Als halb Sachsen unter Wasser stand

Hochwasser Letztes Wochenende jährte sich die Hochwasserkatastrophe von 2002

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In Flöha wurden zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen realisiert, so auch der 2009 Bau von Mauern an Flusslauf der Flöha. Foto: Ulli Schubert

Flöha. Am Samstag vor 15 Jahren schien es, die Welt gehe unter. Oder zumindest Sachsen. Nach tagelangen Regenfällen traten am 12. August 2002 zunächst die Flöha und am Abend die Zschopau über die Ufer. Halb Flöha stand unter Wasser. Am darauffolgenden Tag verschärfte sich die Situation noch als die Behelfsbrücke der im Bau befindlichen Kirchenbrücke kippte und zur Staumauer wurde. An manchen Stellen in der Stadt stand das Wasser bis zu 2,70 Metern hoch.

Das Hochwasser hatte Folgen

Es ging, fast so schnell wie es gekommen war. Ab Mittwoch, dem 14. August 2002, offenbarten sich die schrecklichen Folgen der Katastrophe. In Kellern stand das Wasser, Häuser wurden beschädigt, Straßen gab es nicht mehr, Autos und Tiere wurden von der Strömung weggerissen, Unternehmen bangten um ihre Zukunft.

In Flöha summierten sich die Schäden auf über 9,1 Millionen Euro bei Straßen, Plätzen und Brücken, mehr als 5,3 Millionen Euro betrugen die Schäden in den Schul-, Sport- und Vereinseinrichtungen. Im damaligen Landkreis Freiberg wurden Werte in Höhe von 421 Millionen Euro vernichtet, darunter fast 200 Millionen in den Privathaushalten.

Denn es war ja nicht Flöha allein von der Jahrhundertflut betroffen.

Jetzt ist Flöha vor dem Wasser geschützt

Die Stadt zwischen den zwei Flüssen hatte aber inzwischen das Glück, dass hier zwischen 2008 und 2015 umfassende Hochwasserschutzmaßnahmen realisiert wurden. Kostenumfang rund 20,9 Millionen Euro, die beim Hochwasser im Juni 2013 ihre erste große Bewährungsprobe bestanden. Flöha und Zschopau sind jetzt quasi eingemauert und damit stellt sich ein neues Problem, das der Binnen-Entwässerung. Die Stadt sucht noch immer Mitstreiter für die Wasserwehr.

Der Freistaat Sachsen hat seit der Hochwasserkatastrophe vom August 2002 rund 2,6 Milliarden Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen sowie in die nachhaltige Beseitigung von Hochwasserschäden investiert.

Weitere Maßnahmen sollen folgen

Auch künftig will Sachsen den Hochwasserschutz weiter verbessern. Vorgesehen sind bis zum Jahr 2023 zusätzliche Investitionen in Höhe von 630 Millionen Euro. Jeder Betroffene hat an die Ereignisse seine ganz eigenen Erinnerungen. Vielen hat sich vor allem die unglaubliche Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft nach der Flut eingeprägt.

Mit tollen Geschichten ließen sich ganze Zeitungen füllen. Mancher wünscht sich, es herrschte heute noch immer solch ein Zusammenhalt.