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Angriff auf Flüchtlingshaus

Geplante Asylbewerberunterkunft Wasserschaden in Lunzenauer Wohnhaus

Die Welle an Attacken auf Asylbewerberunterkünfte erreicht nun erstmals auch den Landkreis Mittelsachsen. In der Nacht zum Mittwochmorgen sorgten unbekannte Täter in der geplanten Asylbewerberunterkunft in Lunzenau für einen Wasserschaden. In dem Wohnhaus in der Schillerstraße, wo ab September insgesamt 50 Flüchtlinge aufgenommen werden sollen, wurden in allen Etagen die Wasserhähne aufgedreht sowie einige Abwasserrohre abmontiert, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Das Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Polizei hat die Ermittlungen bereits aufgenommen, da man von ausländerfeindlichen Tatmotiven ausgehe. Landkreis und kommunale Politik zeigten sich indes bestürzt über die Ereignisse. "Die Vorkommnisse an der geplanten Flüchtlingsunterkunft haben mich zutiefst erschüttert und auch sehr überrascht", äußerte sich der Bürgermeister von Lunzenau, Ronny Hofmann und fügte hinzu: "Natürlich weiß ich um die Bedenken und Ängste einiger Bewohner hier, Gewalt und Zerstörungswut sind aber inakzeptabel und dürfen keinesfalls eine Lösung sein." Dass man versuche, mit gezielten Anschlägen den Einzug von Flüchtlingen zu verzögern, verurteilt der amtierende Bürgermeister aufs Schärfste. "Wir waren in Lunzenau eigentlich auf dem besten Wege, haben den Dialog mit der Bevölkerung gesucht und aufgenommen. Nächsten Monat sollte eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema stattfinden", ergänzte Hofmann. Wie es mit dem Objekt in der Schillerstraße nun weitergehen soll, bleibt zunächst offen. Das Landratsamt und auch die Stadt Lunzenau wollen an der Unterkunft festhalten. Abhängig sei das aber auch vom Vermieter und vom entstandenen Schaden, der derzeit noch nicht beziffert werden kann.



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