Ärztin will Praxis im "Lindenhof" übernehmen

Interview mit Dirk Fröhlich, Bürgermeister von Leubsdorf

Nach den Kommunalwahlen in diesem Jahr wurde in einigen Rathäusern die Chefsessel neu besetzt. So auch in Leubsdorf. Ulli Schubert sprach mit neuen Amtsinhaber, Dirk Fröhlich (CDU).

Herr Fröhlich, Sie sind seit dem 1. August Bürgermeister in Leubsdorf, welche Ihrer Erwartungen haben sich erfüllt, welche nicht?

Am auffälligsten ist für mich, dass in der (Kommunal-)Politik alles viel schwerfälliger abläuft als in der freien Wirtschaft. Als Tischlermeister habe ich ein Brett in die Hand genommen und wenig oder ein paar Tage später hatte ich das Ergebnis. Nun dauert es, bis man jemand gefunden hat, der eine Entscheidung treffen könnte oder will und der wenigstens mal "vielleicht" sagt, wenn schon nicht "Ja".

Rund 25 Jahre hatte Ralf Börner das Amt inne. Hatten Sie es als "Neuer" daher besonders schwer in der Verwaltung, mit den Gemeinderäten und den Bürgern?

In keinem Fall. Mit der Verwaltung läuft es reibungslos, auch wenn zu Beginn der eine oder andere mal Ralf oder Herr Börner zu mir sagte. Im Gemeinderat war ich selbst elf Jahre aktiv. Wir kennen uns also gut und mit den Bürgern komme ich auch klar.

Mit dem Bau der neuen Flöhabrücke konnte Ihr Vorgänger noch ein wichtiges Vorhaben in der Gemeinde vollenden, mit dem Umbau des "Lindenhof" und der Sanierung des Höllbergs hat er Ihnen eine große Hypothek hinterlassen.

Das stimmt, aber wir sind zuversichtlich, dass die Sanierung der Straße im Jahr 2016 beginnen kann. Es ist zwar noch nicht 100-prozentig sicher, aber die Zeichen stehen gut. In was die Sanierung des früheren Gasthofs "Lindenhof" betrifft, sind wir bislang voll im Zeitplan.

Inzwischen ist es ja so, dass man, spricht man von Leubsdorf, alle Ortsteile meint. Was aber soll konkret in Hohenfichte, Marbach und Schellenberg im nächsten Jahr passieren?

Zunächst, in diesen Tagen wird die Hauptstraße in Leubsdorf mit einer Schwarzdecke versehen. Dieser Bauabschnitt soll bis Anfang Dezember fertiggestellt werden, der zweite folgt im nächsten Jahr. In Schellenberg haben wir begonnen das morsche Geländer am Bach zu erneuern, in Hohenfichte wollen wir nächstes Jahr neue Linden vor der Holzbrücke pflanzen. Auch an Spielgeräte für die Kita ist gedacht. Und in Marbach soll 2016, die Zustimmung der Gemeinderäte vorausgesetzt, das letzte Stück der Grünhainichener Straße gebaut werden.

Das Beste aber ist, dass wir eine Interessentin für eine der beiden Arztpraxen haben, die im einstigen "Lindenhof" entstehen sollen. Frau Dr. Löbner wird bis zum Oktober 2016 ihre Praxis weiterführen, weil sie einen geordneten Übergang zu der dann neuen Ärztin bei uns im Ort gewährleisten möchte.