Alle halbe Stunde eine Schutzmaske

Vorgestellt Erika Wittig näht gemeinsam mit anderen Landfrauen

Freiberg. 

Kontrovers wird derzeit in Deutschland darüber diskutiert, ob das Tragen von Schutzmasken in Corona-Zeiten zur Pflicht werden sollte. Ob nun mit Verordnung oder ohne - eine zusätzliche Sicherheit stellen sie in jedem Fall dar und es gibt unzählige Menschen, die eine benötigen. Doch sind diese Masken gerade Mangelware. Eigeninitiative ist deshalb gefragt, und Erika Wittig war schon immer jemand, der nicht gezögert hat, wenn es die Möglichkeit gab, zu helfen. Die Freibergerin war jahrzehntelang die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes "Mittleres Erzgebirge". Erst vor kurzem hat sie dieses Amt in jüngere Hände gelegt. Doch ihrer Einsatzfreude tat dies keinen Abbruch. "Aus der Zeitung habe ich erfahren, dass andere jetzt Gesichtsmasken nähen", erzählt die 72-Jährige. "Und da ich in meiner Jugend mal Damenmaßschneiderin gelernt habe und immer noch gerne nähe, habe ich mich gleich ebenfalls daran gemacht." Zunächst nutzte sie Materialien aus ihrem eigenen Haushalt, die nicht mehr benötigt wurden, wie Laken oder Tischdecken. Mittlerweile bekommt sie von Freundinnen und Bekannten Nachschub. Ob klassisch, mit Falten oder spitz zulaufend, alle werden akkurat aus der Baumwolle herausgeschnitten und vernäht. Andere hat sie ebenfalls zum Mitmachen animiert. "Petra Völker, die in der Nähstube der Landfrauen ehrenamtlich hilft, sitzt ebenfalls am Nähtisch", so Erika Wittig. "Ebenso Gabi Steinbach aus Brand-Erbisdorf." Eine halbe Stunde benötigt Wittig für eine Maske. Weit über sechzig Stück hat sie schon geschaffen. Einen Teil gab sie in dieser Woche an die Freiberger Stadtverwaltung ab. Derzeit näht sie für die Erzieherinnen der Kindertagesstätte "Langenauer Spatzen". Bleiben die Umstände wie sie sind, hat sie noch lange zu tun. "Ich möchte allen Landfrauen danken, die sich ebenfalls daran beteiligen", sagt Erika Wittig. "Das zeigt, dass auch wir Älteren helfen können."