Afrikanische Mediziner informieren sich

Medizin Nur durch Spenden konnten in Guinea Schulen, Krankenstationen und ein Brunnen gebaut werden

Lunzenau. 

Lunzenau. Eine Berufsschule zur Ausbildung von Jugendlichen ist seit Oktober 2017 in Télimélé in der Nähe der Hauptstadt Conakry in Guinea in Betrieb. Dort lehren und arbeiten der Allgemeinmediziner Mamadou Yero und die Hebamme und Krankenschwester Maimouna Barry. Jetzt verbringen sie vier Wochen in Sachsen um Erfahrungen und Wissen zu sammeln.

Spenden für eine bessere Zukunft

Am Diakoniekrankenhaus Hartmannsdorf absolvieren sie ein Praktikum, wobei sie unter anderem in der Diagnostik ausgebildet werden. Auch schauten sie sich in der Arztpraxis von Axel Putzschke in Lunzenau um. Er kennt auch die Berufsschule in Guinea. Initiator und Organisator des Projektes "Misside Guinea" ist Amadou Yombo Diallo, der seit vielen Jahren in Lunzenau Nachbar von Familie Putzschke ist. Er wuchs in Guinea auf und hatte das Privileg in Deutschland zu studieren, da sein Vater Gouverneur war. Hier lernte er seine Frau kennen und ist seitdem am Europäischen Gymnasium Waldenburg Französischlehrer. "Bei meinen Besuchen in der Heimat bemerkte ich die große Kluft und beschloss Spenden zu sammeln um eine Schule zu bauen, damit die Kinder eine bessere Zukunft haben", berichtet Amadou Diallo. Daraus wurden inzwischen drei Grundschulen, zwei Krankenstationen in den Dörfern und ein Brunnen. In der neuen Berufsschule befindet sich auch eine Krankenstation. Darin werden die Schüler in medizinischen Berufen ausgebildet, aber es werden auch gleichzeitig Patienten behandelt. "Geplant war, dass etwa zwei, drei Kranke pro Tag behandelt werden, aber der Bedarf ist vielfach höher. So kamen bisher rund 6000 Patienten zur Behandlung", berichtet der Projektleiter.

Die Zustände sind nicht vergleichbar

Drei Gruppen aus Deutschland mit Ärzten, Handwerkern und Helfern, die das Projekt Misside vor Ort unterstützen und aktive Hilfe leisten, erkannten dass die Krankenstation der Berufsschule zu klein ist und es sinnvoll wäre zu erweitern und die dortigen Fachkräfte nach Deutschland zum Praktikum einzuladen. Dieses Angebot nutzten die beiden afrikanischen Lehrkräfte. Bald sollen weitere Räume für die Krankenstation gebaut werden. Dafür werden weiterhin Spenden gesammelt. Ohne den unermüdlichen Einsatz von Amadou Diallo für sein Heimatland, gäbe es keine festen Schulen, Krankenstationen und Brunnen. Nur durch die Spenden wurde der Bau möglich. Nun gilt es, das Geschaffene zu erhalten und den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Arzt Mamadou Yero ist das erste Mal in Deutschland und staunt über die bestehenden Strukturen auf jedem Gebiet und die Organisation. "Ich kann mir viel abschauen. Es ist alles so sauber und steril in der Praxis. Nicht zu vergleichen mit den Zuständen bei uns", stellt der 33-jährige Arzt fest.