Abiturienten widmen sich einer Liebesgeschichte zwischen Ost und West

Schülerinnen aus Burgstädt bei bundesweitem Wettbewerb ausgezeichnet

Burgstädt

Schülerinnen des Gymnasiums Burgstädt wurden kürzlich in Berlin beim bundesweiten Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ ausgezeichnet.

Förderung des Zusammenhalts

Ihr Projekt „Vereinte Liebe“ gehört zu den bundesweit prämierten Beiträgen des Wettbewerbs und wurde mit einem dritten Preis gewürdigt. „Die Geschichte des vereinten Deutschlands ist noch lange nicht auserzählt“, sagte Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland. „Der Wettbewerb zeigt, dass gerade das unbefangene Nachfragen junger Menschen helfen kann, ein größeres Verständnis mit Blick auf die 1990er Jahre zu erreichen und den Zusammenhalt zu fördern.“

Persönliche Beziehungsgeschichte

Die Wettbewerbsrunde stand unter dem Motto „Neue Begegnungen“ – zwischen Ost und West, zwischen Generationen und Kulturen. Die Jugendlichen führten Interviews, sichteten Archive und suchten nach Geschichten in ihren Familien, Schulen, Städten und Gemeinden. Das ausgezeichnete Projekt aus Burgstädt greift diesen Gedanken anhand einer persönlichen Beziehungsgeschichte auf: Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte einer Frau aus Westdeutschland und eines Mannes aus Ostdeutschland, die sich nach der deutschen Einheit kennenlernen.

Begegnung nach Öffnung der Grenze

Für ihr Projekt „Vereinte Liebe“ zeichneten die Schülerinnen nach, wie sich die Lebenswege des Paares im Zuge der Veränderungen nach 1989/90 kreuzten. Die persönliche Geschichte wird dabei in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang eingeordnet. Thematisiert wird, wie Menschen aus Ost- und Westdeutschland einander nach der Öffnung der Grenze begegneten und welche neuen Möglichkeiten dadurch entstanden.

Ein zentraler Teil der Geschichte ist der gemeinsame Entschluss des Paares, eine alte Villa zu kaufen und zu renovieren. Daraus entstand ein Ort, der heute als Hotel und Veranstaltungsraum genutzt wird. Grundlage des Projekts waren Gespräche und Interviews mit den Eltern einer der Schülerinnen, deren persönliche Geschichte im Zentrum steht.

Historische Einordnung

Ergänzend recherchierten die Jugendlichen zur Geschichte der DDR und der Bundesrepublik, um die biografischen Erfahrungen historisch einzuordnen. Zum Projekt gehören mehrere aufeinander bezogene Bestandteile. Zentral ist ein Kunstobjekt in Form eines Baumes. Der Stamm steht für die Teilung in Ost und West; in den höheren Bereichen des Baumes verbinden sich die Geschichten der beiden Personen zunehmend miteinander.

Ergänzend gestalteten die Schülerinnen eine 19-seitige Broschüre und produzierten ein Erklärvideo, in dem sie das Konzept des Projekts und die Bedeutung des Baumes erläutern.

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