Alte Bekannte und unbekannte Neue

Schau Äpfel, Birnen und viele Gäste

Rund 250 verschiedene Apfel- und exakt 22 Birnensorten konnten am Sonnabend vergangener Woche im Kartoffellagerhaus beim 7. Mittelsächsischen Streuobsttag des Landschaftspflegeverband "Mulde/Flöha" (LPV) beschnuppert werden. "Sie stammen von rund 15 Streuobstwiesen in Mittelsachsen, aber auch von Bäumen am Straßenrand oder von Freunden des Vereins, die Exemplare für die Ausstellung zu Verfügung stellten", erklärt Jörg Semmig, der gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie Vogel als Mitarbeiter des LPV Mulde/Flöha" für das Kreisgebiet Mittelsachsen zuständig ist. Wenn überhaupt, kann man vielleicht zehn Prozent der Ausstellungsstücke in den Geschäften entdecken, schätzt Semmig. Er selbst hat mindestens 130 Apfelsorten probiert, denn genauso groß ist die Kernsammlung des LPV. Eine Lieblingssorte hat er nicht. "Es kommt ja auch drauf an, welchen Apfel man zu welcher Zeit ist."

In Großwaltersdorf nun waren viele alte Bekannte dabei, wie etwa der Golden Delicious, aber auch Sorten, über die noch nicht einmal der Fachmann viel mehr weiß als den Namen. So wie der Asiatische Urapfel, bei dem die Bäume bis zu 300 Jahre alt werden. Die älteste Sorte in der Reihe der Schau war der "Rote Herbstkalvill", der schon 1565 im fürstlichen Lustgarten zu Stuttart geerntet wurde; der größte "Howgate's Wonder", eine Sorte aus England, deren schwerstes Exemplar es auf 1,38 Kilo brachte.

Doch geht es Jörg Semmig und seinen Mitstreitern nicht um irgendwelche Superlative. "Wir wollen den Besuchern die Gelegenheit bieten, sich von der Geschmacks- und Verwendungsvielfalt der traditionellen alten Streuobstsorten, die im Handel meist schon seit langem nicht mehr erhältlich sind, zu überzeugen." Die Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes beraten zu Fördermöglichkeiten für die Ergänzungs- oder Neuanpflanzung von Streuobstwiesen, zur Sortenauswahl, Bezugsquellen für Pflanzgut, Möglichkeiten der Obstverwertung, Pflege und vielem mehr.