Als Napoleon in Waldheim war

VORGESTELLT Albrecht Bergmann ist ehrenamtlicher Gästeführer

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Albrecht Bergmann zeigt die Uniform eines französischen Soldaten aus der Napoleon-Zeit. Foto: Chris Brinkmann

Waldheim. Ein Hinterhof auf dem Obermarkt in Waldheim. Albrecht Bergmann öffnet die Tür zu seiner Napoleon-Ausstellung. Zu sehen sind historische Uniformen, kleine Zinnfiguren und andere Gegenstände aus dem 19. Jahrhundert. "Ich habe mich schon immer für Geschichte interessiert", erklärt Albrecht Bergmann, der in seiner Napoleon-Ausstellung die Zeit der Völkerschlacht dokumentiert. Zu dieser schlug Napoleon im Mai 1813 für einen Tag sein Nachtquartier auch in Waldheim auf. Dass sich Bergmann so dafür und für die Stadtgeschichte interessiert, gründet in der Vergangenheit seiner Familie.

Ehemaliger Stadtrat nun als Bürgermeister Selle

Fünf Generationen der Bergmanns lebten schon in Waldheim. Sie alle waren Stadträte. "Auch ich war 30 Jahre Stadtrat. Mit diesem Hintergrund ist es klar, dass man sich für die Geschichte seiner Stadt interessiert", erklärt Albrecht Bergmann seine Motivation. Als Mitglied des Heimatvereins übernahm der gelernte Zigarrenmacher im ehemaligen Stadtmuseum auf der Gartenstraße die Sonntagdienste. "Zudem wurde ich gefragt, ob ich auch Führungen für Schulklassen und andere Gruppen in der Woche übernehmen könnte. Das habe ich dann auch gemacht", erinnert sich Albrecht Bergmann. Dabei entstand seine Idee, Stadtführungen anzubieten. Im Rahmen des 200. Jubiläums der Völkerschlacht wurde dieses Konzept noch weiter ausgebaut. "Zur Zeit als Napoleon in Waldheim war, war hier ein gewisser Selle Bürgermeister. Wir überlegten, wie dieser ausgesehen haben könnte und entwickelten ein Kostüm. Die Stadtführungen mache ich seitdem verkleidet als Bürgermeister Selle", erzählt Albrecht Bergmann.

Nicht nur Stadtführungen

Neben den Stadtführungen engagiert sich der ehemalige Stadtrat zudem weiterhin als ehrenamtlicher Gästeführer im nun neuen Stadt- und Museumshaus. "Als die Ausstellung im vergangenen November eröffnet wurde, war ich etwas skeptisch. Die großen Reisekoffer, in denen die Stadtgeschichte dargestellt ist, waren etwas ungewohnt. Heute sage ich, es ist eine geniale Lösung. Einfach toll", ist Albrecht Bergmann begeistert und ergänzt: "Die Gesamtkonzeption des Hauses ist super."