißling kümmerte sich um die finanzielle Abwicklung und die Fördermittelabrechnung – und arbeitete gleichzeitig selbst mehrere hundert Stunden auf der Baustelle mit.

„Er rechnet so ein großes Projekt finanziell ab und steht gleichzeitig selbst mit auf der Baustelle. Von solchen Leuten lebt ein Sportverein“, sagt Kahlert.

Von der Auszeichnung völlig überrascht

Von der Ehrung wusste Weißling im Vorfeld nichts. „Ich habe von der Auszeichnung null gewusst. Ich bin platt“, erzählt der 62-Jährige. Als er bei der Ehrung selbst einige Worte sagen sollte, fehlten ihm zunächst die Worte. „Ich habe es dann nicht hingekriegt, weil ich gerührt war.“

Seine Leidenschaft für das Kegeln begann bereits in seiner Jugend in Dresden. Nach einer längeren Pause fand er 2004 wieder zurück auf die Kegelbahn – und zum Hirschfelder SV. Seit 2011 kümmert er sich um die Finanzen des Vereins.

Gleichzeitig steht er weiterhin selbst auf der Bahn. 2023 wurde er bei den Kreiseinzelmeisterschaften der Senioren A Dritter, 2024 erhielt er bereits die Ehrennadel in Silber.

„Beim Kegeln fällt hinten das Ding um“

Was ihn bis heute am Kegeln fasziniert? „Es ist ein Mannschaftssport, aber anders als Volleyball, Handball oder Fußball spielst du auch für dich allein. Du musst dein Ergebnis bringen. Aber am Ende gewinnen und verlieren wir zu sechst gemeinsam.“

Und dann sei die Sache denkbar einfach: „Beim Kegeln fällt hinten das Ding um oder es fällt nicht um. Fertig.“

50 Jahre und kein bisschen müde

Dass der Hirschfelder SV nicht nur auf seine Vergangenheit blickt, zeigte sich beim Jubiläum besonders deutlich. Der Verein verbindet mittlerweile mehrere Generationen. Ein Mitglied ist mit 92 Jahren noch aktiv, gleichzeitig erreichte die Jugend bei den deutschen Meisterschaften einen starken vierten Platz.

„Das ist schon eine krasse Leistung, 50 Jahre etwas am Laufen zu halten“, sagt Tim Becker, Jugendtrainer und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Er selbst begann mit sechs Jahren mit dem Kegeln. „Ich hoffe, dass ich noch bis 70 oder 80 hier bin.

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Breitensport und Nachwuchs als Stärke

Gerade die Mischung aus Breitensport und Leistungsförderung sei eine Stärke des Vereins. „Wir sind sehr breit aufgestellt. Wir können Leistungsträger hervorbringen, nehmen aber natürlich auch jeden mit, der Lust und Laune hat. Auch blutige Anfänger sind herzlich willkommen.“ Wer mehr wolle, werde entsprechend gefördert.

Auch Kahlert sieht darin einen entscheidenden Grund für die Zukunftsfähigkeit des Vereins. Der Hirschfelder SV ruhe sich nicht auf erfolgreichen Jahrzehnten aus, sondern investiere in den Nachwuchs. Kinder würden bereits in Kindergärten für den Kegelsport begeistert und zu Schnupperkursen auf die Bahn eingeladen.

Nach den Sommerferien seien sogar vier neue junge Mitglieder hinzugekommen. „Das zeigt, dass der Verein eine super Zukunft vor sich hat“, sagt Kahlert.

Weißling will dem Verein noch treu bleiben

Für Weißling selbst ist die Zukunft ebenfalls noch nicht abgeschlossen. Bei den nächsten Vorstandswahlen in zwei Jahren werden neue Vorsitzende gesucht. Er selbst wolle noch weitermachen. „Ich mache noch ein bisschen. Das ist kein Problem.“

Gleichzeitig weiß er, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem Verantwortung abgegeben werden muss. Bis dahin gilt für ihn: fit bleiben, weiter kegeln und dem Verein treu bleiben.

50 Jahre Kegelsport als Zeichen für Gemeinschaft

50 Jahre Kegelsport in Hirschfeld sind damit nicht nur ein Blick zurück. Sie sind vor allem ein Zeichen dafür, was entstehen kann, wenn Menschen über Jahrzehnte Verantwortung übernehmen – und wenn ein Verein es schafft, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren für eine gemeinsame Leidenschaft zu begeistern.

Die Ehrenplakette für Peter Weißling ist dabei mehr als eine persönliche Auszeichnung. Sie steht stellvertretend für viele Menschen, die in Hirschfeld Woche für Woche dafür sorgen, dass die Kegelbahn nicht nur ein Ort des Sports bleibt, sondern ein Stück Gemeinschaft.

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