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Absolventen jagen Verbrecher

Ausbildung Hochschule Mittweida plant künftig einen Forensik-Studiengang

Die Hochschule in Mittweida wird künftig auf Verbrecherjagd gehen. Allerdings nicht mit Schusswaffen und Handschellen, sondern innerhalb eines neuen Bachelor-Studienganges, der ab kommenden Wintersemester unter der Überschrift "Allgemeine und digitale Forensik" angeboten wird. Die jungen Absolventen werden dort unterschiedliche Verfahren als auch Methoden der Computer-Forensik kennenlernen, die wichtiges Datenmaterial für eine mögliche Strafverfolgung liefert. Darüber hinaus schafft und vertieft der deutschlandweit einzigartige Studiengang in Mittweida naturwissenschaftliches Wissen, das als Grundlage der allgemeinen Forensik dient. Das Studium wird insgesamt sechs Semester dauern und richtet sich in erster Linie an junge IT-Experten. Diese werden am Ende ihres dritten Semestern ein Praktikum in Behörden, Unternehmen oder der Hochschule absolvieren, das als Praxis-Ausbildung in der Informatik dient. "Ein zweites Praktikum im sechsten Semester mit dem Schwerpunkt Forensik soll später eine Überleitung zur Bachelor-Arbeit ermöglichen", sagt der Hochschulsprecher Helmut Hammer. Lehrveranstaltungen in den Bereichen Straf- und Prozessrecht, Computerrecht sowie Kriminologie ergänzen schließlich das neuartige Studium, welches von der Polizeidirektion in Chemnitz unterstützt wird. "Der Bedarf von Spezialisten auf diesem Gebiet ist groß, weil sich die Anforderungen der Computer-Kriminalität ständig ändern", erklärt der Chemnitzer Polizeipräsident Uwe Reißmann. Auch der Rektor Ludwig Hilmer steht hinter dem Studiengang. Einen Bedarf sieht er allerdings nicht nur bei der Polizei oder in der Justiz, sondern auch in der Wirtschaft. Die Hochschule arbeitet bereits seit Jahren mit der Polizeidirektion zusammen. An der Einrichtung wird zu digitalen Fingerabdrücken sowie Text- und Videoanalysen geforscht.