60 Jahre Silizium-Produktion in Freiberg

Ausschreibung Firmen gehen auf Schüler zu

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Professor Peter Woditsch (r.) und Freibergs Oberbürgermeister erläutern anhand eines Stückes Silizium das neue Schülerprojekt. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Dass Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger beim Neujahrsempfang vergangene Woche das Jubiläum "60 Jahre Silizium-Produktionsstandort" nicht unerwähnt lassen würde, konnte erwartet werden. In welcher Weise es dann zur Sprache kam, war dann etwas überraschend. "1957 wurde mit der Gründung des VEB Spurenmetalle die Grundlage unseres heutigen Wohlstandes geschaffen", sagte Krüger zunächst und erinnerte daran, dass die Firmen Solarworld, Siltronic und Freiberger Compound Materials mit ihren Produkten auf den Weltmärkten gefragt sind und somit in der Region Arbeitsplätze schaffen, nicht zu vergessen, dass über ihre Steuern Angebote an Kultur, Freizeit oder Sport gefördert werden. "Ich freue mich, dass alle Beteiligten sofort bereit waren, das Jubiläum nicht nur zu feiern, sondern gemeinsam mit Freiberger Schülern Projekte über das Silber der Zukunft, das Silizium, durchzuführen", so der Oberbürgermeister.

Als Schirmherr konnte dabei ein Ehrenbürger der Stadt gewonnen werden. Professor Peter Woditsch gilt zu Recht als einer der europäischen Pioniere der Photovoltaik und leistete einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Freiberg einer der wenigen weltweiten Standorte der Waferproduktion wurde. Ziel der verschiedenen Projekte sei es, die Geschichte und Technik der Siliziumproduktion sowie die Anwendungsmöglichkeiten darzustellen. "Wir haben jetzt noch die Möglichkeit, dazu Zeitzeugen befragen zu können", erläuterte Professor Woditsch. Von Gegenwart und Zukunft soll ebenso die Rede sein wie von den Schwierigkeiten früherer Zeit.

Im Rahmen einer Ausschreibung sollen sich Freiberger Schulen um die Teilnahme an dem Projekt bewerben. Drei werden schließlich ausgewählt, die dann jeweils einer der Firmen zugeteilt sind. Im Rahmen der Zusammenarbeit sind unter anderem Besuche bei den Unternehmen geplant, ebenso Betriebspraktika. "Wir wollen einen Prämientopf mit Spenden anreichern, um besonders gute Arbeit zu prämieren und die Schulen zu unterstützen", so Woditsch. Er selbst gebe ebenso Geld in diesen Topf wie die drei Unternehmen.