Amt erfordert Ruhe und Nachdenken

Interview mit Bürgermeister Axel Röthling (SPD)

Mit den Kommunalwahlen in diesem Jahr brach im Eppendorfer Rathaus eine neue Ära an. Nachdem 25 Jahre mit Helmut Schulze die CDU das Gemeindeoberhaupt stellte, wurde mit Axel Röthling ein SPD-Mann gewählt. Ulli Schubert sprach mit ihm.

Herr Röthling, sind Sie als Quereinsteiger in der Kommunalpolitik angekommen?

Nein. Erfahrene Kollegen sagen mir, dass das bis zu drei Jahren dauern kann. Aber die wichtigsten Dinge habe ich schnell gelernt, zum Beispiel, dass es keinen Feierabend gibt. Das Amt verlangt Ruhe, man muss auch mal Nachdenken und verschiedene Aspekte beachten.

Haben Sie Ihren Wechsel als Techniker aus der Wirtschaft in den Amtssessel des Ortschefs schon einmal bereut?

Keinesfalls. Und ich hätte nicht geglaubt, dass die Arbeit als Bürgermeister so viel Spaß macht. Ich habe ein gutes Gefühl, auch wenn die Schritte nur klein sind, die wir machen können.

Haben Sie sich in den vergangenen Wochen mehr Freunde oder mehr Feinde gemacht?

In diesen Kategorien denke ich nicht. Es geht darum, eine gute, ehrliche Arbeit zu leisten. Dass man mit manchen Entscheidungen nicht nur Freunde gewinnt, ist normal.

Ich halte das schon für eine Frage des Anstands, jeden Mitarbeiter kennen zu lernen. Das wichtigste ist für mich das gute Vertrauensverhältnis, das von Beginn an bestand. Ich war positiv überrascht über die offene und ehrliche Arbeitsatmosphäre hier im Haus. Und auch Kritik ist erwünscht. Schließlich kann ich nicht alles wissen.

Wir stehen uns nicht gegenüber, aber natürlich ist es ein Unterschied, ob der Bürgermeister die Mehrheitsfraktion an seiner Seite hat oder nicht. Es geht darum, ein Verhältnis gegenseitigen Vertrauens aufzubauen. Wir arbeiten gemeinsam daran und sind auf einem guten Weg.

Welche wichtigen Aufgaben gilt es in den Ortsteilen in der nächsten Zeit zu erfüllen?

Das größte Problem ist die demografische Entwicklung. Ich will alles tun, dass junge Familien in Eppendorf bleiben: Wir halten die Kitabeiträge so niedrig wie möglich, übernehmen die Kosten der Schülerbeförderung und auch das Babybegrüßungsgeld wird es weiter geben. Wir wollen im kommenden Jahr einen Spielplatz in Kleinhartmannsdorf bauen und einen zweiten in der Kita in Eppendorf. Dort stammen manche Spielgeräte noch aus DDR-Zeiten. Und ich möchte gern mit vielen Partnern einen Weg finden, dass das traditionelle Radrennen in Großwaltersdorf weiterhin stattfinden kann. Schließlich halte ich den Breitbandausbau für ein schnelles Internet in Eppendorf für enorm wichtig. Da allerdings ist noch so manche Hürde zu überwinden.